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Weißwasser

Schwache Füchse ohne Chance in Bad Tölz

Nach einem katastrophalen ersten Drittel ist das Spiel fast schon entschieden. Für eine Aufholjagd reicht es danach nicht.

Hier kann FüchseTorwart Mac Carruth vor dem Tözer Manuel Edfelder klären, aber insgesamt konnte der bislang so starke Rückhalt der Füchse diesmal nicht überzeugen
Hier kann FüchseTorwart Mac Carruth vor dem Tözer Manuel Edfelder klären, aber insgesamt konnte der bislang so starke Rückhalt der Füchse diesmal nicht überzeugen © Titus Fischer

Die Lausitzer Füchse haben keine Punkte aus Bad Tölz mitgebracht, unterlagen nach einer insgesamt schwachen Lestuung mit 5:1 (3:0, 1:0, 1:1). Vor allem die Leistung der Füchse im ersten Drittel war unterirdisch.

„Kämpfen, Füchse, kämpfen“, sangen die Füchse-Fans zu Beginn des zweiten Drittels. Zu dieser Aufforderung hatten die mitgereisten Anhänger alles Recht, denn sie hatten zuvor die wohl schwächsten 20 Minuten dieser Saison ihrer Mannschaft gesehen. Die Zahlen nach dem ersten Drittel brachten das klar zum Ausdruck : 3:0, 16:3 Torschüsse und 9:0 (!) Bullygewinne, natürlich alles für Bad Tölz. Die Füchse waren in wirklich allen Belangen unterlegen: läuferisch, Handlungsschnelligkeit, Passgenauigkeit, auch auf der Torwartposition. Dabei hatte das Spiel noch ganz manierlich begonnen – mit zwei Überzahlspielen, nachdem die kleinlich pfeifenden Schiedsrichter zwei Bad Tölzer vom Eis geschickt hatten. Aber die Füchse wussten damit nichts anzufangen, hatten sogar erhebliche Probleme, ins Drittel der Gastgeber zu kommen. Die größte Chance hatten auch da schon die Gastgeber, als sie nach einem Missverständnis bei den Füchsen in deren Drittel an den Puck kamen.

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Dann zeigten die Gastgeber, wie es geht: Als sie eine Überzahl zugesprochen bekamen, benötigten sie ganze vier Sekunden für das 1:0. Sie gewannen das Bully, Dibelka legte quer und der Tölzer Topscorer traf aus wenigen Metern durch die Schoner von Carruth (7.). Danach blieben die gar nicht so berauschenden Gastgeber klar überlegen, Füchse-Offensivaktionen gab es kaum, und Torwart Mac Carruth stand unter Beschuss. Als schon der Gedanke aufkam, dass der Spielstand das bislang beste sei, schlugen die Bad Tölzer noch zweimal zu. Erst ließ Torwart Carruth einen eher harmlos wirkenden Schuss nach oben prallen, die Füchse-Verteidiger schafften es zu zweit nicht, Dibelka vor dem Tor auszublocken, der den Puck aus der Luft zum 2:0 ins Tor beförderte (17.). 20 Sekunden später stand es 3:0. Diesmal musste Carruth einen Flachschuss flach nach vorn prallen lassen, der Tölzer Shawn Weller staubte ab und richtete seinen Blick nach oben. Der Kanadier hatte in der vergangenen Woche seinen besten Freund verloren, der in seiner Heimat mit dem Motorrad verunglückt war. Weller hatte am Wochenende geschockt ausgesetzt und traf nach seiner Rückkehr sofort wieder. Auch danach hatten die Tölzer noch zwei, drei richtig gute Chancen. Die Füchse mussten froh sein, dass es „nur“ mit einem 0:3 in die Pause ging.

Im Mitteldrittel waren die Füchse deutlich verbessert und erspielten sich eine ganze Reihe Chancen. Aber der Puck wollte einfach nicht ins Tor, egal ob sich George, Hammond (ein Abpraller von ihm ging äußerst knapp vorbei) Farmer oder nochmals George (Torwart Martinovic rettete hinter seinem Rücken) versuchte. Auf der anderen Seite hatten aber auch die Gastgeber riesige Chancen. Eien Aufholjagd wurde auch dadurch erschwert, dass die Schiedsrichter ihre kleineliche Linie beibehielten und die Füchse viermal in Folge auf die Strafbank schickten. Das 4:0 durch Kiefersauer, der mit einem einzigen Querpass von Dibelka völlig frei gespielt wurde, raubte den Füchsen die wohl letzte Hoffnung, noch etwas mitnehmen zu können (37.). Danach hatten die Gastgeber eine weitere Riesenchancen, als sie den Innenpfosten trafen und beim Abpraller das leere Tor verfehlten.

Zu Beginn des Schlussdrittels vergaben erst die Gastgeber eine Riesenchance, als der Puck vor dem leeren Tor auf der Linie tanzte, aber im Gegenzug kamen die Füchse zum Ehrentreffer. Reichel brachte die Scheibe im Fallen zu Mike Hammond, der aus relativ spitzem Winkel in die lange Ecke traf, wo Martinovic eine kleine Lücke gelassen hatte. Da war eigentlich noch genügend Zeit, zumal die Füchse danach ihre dritte Überzahlchance bekamen. Aber auch da gelang nichts, die bessere Chance hatten die Tölzer, als MacNeely nach einem Füchse-Fehler allein durch war, aber an Carruth scheiterte. Danach hatten die Füchse bei einem Pfostentreffer der Tölzer im Nachsetzen Glück. Auf der anderen Seite vergab Robert Farmer eine Riesenchance für die Füchse. Gegen mehr riskierende Füchse hatten die Bayern danach mehrere Riesenchancen, scheiterten aber immer wieder an Carruth. Als Timo Gams vor dem Tor gefoult wurde, gab es Penalty für die Gastgeber. Auch da hielt Carruth. Auch als die Füchse in einer weiteren Überzahl Torwart Mac Carruth vom Eis nahmen, brachte das nichts, Monteith traf nur den Pfosten. Die Füchse ließen den Torwart vom Eis, die Tölzer verfehlten zweimal aus relativ kurzer Entfernung das leere Tor, bevor Weller von der Mittellinie den Sack endgültig zumachte.

Statistik

Tölzer Löwen – Lausitzer Füchse 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)

Tore: 1:0 Marco Pfleger 6:47 (Überzahl: Dibelka, MacKenzie)
2:0 Lubor Dibelka 16:25 (Weller, Edfelder)
3:0 Shawn Weller 16:44 (Reiter, MacKenzie)
4:0 Christoph Kiefersauer 36:23 (Gams, Dibelka)
4:1 Mike Hammond 41:48 (Reichel, Strodel)
5:1 Shawn Weller 56:39 (Empty Net, MacKenzie, Dibelka)

Tölzer Löwen
Tor: Sinisa Martinowic
Abwehr: Eberhardt, Sasa Martinovic – Bednar, MacKenzie – Edfelder, Schwarz – Heinzinger
Sturm: Weller, Reiter, McNeely – Sedlmayr, French, Pfleger – Kiefersauer, Dibelka, Schlager – Gams, Tusto

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Mik, Pozivil – Kania, Granz – Monteith, Karrer
Sturm: George, Hammond, Breitkreuz – Murphy, Farmer, Boiarchinov – Schwamberger, Streu, Andres – Kuschel, Reichel, Strodel

Schiedsrichter: Patrick Altmann, Dominic Erdle
Strafen: Bad Tölz 8, Füchse 8
Zuschauer: 3.122