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Schütze von Taubenheim entdeckt?

Spezialkräfte der Polizei sind in Steinigtwolmsdorf bei Bautzen im Einsatz. Sie suchen nach dem flüchtigen Mike Welzel aus Radebeul.

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© Jens Kaczmarek

Von Peter Anderson und Jürgen Müller

Steinigtwolmsdorf. Mit Helmen und schusssicheren Westen ausgestattete Polizisten haben am Montag einen Hof in Steinigtwolmsdorf bei Bautzen umstellt. Die Polizeidirektion Dresden bestätigte gegenüber der SZ Meißen, dass dort nach dem flüchtigen Mike Welzel aus Radebeul gesucht wird. Am Morgen habe es einen entsprechenden Hinweis gegeben. Hubschrauber und Polizeihunde seien im Einsatz. Die Polizeidirektion Görlitz leite die Aktion. Bislang gebe es noch kein Ergebnis. Es werde jedoch weiter gefahndet.

Großeinsatz im leeren Möbelhaus

Spezialkräfte der Polizei waren am Samstag in Taubenheim im Einsatz.
Spezialkräfte der Polizei waren am Samstag in Taubenheim im Einsatz.
In einem leerstehenden Möbelhaus hatte sich ein über Stunden von der Polizei verfolgter Mann geflüchtet,
In einem leerstehenden Möbelhaus hatte sich ein über Stunden von der Polizei verfolgter Mann geflüchtet,
Das weitläufige Gelände von Möbel-Zick ...
Das weitläufige Gelände von Möbel-Zick ...
... war fast den gesamten Samstag weiträumig abgesperrt worden.
... war fast den gesamten Samstag weiträumig abgesperrt worden.
Zuvor war ein Mann aus Radebul vor der Polizie hierher geflüchtet.
Zuvor war ein Mann aus Radebul vor der Polizie hierher geflüchtet.
Bei einem Schusswechsel mit den Beamten, die ihn stoppen wollten, wurde das Auto des Gesuchten getroffen.
Bei einem Schusswechsel mit den Beamten, die ihn stoppen wollten, wurde das Auto des Gesuchten getroffen.
Der BMW wird derzeit vom Kriminaltechnikern noch untersucht.
Der BMW wird derzeit vom Kriminaltechnikern noch untersucht.
Der 43-Jährige Radebeuler konnte in dem Möbelhaus ...
Der 43-Jährige Radebeuler konnte in dem Möbelhaus ...
... allerdings nicht aufgespürt werden.
... allerdings nicht aufgespürt werden.
Wo sich der per Haftbefahl Gesuchte jetzt aufhält, ist unklar.
Wo sich der per Haftbefahl Gesuchte jetzt aufhält, ist unklar.

Am Sonnabend hatte sich der Kriminelle im Landkreis Meißen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und auch auf die Beamten geschossen. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes konnten ihn auf dem unübersichtlichen Gelände des früheren Möbelhauses Zick in Taubenheim nicht ausfindig machen.

Für Polizei und Gerichte in der Region ist der aktuell in Radebeul wohnende Welzel ein alter Bekannter. Er gilt als unbelehrbarer und notorischer Wiederholungstäter. Etliche Male saß der zwischenzeitlich auch in Käbschütztal ansässige Mann schon im Gefängnis, so wegen Diebstahls mit Waffen und Gefängnismeuterei, Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr, Sachbeschädigung, Hehlerei und mehrfach wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Seinem eigenen Facebookprofil zufolge will Welzel als Küchenbauer gearbeitet haben. Fakt ist jedoch, dass er in der Vergangenheit seinen Lebensunterhalt zum Beispiel mit Buntmetalldiebstahl finanzierte. So stahl er vor einigen Jahren vom Betriebshof der Deutschen Bahn in Radebeul Werkzeuge, Kabel, Navigationsgeräte, Schlüssel für 28 Fahrzeuge, 108 Batterien, Schienen, Fußplatten und vieles mehr im Gesamtwert von über 12 000 Euro. Außerdem entwendete er einen Mercedes-Transporter, mit dem das Diebesgut weggefahren wurde. An dem hatte er falsche Kennzeichen angebracht.

Der Fall ist einer von vielen, die sich in den Gerichtsakten des 43-Jährigen finden. Auch dass ihm schon 2006 die Fahrerlaubnis entzogen wurde, er mehrere Haftstrafen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis abbrummte, stört ihn überhaupt nicht. Er fährt munter weiter und wird dabei häufig erwischt.

Das Motiv für seine Taten ist immer das gleiche: Der Radebeuler ist schwer drogenabhängig, braucht Geld, um seine Sucht zu finanzieren. Sein Arbeitslosengeld II, das der gelernte Tierzüchter bekommt, reicht da bei weitem nicht aus. Über Jahre hinweg nimmt er Rauschgift, vor allem Crystal, ungefähr zwei Gramm pro Tag. „Erst habe ich nur am Wochenende konsumiert. Dann wurden die Wochenenden immer länger“, sagt er.