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Alte Kita weicht neuem Bürgerzentrum

Rothenburg startet mit seinen drei größten Bauprojekten in eine neue Phase. Im Mai wird schon vieles klarer.

Seit ein paar Tagen läuft der Abriss des alten Kindergartens in der Martin-Ulbrich-Straße.
Dies ist Voraussetzung dafür, dass hier das neue Rothenburger Bürgerzentrum entstehen kann.
Seit ein paar Tagen läuft der Abriss des alten Kindergartens in der Martin-Ulbrich-Straße. Dies ist Voraussetzung dafür, dass hier das neue Rothenburger Bürgerzentrum entstehen kann. © André Schulze

Lange Zeit wurden Daten gesammelt, Wünsche eingeholt, mit Erfordernissen abgeglichen und alles zusammen in Projekte geschnürt. Nun geht es in Rothenburg mit der Verwirklichung des neuen Bürgerzentrums, des zentralen Schulstandortes und der zugehörigen Sporthalle auch baulich weiter.

Zehn Jahre Leerstand wird mit Abriss beendet

Die Zeiten, als der lange vor der Wende errichtete Plattenbau in der Martin-Ulbrich-Straße noch von Kindern bevölkert wurde, sind lange vorbei. Die tummeln sich längst im "Sonnenhügel", nur ein paar Meter von der alten Stelle entfernt. Nach ihnen war das Objekt Standort einer Bildungseinrichtung. Auch die Tafel betrieb hier vorübergehend eine Ausgabestelle. Schließlich hatte sich die kommunale Wohnungswirtschaft eingerichtet.

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Doch seit mehr als zehn Jahren steht das Gemäuer leer. Und verfällt. Seit ein paar Tagen wird nun wieder gewerkelt - allerdings nicht, um das Haus aufzupeppen, sondern es gänzlich zu entsorgen. Die Rothenburger Stadträte hatten wegen der Corona-Krise im April zwar auf eine Sitzung verzichtet, den Auftrag dazu aber im Umlaufverfahren an die SBR Sortier- und Baustoffrecycling Görlitz GmbH aus Schöpstal vergeben. Die gleiche Firma, die bereits den Abbruch der alten Mittelschule an der Jahnstraße im vergangenen Jahr durchgeführt hatte.

Vögel durften hier schon nicht mehr brüten

Seit längerer Zeit schon wird der Abriss vorbereitet. So musste in Abstimmung mit dem Umweltamt des Kreises auf dem Dach des Gebäudes eine Folie angebracht werden. "Das sollte dazu dienen, fassadenbrütende Vogelarten an ihrem Brutgeschäft zu hindern", erklärt Daniel Czerny, der in der Stadtverwaltung für die Betreuung der für Rothenburg so wichtigen Bauprojekte zuständig ist.

In einem ersten Schritt werde aktuell alles entkernt, was nicht zum Rohbau der alten Kita gehört. "Das sind Elektroleitungen, Wasser- und Heizungsrohre, auch die Fenster." Um nicht beim Abbruch der Zwischendecken eine böse Überraschung wie in der alten Mittelschule zu erleben, seien Probeaufbrüche vorgenommen worden, erläutert Czerny. In der Jahnstraße war Granulat aus Recyclinggummi entdeckt worden, das separat und kostenaufwändig entsorgt werden musste.

Baureifes Land fürs Bürgerzentrum bis Ende Juni

Der tatsächliche Rückbau des Objektes beginnt in circa drei Wochen von der Ostseite aus, wo der frühere Edeka-Markt noch immer ein Schandfleck im Stadtbild ist. "Die Wand an der Westseite bleibt bis zuletzt stehen und soll als eine Art Schutzschild vor Lärm und Schmutz dienen", erklärt der Experte aus dem Rathaus. Die Anwohner seien über die anstehenden Arbeiten informiert worden.

Zudem habe man festgelegt, dass in der Zeit des Mittagsschlafes der "Sonnenhügel"-Kinder nichts Lärmintensives auf dem Nachbargrundstück passieren darf. Ziel ist es, mithilfe der über das Brachenprogramm des Freistaates zur Verfügung gestellten Förderung von knapp 132.000 Euro und weiteren Eigenmitteln der Stadt bis Ende Juni baureifes Land herzustellen, auf dem dann das neue Bürgerzentrum entstehen kann.

Erster Entwurf der Gebäudestruktur der Schule

In Vorbereitung der Arbeiten für das Schulzentrum an der Uhsmannsdorfer Straße hat der Stadtrat - ebenfalls im Umlaufverfahren - den Weg für ein Dresdener Architektenbüro freigemacht, das sich um die Begleitung von vier europaweiten Ausschreibungen kümmern soll. Damit sollen Fachplaner für die Bereiche Heizung/Lüftung/Sanitär sowie Elektro, Statik und Brandschutz gefunden werden. "Als Stadt wären wir allein gar nicht in der Lage dazu, deshalb mussten wir eine externe Firma damit beauftragen.

Denn alle Teilprojekte müssen möglichst gleichzeitig vorliegen, damit der Bau dann starten kann", erläutert Daniel Czerny. Bei der nächsten Sitzung des Stadtrates am 13. Mai, die wegen der besonderen Corona-Bedingungen um 18 Uhr im Audimax der Polizeihochschule stattfindet, wird das bereits mit dem Gebäudeentwurf beauftragte Architektenbüro seine Vorstellungen zum Aussehen und der Struktur des künftigen Schulgebäudes präsentieren. So werden erste Anhaltspunkte zur Größe, der Geschossigkeit und Grundfläche erwartet, insgesamt also ein Entwurf des Raumprogramms.

Für Sporthalle wird noch Architekt gesucht

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Das Sporthallen-Projekt ist noch nicht ganz so weit. Laut Daniel Czerny steht der Teilnahmewettbewerb zum Vergabeverfahren für Architekten kurz vor dem Abschluss. Hier werde dann als nächstes die Abgabe von Angeboten erwartet. Die Stadt Rothenburg ist zur Umsetzung der drei Großvorhaben quasi gezwungen, weil die Hochschule der sächsischen Polizei an der Friedensstraße das Gelände zugeschlagen bekommen hat, auf dem früher das Bürgerzentrum stand und jetzt noch die Oberschule ansässig ist.

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