merken

Dynamo

Schubert als Frühstarter auf Schalke

Der ehemalige Dynamo-Torhüter verkürzt seinen Urlaub. Ob er damit im Kampf um die Nummer eins mit Alexander Nübel punkten kann?

Markus Schubert verzichtet nach der U-21-EM auf acht freie Tage. Er will auch auf Schalke den Platz zwischen den Pfosten und nicht auf der Bank.
Markus Schubert verzichtet nach der U-21-EM auf acht freie Tage. Er will auch auf Schalke den Platz zwischen den Pfosten und nicht auf der Bank. © dpa/Robert Michael

Gelsenkirchen. Markus Schubert ist in diesem Sommer ablösefrei vom Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden zum FC Schalke 04 gewechselt. Der Torwart hat sich allerdings nicht dem Bundesligisten angeschlossen, um sich kampflos hinter Stammtorhüter Alexander Nübel einzureihen. Das bewies Schubert jetzt.

Der 21-Jährige verkürzte seinen Urlaub um mehrere Tage, um in Gelsenkirchen vorzeitig ins Mannschaftstraining einzusteigen. Eigentlich wurde er dort erst in ein paar Tagen erwartet. "Er hat gesagt, dass ihm neun Tage Urlaub gereicht haben", sagte Schalke-Trainer nach dem ersten offiziellen Mannschaftsfototermin dem Kicker. "Er wollte zurück auf den Platz und wieder trainieren."

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Eigentlich hatte Schubert nach der U-21-Europameisterschaft in Italien, bei der Deutschland das Finale gegen Spanien knapp verlor, 17 freie Tage bekommen. Nach Rücksprache mit Torwart-Trainer Simon Henzler war klar, dass das Torwart-Talent schon eher anfangen darf als ursprünglich geplant. So ist von den Profis der dritte Torhüter, Michael Langer (34), nicht mehr allein.

Damit sendet der Neuzugang ein deutliches Signal an seinen direkten Konkurrenten um den Platz zwischen den Pfosten. Zuletzt verlor Schubert das Duell mit Nübel bereits in der deutschen U-21-Nationalmannschaft. Bei der EM setzte U-21-Trainer Stefan Kuntz auf Nübel. Schubert blieb ohne Einsatz. Ob Schubert jedoch den angestrebten Wechsel im Tor der Königsblauen schon in den nächsten Wochen herbeiführen kann, ist unwahrscheinlich, da schwer vorstellbar, dass Schalke binnen weniger Monate erneut die Nummer eins austauscht.

Der Trainer freut sich über die Konkurrenzsituation

Schließlich hält Nübel diesen Status erst seit Anfang der vergangenen Rückrunde, als der damalige Schalke-Trainer Domenico Tedesco Platzhirsch Ralf Fährmann auf die Bank setzte. Außerdem kämpft der Revierklub mit allen Mitteln um die Vertragsverlängerung des umworbenen Youngsters, an dem der FC Bayern München Interesse zeigt.

"Wir zeigen ihm interessante Optionen auf, wie seine mittel- und langfristige Zukunft im königsblauen Trikot aussehen kann", sagte Wagner auf Sport1. Schalke setze "alles daran, den Vertrag mit ihm zu verlängern". Geht es nach dem Trainer, verlässt Nübel den Klub in diesem Sommer nicht. "Wir sind auf dieser Position richtig gut aufgestellt."

Schubert könnte bereits beim nächsten Test am Freitag spielen. „Wir müssen natürlich jetzt erst einmal schauen, wie genau es bei ihm aussieht, und dann tut Simon auch seine Meinung dazu kund", sagte Wagner. „Aber es liegt im Bereich des Möglichen, dass er Freitag oder Sonntag spielt.“

Schalke tritt erst gegen eine Stadtauswahl von Bottrop und dann gegen den Regionalligisten SG Wattenscheid 09 an. Bis dahin trainiert der Bundesligist beinahe zweimal täglich - ausreichend Einheiten also für Schubert, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Womöglich hat er sogar die Chance, Nübel aus dem Tor zu verdrängen.

„Alex hat die berühmte Nasenspitze voraus", sagte Wagner. "Jetzt ist er erst einmal im Urlaub und dann im Training. Aber aufgrund der vergangenen Saison und der EM hat er sich einen gewissen Status erarbeitet, und ich gehe fest davon aus, dass er diesen bei uns bestätigt.“ Nübels jetziges Arbeitspapier gilt noch bis 2020. Schubert unterzeichnete bei den Knappen einen Vertrag bis 2023. (SZ)