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Schon 170 Bewerbungen für Zille-Karikaturenpreis

Neben dem von einer Jury vergebenen Hauptpreis wird nun auch einen Publikumspreis gestiftet.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

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Radeburg. Für den im Sommer erstmals ausgelobten Heinrich-Zille-Karikaturenpreis gibt es schon Einsendungen aus ganz Deutschland und aus der Schweiz. Die Bewerbungsfrist endet am 19. November.

„Wir haben bereits 170 Bewerbungen erhalten, darunter tolle Werke von Neulingen, aber auch hochklassige Cartoons und Karikaturen von sehr bekannten Karikaturisten wie Mario Lars, Til Mette, Rainer Ehrt, Erich Rauschenbach und Uwe Krumbiegel“, sagt Mario Süßenguth von der Galerie Komische Meister. Gemeinsam mit der Stadt Radeburg hat sie den Zille-Preis und die dazugehörenden Karikaturenausstellungen aus der Taufe gehoben.

Für die Auswahl der besten Werke hat die Stadt eine Jury berufen. Diese gibt ihre Entscheidung nach Sichtung aller eingereichten Arbeiten am Ende des Jahres bekannt.

Der Preis ist mit 1 000 Euro dotiert und wird am 13. Januar 2019 während eines Festaktes an eine Künstlerin oder einen Künstler übergeben. Sponsor des Hauptpreises ist das Radeburger Unternehmen Megger Hagenuk KMT Kabelmesstechnik GmbH. Zudem wird dem Sieger eine Personalausstellung in Radeburg im Herbst nächsten Jahres gewidmet.

Neu ist, dass außerdem ein Heinrich-Zille-Publikumspreis geben wird. Die Radeburger Ideenwerk Kroemke GmbH stiftet dafür 500 Euro. „Das wird unsere teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler freuen, denn ein Publikumspreis ist immer Anerkennung mit breiter Zustimmung“, so Galerist Mario Süßenguth.

Um den Gewinner des Publikumspreises zu ermitteln, werden die besten Arbeiten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab der Verleihung des Heinrich-Zille-Preises in einer Ausstellung im Radeburger Heimatmuseum zu sehen sein. Mit dem Ausfüllen und Abgeben eines Stimmkärtchens können die Besucher ihre Lieblingskarikatur auswählen. Der Sieger des Publikumspreises wird dann am Ende der Schau zur Jahresmitte bekannt gegeben.

Ganz aktuell wird dort in den neu geschaffenen Sonderausstellungsräumen des im Sommer nach seiner kompletten Sanierung wieder teileröffneten Museums die Karikaturen- und Cartoonschau „Liebe, Lust und andere Katastrophen“ gezeigt. „Sie wird vom Publikum sehr gut angenommen“, so die Radeburger Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Diese Ausstellung ist noch bis zum 15. Dezember geöffnet. Das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost fördert das Projekt – so wie bereits den Umbau des Museumsgebäudes.

Der von der Stadt Radeburg erstmals ausgeschriebene Heinrich-Zille-Karikaturenpreis für den deutschsprachigen Raum hat das Thema: „Die Wahrheit stört zuletzt“. Der Preis und die damit verbundenen Ausstellungen werden fachlich von der Galerie Komische Meister Dresden unterstützt. Künftig soll es zwei aktuelle Karikaturenausstellungen pro Jahr geben.

Der Grafiker, Maler und Fotograf Heinrich Zille wurde am 10. Januar 1858 in einem Haus am Radeburger Markt geboren. Nach dem Umzug der Familie ins nahe gelegene Dresden, wo Heinrich eingeschult wurde, folgte um 1868 die Umsiedlung nach Berlin. Als „Pinselheinrich“ erlangte der Radeburger in der Hauptstadt Ruhm und Anerkennung. Seine spöttische Sozialkritik äußerte er auch in Karikaturen, die Zilles „Milljöh“ zeigen – die Alt-Berliner Arbeiterviertel und Vergnügungsorte einfacher Leute.