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Bischofswerda

Fehlalarm am Schwanenteich

In Bischofswerda riefen Spaziergänger mehrfach die Feuerwehr, weil sie dachten, die Vögel seien festgefroren. Tierschützer haben einen guten Rat.

Ein Schwan dreht auf dem Horkaer Teich in Bischofswerda seine Runde. Das Foto entstand, bevor Teile des Teiches zugefroren sind.
Ein Schwan dreht auf dem Horkaer Teich in Bischofswerda seine Runde. Das Foto entstand, bevor Teile des Teiches zugefroren sind. © Steffen Unger

Bischofswerda. Gut gemeint ist nicht in jedem Fall auch gut gehandelt. Mancher Spaziergänger, den es in den vergangenen Tagen zum Horkaer Teich in Bischofswerda zog, beobachtete die Schwäne und sah, dass die Tiere scheinbar regungslos auf dem Eis saßen. Möglicherweise, so ihre Vermutung, seien die Vögel festgefroren. Um Hilfe zu holen, riefen sie Feuerwehr. Nach SZ-Informationen rückte die in mindestens drei Fällen bisher an, einmal sogar begleitet von Polizei und Ordnungsamt. In jedem Fall ein Fehlalarm! „Für die Schwäne bedeuten solche Einsätze Stress pur. Denn natürlich kommen wir mit Blaulicht, weil wir nicht wissen, was uns vor Ort erwartet“, sagt Ortswehrleiter Thomas Woletz. In der Regel fahren in solchen Fällen zwei Kameraden raus, um die Lage zu sondieren. Es kann aber auch sein, dass ein ganzer Trupp mit acht Feuerwehrleuten geschickt wird.

Nach Einschätzung des Bischofswerdaer Tierschutzvereines werden die Schwäne durch jeden Menschenauflauf verunsichert. „Kurzzeitig haben sie den Teich sogar auch schon verlassen“, sagt die Vereinsvorsitzende Manja Gumpert. Und sie klärt auf zum Thema Wassergeflügel im Winter. „Enten und Schwäne frieren nicht fest; ihre Füße sind speziell darauf ausgerichtet, dass das nicht passiert“, sagt sie. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem plötzlichen Temperatursturz von 20 Grad im Minusbereich, könne so etwas geschehen. „Schwäne halten Winterruhe und fahren den Energieverbrauch herunter, um Kraft für den Frühling zu sammeln. Deshalb bewegen sie sich sehr wenig und es sieht so aus, als ob sie krank wären. Doch dieser Eindruck ist falsch“, betont Manja Gumpert, und sie bittet Spaziergänger darum, keine Eisklumpen, Steine oder Stöcke nach den Schwänen zu werfen, da das für die Tiere am und im Teich traumatisierend sei. „Leider ist das schon oft passiert“, sagt die Vereinsvorsitzende aus Erfahrung. Wer es trotz der Warnung macht, riskiert eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

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Wildtiere nicht füttern

Nicht nur bei den Schwänen offenbart sich zum Teil falsch verstandene Tierliebe. Auch bei der Fütterung, die aus Sicht der Tierschützer meist nicht nur überflüssig ist, sondern sogar schädlich sein kann. Manja Gumpert berichtet unter Berufung auf den Teichpächter, das über den Winter „tonnenweise“ altes Brot in den Horkaer Teich geworfen werde. Dadurch könne sich das Mikroklima im Gewässer verändern und die Fische darin, in der Mehrzahl Karpfen, können qualvoll verenden. Auch für Enten und Schwäne ist Brot kein geeignetes Futtermittel, da sie dadurch krank werden. „Vögel verdauen Brot schlecht“, sagt Manja Gumpert. Ihr Tipp: Besser gar nicht füttern oder nur mit geeignetem Futter. Die Mitglieder des Tierschutzvereins stehen gern mit ihrem Rat zur Seite, welches Futter geeignet ist. „Wir möchten dringend bitten, dass die Tiere in Ruhe gelassen werden. Das gilt natürlich auch für andere Teiche.“ Schwäne sind Wildtiere und damit durch das Jagdrecht geschützt. Natürlich helfen Menschen, wenn Tiere in Not sind; bei Schwänen beispielsweise der zuständige Jagdpächter oder auch der Tierschutzverein. „Wir leiten dann weitere Maßnahmen ein, die erforderlich sind“, sagt die engagierte Tierschützerin. (SZ)

Der Tierschutzverein Bischofswerda ist unter Telefon 0162 1910474 oder 0162 2877567 zu erreichen.

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