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Schützt die Menschen!

Steffen Gerhardt über die Erwartungen der Leute an die Politik

© SZ Thomas Eichler

Steffen Gerhardt

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Das war mal gut gedacht. Nachdem der Wolf Deutschland für sich wiederentdeckt hat, ihn unter Schutz zu stellen – und das auch per Gesetz festzuschreiben. Aber die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen ängstigt sich der Wolf die Oberlausitz. Eltern in den Dörfern machen sich immer mehr Sorgen, ob sie ihre Kleinen noch draußen spielen lassen können. Im August sorgten zwei (mögliche) Wolfsrisse beim Kindergarten in Uhsmannsdorf für Aufsehen. Einen Monat später hat es in Kodersdorf eine Familie dreimal hintereinander erwischt. Zwar werden die Schäden an den Nutztieren ersetzt, aber nicht die in den Seelen der Menschen. Am Mittwoch will sich der Kreistag mit dem Wolf beschäftigen. Das ist gut so, und auch höchste Zeit. Denn nicht nur die Kodersdorfer Familie fordert die Politik auf, gegen die rasche Vermehrung des Raubtieres etwas zu unternehmen. Das Land reagiert inzwischen auch. Es will einzelne Wölfe aus jedem sächsischen Rudel mit einem GPS-Sender versehen, um deren Wanderverhalten zu dokumentieren – und um hoffentlich die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Wobei die Ministerien nur mal mit den Menschen in der Oberlausitz reden müssten. Dann wüsste man schon, wo der Wolf unterwegs ist, ohne ihm teure Technik um den Hals zu binden.

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