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Schwäne fressen jungen Raps von den Feldern

Die Heidefarm Sdier in Großdubrau weiß sich keinen Rat mehr. Hunderte der weißen Tiere belagern die Felder. Der Schaden ist enorm.

Von Kerstin Fiedler

Gerd Nitsche ist Bereichsleiter der Heidefarm in Särchen. Er hat keinen weiten Weg, um auf dem Rapsfeld Hunderte von Schwäne anzutreffen. Doch er ist machtlos. „Wir können relativ nahe heranlaufen an die Tiere, dann fliegen sie kurz auf, setzen sich aber wenige Meter weiter wieder hin“, sagt Gerd Nitsche. Auch der tuckernde Traktor mit dem Anhänger fährt nahe an den Schwänen vorbei – keine Reaktion. „Im vorigen Jahr hatten wir durch die Schwäne und auch die Wildgänse einen Schaden von 18800Euro“, sagt der Vorsitzende der Heidefarm, Dietrich Hesse. Deshalb gab es jetzt eine Zusammenkunft mit den Jägern.

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Ministerium informiert

Lutz Gottlöber von der Jagdgenossenschaft Klix/Guttau kennt das Problem. „Schwäne sind keine geschützte Art. Sie könnten geschossen werden“, sagt er. Doch er sagt auch „Können Sie sich vorstellen, was hier für ein Aufschrei losgeht, wenn die Bürger das sehen?“

Bereits im vergangenen Jahr gab es einen Schriftwechsel mit dem Umweltministerium. Darin schilderte die Heidefarm das Problem. „Es wird für uns alles teurer. Düngemittel kosten dieses Jahr dreimal so viel wie 2008. Im Gegenzug sind die Preise für unsere Produkte im Keller. Wie lange sollen wir das noch aushalten“, fragt Dietrich Hesse. Das Ministerium verweist auf das Wildgänsemanagement, das es seit 2006 gibt. Doch darin wird auch nur festgestellt, dass es für Schäden, die durch Gänse und Schwäne verursacht werden, keine Entschädigung gibt. „Wenn der Jäger Bedenken hat, Schwäne zu schießen, muss die Bevölkerung für das Problem der Landwirte sensibilisiert werden“, sagt Ministeriumssprecher Andreas Kunze. Er verweist auf das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit Außenstelle in Kamenz. „Als untere Behörde sind die Mitarbeiter in Kamenz für die Landwirte und Jäger Ansprechpartner“, sagt Andreas Kunze.

„Wir kennen das Problem mit den Schwänen und Wildgänsen“, sagt Christoph Georgi, stellvertretender Leiter der Behörde in Kamenz. Eine Lösung haben die dortigen Mitarbeiter jedoch auch nicht. „Ich denke, hier muss das Ministerium zu einer Gesprächsrunde einladen, um einen Weg für die Landwirte zu finden“, sagt Georgi.

Vorschlag: Eier anstechen

Die Jäger haben jetzt einen Vorschlag unterbreitet. „Es war auch schon früher üblich, Schwaneneier in den Nestern anzustechen, um so den Bestand zu vermindern. Normalerweise hat ein Schwanenpärchen bis zu sechs Junge. „Das bedarf aber einer Ausnahmegenehmigung, weil es sich hier um einen Eingriff in den Brutbestand handelt“, sagt Dirk Weis vom Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft.

Im Schilf, wo die Schwäne brüten, sind noch andere Tiere. Auch die Teichpächter müssen bei solch einem Vorgehen gefragt werden. „Da das Problem nicht nur auf das Biosphärenreservat beschränkt ist, muss eine generelle Lösung auch in Absprache mit den Naturschutzverbänden für Sachsen gefunden werden“, sagt DirkWeis. Er nennt ein weiteres Problem. „Im Winter haben wir hier den nordischen Singschwan. Im Gegensatz zum Höckerschwan ist der geschützt, darf auch nicht geschossen werden“, sagt Dirk Weis.