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Schüsse am Wilden Mann

Beim Diebstahl zweier Motorräder wird ein polnisches Trio von einem Zeugen beobachtet. Die Polizei nimmt einen Verdächtigen nach dem anderen fest - den letzten vermutlich spektakulärer als geplant.

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Von Alexander Schneider

Dresden.Mehrere Schüsse haben am Dienstagmorgen Anwohner in Trachau aus dem Schlaf gerissen. Ein Polizist hat gegen 5.30 Uhr in der Kalkreuther Straße auf die Reifen eines Renault geschossen. Zeugen wollen drei Schüsse gehört haben. Die Flucht des Autofahrers konnten die Beamten so jedoch nicht verhindern. Sie hatten sich dem Wagen in den Weg gestellt, dann auch geschossen – doch der 19-Jährige am Steuer raste auf die Uniformierten zu und entkam in Richtung Radebeul. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf, doch verloren den Renault irgendwo zwischen August-Bebel- und Einsteinstraße in Radebeul.

Die ganze Nacht hatten die Beamten auf der Lauer gelegen, um drei mutmaßliche Motorraddiebe (19, 38, 49) dingfest zu machen. Die Täter waren einem 44-jährigen Anwohner aufgefallen, der am späten Montagabend kurz vor Mitternacht mit seinem Hund in der Neuländer Straße noch schnell eine Gassi-Runde gedreht hatte. Die drei Verdächtigen kamen aus der Schedlichstraße und schoben ein Motorrad auf ein Spielplatzgelände.

Der Mann wusste sofort, dass da etwas nicht stimmte, und wählte den Notruf 110. Wahrscheinlich hatte er sogar das Krad erkannt, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Als die Beamten wenig später vor Ort mit dem Zeugen sprachen, kam ihnen ein Mann (49) vom Spielplatz entgegen. Die Uniformierten nahmen den Verdächtigen noch in der Neuländer Straße vorläufig fest. In dem Waldstück am Spielplatz fanden sich zwei frisch gestohlene Kräder, eine BMW und eine KTM 390 Duke, die dort offensichtlich auf einen Anhänger verladen werden sollten, so Ulbricht.

Dann stießen die Polizisten auf einen Garagenkomplex an der Kalkreuther Straße, jenseits der Hauptverbindung Moritzburger Land-/Großenhainer Straße. Dort stand der Renault des 49-Jährigen – mit Einbruchswerkzeug und Fahrzeugpapieren des Anhängers. So fügte sich das Puzzle zusammen. Da die Komplizen noch flüchtig waren, überwachten die Beamten das Auto. Gegen 4 Uhr kamen zwei Männer zu dem Renault und legten etwas hinein. Die Beamten nahmen den 38-Jährigen fest, der 19-Jährige jedoch flüchtete. Also observierten die Polizisten den Wagen weiter. Gegen 5.30 Uhr setzte sich der junge Mann in den Renault und wollte verschwinden. So kam es zu den Schüssen und der Verfolgungsfahrt – dabei touchierten die Beamten in ihrem Funkwagen an der Meißner Straße einen Ford. Verletzt wurde niemand, allerdings entstand rund 3 000 Euro Schaden.

Der 19-Jährige raste in ein Waldstück am Heidefriedhof. Im Rahmen einer Suche machte die Polizei ihn in der Nähe an der Moritzburger Landstraße ausfindig. Auch er wurde vorläufig festgenommen. Am Mittwoch entscheidet sich, ob das Trio aus Polen oder nur einzelne Männer verhaftet werden. Mindestens einer der Verdächtigen ist laut Polizei einschlägig bekannt.