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Bauen und Wohnen

Schon beim Hausbau auf Nachhaltigkeit setzen

In Sachsen wird aktuell so viel gebaut wie schon lange nicht mehr.

© stock.adobe.com @romul014

Das liegt unter anderem an der Niedrigzinspolitik der EZB, die ein besonders preisgünstiges Bauen möglich macht. Damit dieser Bauboom nicht auf Kosten der Umwelt geht, müssen Klimaschutzfaktoren in allen Bauphasen mitbedacht werden. Hierzu gehört beispielsweise, eine richtige Dämmung zu verwenden und eine ökologische Heizungsanlage einzubauen. Ebenso kommt es darauf an, erneuerbare Energien zu nutzen und auf umweltfreundliche Materialien zu setzen. Zudem profitiert die Umwelt davon, wenn regional gebaut wird und eine sinnvolle Nachnutzungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit beim Hausbau

Schritt für Schritt

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Ein Hausbau hat immer Einfluss auf die Umwelt. Das beginnt bereits bei der Auswahl des Baugrundes. Hier ist es wichtig, Naturräume zu schonen und sicherzustellen, dass der Hausbau die Tier- und Pflanzenwelt in der Umgebung möglichst nicht negativ beeinträchtigt. Außerdem kommt es bei einem Hausbau zu Energie- und Stoffströmen, die ebenfalls entscheidenden Einfluss auf die Umwelt nehmen. Somit ist sicherzustellen, dass während des gesamten Hausbaus möglichst wenig CO2 produziert wird und keine belastenden Stoffe in die Umwelt gelangen. Doch nicht nur beim Hausbau an sich spielt der Klimaschutz eine wichtige Rolle, sondern auch bei der späteren Nutzung des Gebäudes. So entscheidet beispielsweise eine hochwertige Wärmedämmung darüber, wie energieeffizient das jeweilige Haus ist. Außerdem kann durch den Einbau einer ökologischen Heizungsanlage dafür gesorgt werden, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird. Deswegen sollte vor Baubeginn ein umfassendes Baukonzept erstellt werden, in dem neben anderen Faktoren wie einem barrierefreien Bauen auch der Klimaschutz eine zentrale Rolle spielen sollte. So ist sichergestellt, dass die Umwelt durch den Hausbau möglichst wenig belastet wird und dass keine unnötigen Kosten für die Bauherren entstehen.

Auf die richtige Dämmung kommt es an

Die Wahl einer passenden Dämmung spielt bei einem nachhaltigen Hausbau eine besonders wichtige Rolle. Sächsischen Bauherren stehen ganz unterschiedliche Fassaden zur Verfügung, die sie für ihr Haus nutzen können. In der Regel werden bei privaten Häusern andere Fassaden verwendet als bei Gewerbeimmobilien. Besonders wichtig ist in diesem Kontext, dass nicht nur die optische Wirkung der Fassade, sondern auch ihre ökologische Effizienz beim Hausbau bedacht wird. So muss unbedingt sichergestellt werden, dass eine hochwertige Wärmedämmung zum Einsatz kommt, die den Verlust von Energie und Wärme weitestgehend verhindert. Hierbei müssen allerdings verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, da die Dämmung alleine noch nichts über die Qualität einer Fassade aussagt. Unter anderem ist hierbei auch wichtig, für einen möglichst guten Luftaustausch zu sorgen, um beispielsweise der Schimmelbildung entgegenzuwirken. Deswegen ist es gerade bei einer Dämmung ratsam, auf einen professionellen Anbieter zu setzen und sich rund um die verschiedenen Möglichkeiten beraten zu lassen.

Eine ökologische Heizungsanlage nutzen

Ein extrem wichtiges Kapitel beim Hausbau ist die Auswahl der passenden Heizungsanlage. Diese entscheidet darüber, wie gut sich die einzelnen Räume heizen lassen und welche Kosten zum Beispiel durch die Energieträger entstehen. Bisher wurden vor allem klassische Öl- und Gasheizungen genutzt, um auf Kälteperioden vorbereitet zu sein. Mittlerweile gewinnen jedoch hochwertige Wärmepumpen immer mehr an Bedeutung. Das liegt daran, dass diese ökologischen Ressourcen nutzen, um Wärme entstehen zu lassen. Auf diese Weise wird die Umwelt bestmöglich geschont und dennoch ein optimales Heizergebnis erzielt. Auch in Sachen Wirtschaftlichkeit ist diese moderne Alternative ganz vorne mit dabei. Hier lässt sich vor allem auf lange Sicht, unter den richtigen Bedingungen, eine Menge Geld sparen.

Des Weiteren kommen bei immer mehr Neubauten Solaranlagen zum Einsatz. Mit diesen ist es möglich, den eigenen Strom und Heizbedarf autark zu decken und somit unabhängig von Energielieferanten zu werden. Zudem besteht vielfach die Möglichkeit, den aus der Sonnenenergie gewonnenen Strom an das öffentliche Netz abzugeben und hierdurch noch etwas Geld zu verdienen. Auf diese Weise schonen Bauherrn im Freistaat besonders gerne die Umwelt und profitieren noch dazu finanziell. Bei der Auswahl der passenden Solaranlage oder Wärmepumpe spielen ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle. So muss beispielsweise die Art des verwendeten Heizkreisverteilersystems berücksichtigt werden und auch der Dämmstandard des Hauses spielt eine Rolle. Zudem kommt es auf die korrekte Dimensionierung der Anlage an, damit diese bestmöglich auf das Haus zugeschnitten ist. Eine wichtige Kennziffer im Bereich solcher Heizungsanlagen ist die Jahresarbeitszahl.

