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Schuster trainiert Aue

Der Fußball-Zweitligist aus dem Erzgebirge präsentiert den Nachfolger von Daniel Meyer. Der Neue kehrt voller Tatendrang in seine alte Heimat zurück.

Dirk Schuster verliert nach der Präsentation keine Zeit.
Dirk Schuster verliert nach der Präsentation keine Zeit. ©  dpa/Robert Michael

Aue. Der neue Trainer wollte keine Zeit verlieren. Noch vor seiner Präsentation stattete Dirk Schuster seiner Mannschaft einen Besuch in der Kabine ab. "Ein paar Jungs kenne ich persönlich, aber als Außenstehende können wir den Charakter sowie die fußballerischen Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler nicht 100-prozentig beurteilen. Deswegen ist es wichtig, dass wir gleich auf dem Übungsplatz stehen", sagte der 51-Jährige, der beim Zweitligisten Erzgebirge Aue einen Vertrag bis 2022 bekommt.

"Als ich das Ortseingangsschild passiert habe, hatte ich sofort ein gutes Gefühl, richtig viel bewegen zu können. Es geht jetzt darum, dass wir alle an einem Strang ziehen - von der Putzfrau bis zum Präsidenten. Die zweite Liga muss unsere Heimat bleiben", sagte Schuster, der auf die Frage, warum er das Angebot angenommen hat, mit einer Gegenfrage antwortete: "Warum nicht? Es ist toll, was in den vergangenen Jahren entstanden ist. Als ich früher als Spieler in Aue aufgelaufen bin, war das Stadion eine bessere Bruchbude. Inzwischen ist ein Schmuckkästchen mit einem geilen Rasen und einem Nachwuchsleistungszentrum entstanden. Deshalb haben ich und mein Assistenzcoach nicht lange gezögert, die Herausforderung anzunehmen."

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Der Nachfolger des am 19. August beurlaubten Daniel Meyer kann auf die Erfahrung von 48 Erst- und 73 Zweitliga-Partien zurückgreifen. "Wir wollten ein Highlight setzen und einen routinierten Trainer mit Stallgeruch verpflichten, der die Mannschaft weiterentwickeln kann. Das ist uns mit Dirk Schuster gelungen", sagte Klubboss Helge Leonhardt. "Er kennt die Ausgebufften und Braven, weiß, wie man im Fußballgeschäft agieren muss. Wir haben jetzt einen schlagkräftigen Trainerstab mit hoher Kompetenz."

Schuster bringt mit Sascha Franz seinen langjährigen Co-Trainer mit ins Erzgebirge. Interims-Coach Marc Hensel kehrt wieder auf seine Position als Co-Trainer zurück. Nach der Präsentation stand die erste gemeinsame Übungseinheit auf dem Programm. Dem neuen Trainergespann bleiben sechs Tage Zeit, um die Mannschaft auf das nächste Spiel am Sonntag bei Holstein Kiel vorzubereiten. "Wir wollen alle in die gleiche Richtung marschieren und weiter die Tugenden verkörpern, die für Erzgebirge Aue typisch sind: ein großes Herz, Kampf, Leidenschaft, aber auch mutiger Fußball nach vorn. Wenn wir das alles richtig umsetzen, dann sind wir auch erfolgreich", sagte Schuster.

Er hat für die DDR und Deutschland gespielt

Die Karriere als Fußballer begann für ihn in seiner Heimatstadt beim FC Karl-Marx-Stadt. Seine erfolgreichste Zeit feierte er beim Karlsruher SC. Unter anderem war der ehemalige Verteidiger am Wunder vom Wildpark 1993 beteiligt, als der KSC den FC Valencia mit 7:0 im Europapokal besiegte. Als einer der wenigen Spieler schaffte er es, für die Nationalteams der DDR (viermal) und der Bundesrepublik (dreimal) aufzulaufen.

Als Trainer machte Schuster sich einen Namen, als ihm mit dem SV Darmstadt 98 von 2013 bis 2015 der Aufstieg aus der dritten in die erste Liga gelang. Die Hessen stellten ihn im Februar nach einer Negativserie von nur einem Erfolg aus zehn Spielen frei.

In Aue übernimmt er eine intakte Mannschaft, die mit sieben Punkten auf dem fünften Tabellenplatz rangiert. "Die bisherige Ausbeute ist ein gutes Fundament für die nächsten Aufgaben. Ich möchte gleichzeitig etwas warnend den Finger heben. Es sind erst wenige Spiele absolviert. Das Hauptaugenmerk muss darauf liegen, dass wir auch nächstes Jahr wieder schönen Zweitliga-Fußball in Aue sehen können", sagte Schuster. (dpa)

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