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Schüler entwerfen Wohnungen für junge Leute

Was die Gymnasiasten auf dem Papier geplant haben, wird von der WG Fortschritt realisiert. Das soll’s aber noch nicht gewesen sein.

Gurvinder, Schülerin der 12. Klasse des Lessing-Gymnasiums, zeigt den Plan, nach dem die Wohnung für junge Leute umgebaut wurde. Die Schüler hatten sich im Unterricht Gedanken darüber gemacht, wie solche Wohnungen aussehen könnten. © André Braun

Döbeln. In der fünften Etage des Hauses Unnaer Straße 65 riecht es feucht nach frischer Farbe. Zwei Wohnungen lässt die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt ganz oben unterm Dach umbauen. Die Innenarchitekten haben sich jetzt auf der Baustelle umgeschaut: sieben Zwölftklässlerinnen des Lessing-Gymnasiums.

Die Wohnungsgenossenschaft hatte sich von Schülern im Rahmen des sogenannten GRW-Unterrichts (Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft) Wohnungen für junge Leute entwerfen lassen. Mehrere Schülergruppen sind dabei in den Wettbewerb getreten. „Die Teams haben dabei wie kleine Unternehmen agiert. Sie mussten die Genossenschaft von ihren Konzepten überzeugen“, sage Lehrer Tommy Greim. „Die Genossenschaft fand zwei Ideen gut. Eine Wohnung für ein Pärchen und ein Entwurf für eine Wohngemeinschaft“, so Annika Großmann, die in einem der Teams mitgearbeitet hatte.

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„Die Jugendlichen hatten ganz geniale Ideen – Farbkonzepte, Möbel, Leuchten bis bis hin zu den Läufern“, sagte Katja Näther, Verantwortliche für Projekte bei der Genossenschaft. „Sie wollten auch Badewannen und keine Duschen. Da waren wir ganz erstaunt.“ Nach den Plänen der jungen Leute sind die beiden Wohnungen jetzt umgebaut worden. Herausgekommen ist eine Wohnung, die sich auch für eine Wohngemeinschaft junger Leute eignet. Dafür wurde die Wohnung auf 76 Quadratmeter vergrößert. Drei Personen können jeweils einen Raum bewohnen, Wohnzimmer mit Küchenecke und der aus zwei Räumen bestehende Badbereich können gemeinsam genutzt werden. Abgehängte Decken mit Spotstrahlern sind gleich eingebaut.

Die zweite Wohnung mit rund 48 Quadratmetern ist für ein junges Pärchen gedacht. Die Küche öffnet sich zum verbreiterten Flur, es gibt ein Bad – natürlich mit Wanne – Wohnzimmer und Schlafzimmer.

Nicht jede Idee hat sich umsetzen lassen. Bei der Farbgestaltung hat die Genossenschaft dann doch zum Teil auf Erfahrungen des Malers zurückgegriffen. „Sonst hätte das ausgesehen wie die Villa Kunterbunt“, sagte Katja Näther. Auch die Küchenzeile muss der Mieter selbst anschaffen. Sie hätte den Rahmen des Budgets gesprengt, sagte Katja Näther.

Die Arbeit der jungen Leute ist noch nicht beendet. Katja Näther hat bei der Besichtigung den jungen Leuten gleich noch eine neue Aufgabe mitgegeben: Sie sollen sich um die Vermarktung der Wohnungen kümmern. „Wo lesen junge Leute Werbung für eine Wohnung und wie muss sie gestaltet sein?“ Bei einem Tag der offenen Tür sollen die Zwölftklässler die Wohnungen Interessierten vorstellen. „Schön wäre es, wenn ihr dann auch bei der Schlüsselübergabe dabei sein könntet“, sagte Katja Näther.

Der Umbau ist derzeit noch in vollem Gange. So fehlen noch die Türen, deren Farbe auch auf eine Idee der Jugendlichen zurückgeht. Anfang März werden die Wohnungen voraussichtlich bezugsfertig sein, sagte Lisa Reinhardt, die bei der WG-Fortschritt für technische Hausverwaltung zuständig ist.

Katja Näther könnte sich vorstellen, auch weiterhin mit Schulen zusammenzuarbeiten. „Wir sind jetzt in der Berufsschule und werden unser Projekt „Das Döbelner Modell“ für seniorengerechte Wohnungen vorstellen. Eine Zusammenarbeit wäre schön. In der Berufsschule werden ja auch Handwerksberufe ausgebildet.“

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