Die Bedeutung erneuerbarer Energien beim Hausbau

Die erneuerbaren Energien haben für den Hausbau in Sachsen eine immense Bedeutung. Denn es bringt nichts, auf ökologische Anlagen und eine gute Dämmung zu setzen, wenn dafür Strom aus Kohle oder Atomkraftwerken genutzt wird. Deswegen entscheiden sich immer mehr Bauherren dafür, erneuerbare Energien in ihr Baukonzept aufzunehmen. Das bringt häufig sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Beim Einsatz erneuerbarer Energien stehen Bauherrn ganz unterschiedliche Optionen zur Auswahl. Neben der Energiegewinnung aus Sonnenenergie spielt beispielsweise die Geothermie eine wichtige Rolle. Bei dieser wird Erdwärme genutzt, um für eine gleichbleibende Temperatur in einem Haus zu sorgen. Der große Vorteil der Geothermie gegenüber der Solarenergie besteht darin, dass diese Ressource jederzeit zur Verfügung steht und nicht wetterabhängig ist. Somit kann die Wärme konstant und gleichbleibend genutzt werden. Nicht zuletzt setzen viele Häuslebauer auch auf Biomasse auf organischer Basis. Mittels thermochemischer Verfahren wird Biomasse eingesetzt, um Energie zu gewinnen, ohne dass unnötig viel CO2 entsteht. Die verschiedenen Energieträger können hierbei sowohl fest, flüssig als auch gasförmig sein.

Auf umweltfreundliche Materialien setzen

Um möglichst ökologisch zu bauen, ist es wichtig, auf umweltfreundliche Materialien zu setzen. In den vergangenen Jahren hat die Wissenschaft hier große Fortschritte erzielt und Materialien entwickelt, die bereits heute vielfach zum Hausbau genutzt werden. Hierzu gehört beispielsweise das Seegras. Dieses hat einen hohen Salzgehalt, was sich positiv auf die Entzündbarkeit auswirkt. Entsprechend kann es sehr gut als Dämmmaterial verwendet werden. Zudem kommt immer häufiger Flachs zum Einsatz, um Beton zu verstärken. Auf diese Weise können Streben aus Stahl oder Kunststoff eingespart werden. Ferner sind auch Rohrkolben im Hausbau sehr beliebt, da sie durch ihre natürliche Hohlform sehr große Lasten tragen können.

Regional bauen schont die Umwelt

Regionales Bauen ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz im Bauwesen. Hierzu gehört beispielsweise, Ressourcen und Materialien aus der Gegend zu verwenden, in der das Haus gebaut werden soll. Auf diese Weise lassen sich logistische Wege und große Transportkosten vermeiden. Denn gerade durch den Transport von Baumaterialien mittels Schiff oder Flugzeug wird die Umwelt sehr stark belastet. Wer auf heimische Materialien setzt, die später problemlos in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können, leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Gerade für Unternehmen ist regionales Bauen von großer Bedeutung. Hierdurch haben sie einerseits die Möglichkeit, in bestimmten Märkten präsent zu sein und in direkten Kontakt mit der Zielgruppe zu treten. Auf der anderen Seite sparen sie sich große Lieferwege und müssen weder Produkte noch Rohstoffe aus weit entfernten Regionen anliefern lassen. Das spart eine Menge Geld ein und schont die Umwelt. Deswegen entscheiden sich immer mehr Betriebe dafür, in den verschiedenen Zielmärkten regionale Betriebsstätten aufzubauen.

Auf sinnvolle Nachnutzungsmöglichkeiten achten

Als für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zahlreiche neue Stadien gebaut wurden, war der Aufschrei bei Umweltschützern groß. Das ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht eine absolute Fehlinvestition. Deswegen sollte immer darauf geachtet werden, dass es nach der Nutzung eines Gebäudes eine weitere Verwendung dafür gibt. Das gilt insbesondere für Industrieanlagen. Diese sollten nicht nur für eine bestimmte Zeit genutzt werden und danach brach liegen, weil das eine erhebliche Belastung für die Umwelt darstellt. Doch auch im Bereich der Privatbauten ist ein Nachnutzungskonzept extrem wichtig. Gerade in ländlichen Regionen im Freistaat gibt es sehr viele Gebäude, die nicht verkauft werden können und leer stehen. In einer solchen Region ein Haus komplett neu zu bauen, ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Stattdessen wäre es wichtig, die bereits vorhandenen Gebäude zu nutzen. Deswegen sollte immer genau überlegt werden, ob ein Haus auch nach der Verwendung durch den Bauherrn noch genutzt werden kann. Immerhin entstehen durch Leerstand und einen nicht erfolgten Verkauf hohe Kosten, wodurch ein Hausbau schnell zu einem Verlustgeschäft werden kann.


Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur M. Quast.