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Schütz-Konservatorium darf Stadt-Betrieb werden

Rund 6 000 Kinder musizieren an der Schule. Die Mitarbeiter wollen endlich Sicherheit. Nur noch eine Hürde stand vor der Umwandlung der Musikschule.

Von Andreas Weller

Dresden. Das Heinrich-Schütz-Konservatorium (HSKD) ist die größte Musikschule in Dresden und seit 1996 der Zusammenschluss der Musikschulen von Land und Stadt. Bisher wurde es als Verein geführt, was Unsicherheiten mit sich brachte. Mehrfach stand es vor einem finanziellen Desaster, musste von der Stadt gerettet werden.

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Galopprennbahn Dresden am Sonntag, den 9. August. Schnäppchen für die Großen und Kinderaktionen für die Kleinen - so wird es ein Erlebnis für die ganze Familie.

Die vier Chöre, acht Orchester, Ensembles und Tanzgruppen waren von einem Verein kaum noch zu koordinieren. Für die begehrten Plätze gibt es Wartelisten. Dabei würde die Schule laut Chefin Kati Kasper gerne mehr Kinder unterrichten. Um das alles abzusichern, wird das HSKD nun ein Eigenbetrieb der Stadt. Das hat der Stadtrat Ende September beschlossen.

Allerdings fehlte noch die Zustimmung des Landes. Denn als der Verein gegründet wurde, ging auch das Vermögen der vorherigen Landesmusikschule an diesen über. Allerdings mit einer Rückfallklausel, falls der Verein aufgelöst wird. Die Stadt bemühte sich eine Weile, Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) zu einer Aussage zu bewegen. Nun liegt diese Antwort vor. „Die Vermögensübertragung und Auflösung des Vereins bedarf keiner Zustimmung durch den Freistaat“, schreibt Stange an die Stadt. Dieses Schreiben liegt der SZ vor. Darin heißt es, Stange begrüße die Umwandlung, „haftungsrechtliche Bedenken“ könne sie nicht erkennen. Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) bestätigte den Eingang des Schreibens, die Stadt sei derselben Auffassung wie die Ministerin.

Kati Kasper soll das HSKD für die Umwandlung weiter leiten. Ab Januar ist sie als kommissarische Chefin des neuen Eigenbetriebs vorgesehen. Für die endgültige Leitung muss der Stadtrat dann einen gesonderten Beschluss fassen. Die direkte Verknüpfung mit der Stadt soll vor allem finanzielle Sicherheit bringen. Denn die Musikschule nimmt zwar im Jahr etwas mehr als vier Millionen Euro ein – vor allem aus Elternbeiträgen für den Unterricht – hat aber gut sieben Millionen Euro Kosten. Das bedeutet, sie benötigt rund drei Millionen Euro pro Jahr von der Stadt, die für einen Eigenbetrieb nicht so leicht gestrichen werden können wie für einen Verein.

Das bringt zudem Sicherheit für die 94 Mitarbeiter am HSKD. Diese werden von der Stadt übernommen. Zudem verpflichtet diese sich, die rund 165 freien Musiklehrer ebenfalls weiter zu beschäftigen und die Honorarverträge zu erfüllen. Im Vorfeld war es zu einem Streit gekommen, weil die freien Lehrer deutlich schlechter bezahlt werden. Dann gab es einen Kompromiss, zu dem auch die Stadt steht.