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Schulanmeldung wird neu geordnet

Nach nur einem Jahr rückt die Stadt Kamenz von zu viel Wahlrecht der Eltern wieder ab. Angemeldet wird im Rathaus – und ein Zweitwunsch nicht mehr abgefragt.

© dpa

Von Frank Oehl

Kamenz. Vor einem Jahr hat die Stadt Kamenz die Grundschuleinzugsbezirke abgeschafft und dies als Revolution im Sinne einer qualifizierten Elternmitsprache gefeiert. Das ist leider etwas in die Hose gegangen, weil die freie Wahl der um das Wohl ihrer Schützlinge besorgten Mütter und Väter vor allem auf die einzügigen Grundschulen am Gickelsberg und in Wiesa gefallen ist und nicht ausreichend auf die dreizügige Schule am Forst. Viele Eltern wünschen sich halt die naturnahe Beschaulichkeit einer Kita auch für ihre Erstklässler, was sich auch darin niederschlug, dass auch viele Zweitwünsche nicht die größere Wohnortnähe, sondern die geringere Einrichtungsgröße widerspiegelten. Im Ergebnis mussten viele Eltern mit Nachdruck auf die Neubauschule umgelenkt werden, was natürlich hier und da für einige Missstimmung gesorgt hat.

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Das will die Stadt ab sofort vermeiden. Indem das freie Schulwahlrecht wieder eingeschränkt wird. Natürlich können die Eltern weiter die favorisierte Grundschule im Stadtgebiet angeben, aber keinen Zweitwunsch mehr. Die Verteilung obliegt dem Schulträger, also der Stadt, die sich mit der Schulaufsichtsbehörde und den drei Schulleiterinnen in Kamenz auf die Klassenbildung verständigt. Dabei kommt es nicht auf den Zeitpunkt der eiligen Anmeldung an, sondern nur auf drei Kriterien: erstens die Kapazität der jeweiligen Schule, zweitens die Geschwisterkinder der Klassen 1 bis 3 und drittens die Wohnortnähe. „Ein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Grundschule besteht nicht“, hieß es am Montag ganz unmissverständlich im Verwaltungsausschuss des Stadtrates.

Und genau dies wird nun sogar mehr als symbolisch untermalt: Ab sofort wird nämlich nicht mehr in den Schulen angemeldet, sondern im Standesamt im Rathaus, wo die Schulsekretärinnen die Formulare (mit dem einen Kreuz) quasi ganz schulunabhängig entgegennehmen. Dies geschieht erstmals am 27. August ab 9 Uhr und dann bis 30. August, 18 Uhr, zu den amtlichen Rathausöffnungszeiten. Stadtsprecher Thomas Käppler: „Und es ist auch nicht nötig, sich am Sonntagabend mit dem Schlafsack vor das Rathaus zu legen.“ Bis Ende September soll die Klassenbildung der ABC-Schützen für 2019 abgeschlossen sein, heißt es. Und die Gespräche mit den Eltern der „umzuleitenden Schulanfänger“ finden dann bis Ende November statt.