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Schutz vor Hochwasser und Starkregen

Der Speicher Reichenbach soll künftig das Rehbocktal schützen, am Gewerbegebiet Röhrsdorf wird der Speicher vergrößert.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

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Klipphausen. Der Speicher Reichenbach, in den das Riemsdorfer Wasser fließt, soll in diesem und im kommenden Jahr fit für den Hochwasserschutz gemacht werden. Dabei handelt es sich um die mit Abstand größte noch ausstehende Baumaßnahme, um Schäden des Hochwassers 2013 zu beseitigen. Dafür sollen nach Auskunft von Bürgermeister Gerold Mann (parteilos) insgesamt 1,478 Millionen Euro aufgewandt werden. Das Geld kommt vollständig aus dem gemeinsamen Programm von Bund und Freistaat Sachsen zur Beseitigung der 2013er Hochwasserschäden.

Der Gemeinderat Klipphausen beschloss auf seiner Sitzung am Dienstagabend in Groitzsch, den Auftrag für die Baufeldvorbereitung in Höhe von 177 777 Euro (brutto) an die Firma Hoch- und Tiefbau Dresden GmbH zu vergeben.

Nach Auskunft von Bürgermeister Mann werden bis Ende Februar zunächst die auf dem Beckengrund gewachsenen Büsche und kleinen Bäume beseitigt. Mit den großen Lehmbergen, die an der Straße nach Reichenbach zwischengelagert sind, soll später der Damm des Speichers, der ursprünglich zu Bewässerungszwecken für die umliegenden Äcker angelegt worden war, abgedichtet werden. Der Speicher wird nicht mehr vollständig gefüllt, sondern soll als Rückhaltebecken dienen, um bei Hochwassern oder Starkregen das Rehbocktal zu schützen. Der dortige Campingplatz war beim Hochwasser 2002 durch das extrem angeschwollene Riemsdorfer Wasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Auf einem Viertel der Speicherfläche soll der Schlamm abgetragen werden und so eine Wasserfläche von etwa 200 Quadratmetern und einer Tiefe von maximal einem Meter zum Rückzug für Reptilien und andere Tiere entstehen. Am Speicher selbst werden das Pumpenhaus, das Tosbecken und das Ablassbauwerk zurückgebaut. Mit dem erwähnten Lehm soll die festgestellte Unterströmung, also Undichtigkeit, des Dammbauwerkes beseitigt werden. Zudem sollen Schäden an der Zufahrt; den Betriebswegen und den zugehörigen Anlagen wie Kanälen und Schachtbauwerken repariert werden.

Der Boden des Speichers selbst soll einen tragfähigen Untergrund erhalten. Das künftige Hochwasserrückhaltebecken Reichenbach wird ein Fassungsvermögen von rund 75 000 Kubikmetern haben. Bereits im vergangenen Jahr ist die Vorsperre für den Speicher fertiggestellt worden. Sie fasst 9 000 Kubikmeter Wasser und dient dazu, die Erde, die von den umliegenden Felder ins Riemsdorfer Wasser gelangt, zu sammeln, damit diese später wieder auf den Äckern ausgebracht werden kann. Dafür sind rund 1,5 Millionen Euro aufgewandt worden.

Mit der Erweiterung des Regenrückhaltebeckens am Gewerbegebiet Röhrsdorf wird derzeit in der Gemeinde Klipphausen ein zweiter Wasserspeicher gebaut. Ursprünglich nur für 230 Kubikmeter ausgelegt, wird der derzeit auf rund 1 100 Kubikmeter vergrößert und damit das Fassungsvermögen fast verfünffacht. Dafür hat der Gemeinderat jetzt einer überplanmäßigen Ausgabe von gut 82 000 Euro zugestimmt, insgesamt soll das Regenrückhaltebecken, das sich unmittelbar am Gewerbegebiet Röhrsdorf befindet, 250 000 Euro kosten.

Die Erweiterung ist notwendig geworden, weil erst im vergangenen Jahr seitens der Unteren Wasserbehörde die entsprechenden Berechnungen zur Verfügung gestellt worden sind. „Das Regenrückhaltebecken soll den Dorfbach Röhrsdorf vor Überlastung schützen“, erklärt Bürgermeister Mann den Sinn des Unternehmens.

Das Regenrückhaltebecken wird als Erdbecken errichtet, wobei steile Böschungen mit Wasserbausteinen im Blocksteinsatz ausgeführt werden. Außerdem wird die Beckensohle des Dauereinstaus, der 350 Kubikmeter beträgt, mit in Beton verlegtem Granit-Großpflaster befestigt. Die Beckenzufahrt für spätere Wartungsarbeiten wird mit einer Asphalt-Tragschicht befestigt. Im Mai soll das Becken fertig sein.