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Schüler im Landkreis wählen CDU

Bei den U18-Wahlen gingen die meisten Stimmen im Landkreis an die Christdemokraten. Die Alternative für Deutschland landete auf dem zweiten Platz.

© Symbolfoto/dpa

Von Nina Schirmer

Landkreis. Die Kreuzchen werden in einer blickdichten Wahlkabine gesetzt, auf den Stimmzetteln stehen alle Parteien, die zur Bundestagswahl antreten. Das kleine Wahlbüro in der Familieninitiative in Radebeul könnte beinah als echt durchgehen. Nur das U18-Logo auf den Stimmzetteln zeigt, dass hier nur symbolisch gewählt wird. Kinder und Jugendliche konnten am vergangenen Freitag dort ihre Stimme abgeben und damit zeigen, welche Parteien bei ihnen ankommen. Insgesamt hatten sieben solcher U18-Wahlbüros im Landkreis Meißen geöffnet. Am Montagnachmittag stand ein vorläufiges Ergebnis fest.

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Die meisten Stimmen konnte die CDU verzeichnen. 23,91 Prozent der Schülerwähler im Landkreis Meißen setzten ihr Kreuz bei den Christdemokraten. Die AfD landete mit 15,78 Prozent auf dem zweiten Platz. Gefolgt von den Grünen mit 15 Prozent. Die SPD schmierte bei den Jugendlichen ab. Nur 8,91 Prozent der U18-Wähler im Landkreis gaben der Partei ihre Stimme. 12,03 Prozent wählten die Linken. Die FDP bekam 5,04 Prozent der Stimmen. Auch die Satiriker von Die Partei (5,94 Prozent) kämen in den Bundestag, wenn es nach den Minderjährigen im Landkreis Meißen ginge. Andere Parteien schafften es nicht über fünf Prozent. Insgesamt hatten 652 Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis an der Wahl teilgenommen.

Die U18-Wahl ist eine deutschlandweite Aktion, bei der sich unter 18-Jährige eine politische Meinung bilden sollen und diese auch sichtbar ausdrücken können. Bei den vorläufigen Ergebnissen gab es klare regionale Unterschiede. So schnitt beispielsweise die AfD im Landkreis Meißen deutlich besser ab, als im Gesamtergebnis (6,8 Prozent). Auch die Linke bekam hier vor Ort mehr Stimmen. Die SPD konnte in Deutschland insgesamt deutlich mehr junge Wähler begeistern (19,7 Prozent ) als im Landkreis Meißen.

In Radebeul kamen 31 junge Wähler ins Wahlbüro nach Altkötzschenbroda. Darunter einige Neuntklässler, die das Thema Wahlen gerade in der Schule durchgenommen hatten. „Die kannten sich richtig gut aus“, sagt Maria Berg-Holldack, die das Wahlbüro in der Familieninitiative organisiert hat. Auch über die Direktkandidaten des Landkreises wussten die Schüler Bescheid. Obwohl die, anders als bei der richtigen Wahl, nicht mit auf dem Stimmzettel standen. Für die nächste U18-Wahl in vier Jahren wünscht sich Maria Berg-Holldack noch mehr Wahlbeteiligung. „Es wäre schön gewesen, wenn die Kinder uns die Bude eingerannt hätten“, sagt sie.