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Schollbach hinterfragt Verleihung von Orden

Der Linke-Politiker kritisiert die Vergabepraxis im Freistaat. Im vergangenen Jahr wurden weniger Auszeichnungen vergeben als in den Jahren zuvor.

© Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Sachsens Regierung hat im vergangenen Jahr 2811 Orden, Medaillen und Ehrenzeichen verliehen. Linke-Politiker André Schollbach hinterfragte die Vergabepraxis am Montag kritisch, wenngleich weniger Auszeichnungen vergeben worden seien als in vergangenen Jahren. Schollbach sprach von einer „stolzen Zahl“.

„Wir wollen hoffen, dass es der Sächsischen Regierung dabei stets um die zu Ehrenden geht und nicht um die eigene Selbstdarstellung. Orden und Ehrungen stellen eine besondere Auszeichnung für besondere Leistungen dar und sollten daher nicht wie im Sommerschlussverkauf unters Volk gebracht werden.“

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Schollbach lässt die Zahl der Ehrungen regelmäßig per Kleiner Anfrage im Parlament ermitteln. Zuletzt hatte er eine „Ordensflut“ beklagt. So waren von 2013 bis 2015 mehr als 38 000 Fluthelferorden verliehen worden. Die Kosten für den Steuerzahler beliefen sich laut Schollbach auf knapp 270 000 Euro. Der Orden wird an einem Band in den Farben des Freistaates getragen. Vorschläge konnte prinzipiell jeder einreichen. Bedingung war, dass der vorgeschlagene Bürger beim Hochwasser mindestens einen Tag lang im Einsatz war. (dpa)