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Schwedens Polizei verschweigt Straftaten von Flüchtlingen

Das Land hat einen neuen Skandal. Die Polizei soll systematisch sämtliche Fälle, in die Flüchtlinge als Opfer oder Täter verwickelt waren, entgegen dem rechtsstaatlichen Öffentlichkeitsprinzip verheimlicht haben, enthüllte die Zeitung Svenska Dagbladet.

Von André Anwar, Stockholm

Schweden hat einen neuen Skandal. Die Polizei soll systematisch sämtliche Fälle, in die Flüchtlinge als Opfer oder Täter verwickelt waren, entgegen dem rechtsstaatlichen Öffentlichkeitsprinzip verheimlicht haben, enthüllte die Zeitung Svenska Dagbladet.

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Gemessen an seiner Einwohnerzahl von rund 9,8 Millionen Menschen zählt Schweden zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Asylbewerbern. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 163 000 Flüchtlinge. Doch von zahlreichen Zwischenfällen, etwa in Asylheimen, war bis auf Einzelfälle so gut wie nichts bekannt. Das lag an einer Geheimhaltungsverordnung der Polizei, aber auch den in Schweden politisch korrekten Medien.

Nach der Ermordung einer 22-jährigen Asylantenheimhelferin durch einen Flüchtling in der vergangenen Woche und Ausschreitungen in Stockholm am Wochenende, bei denen rund 30 Maskierte Jagd auf südländische Menschen machten, hat Svenska Dagbladet nun berichtet, dass die Polizei alle Vorfälle mit Flüchtlingen geheim hält. Unter dem im Oktober eingeführten Sammelaktenzeichen R 291 wurden gut 5000 Vorfälle mit Flüchtlingsbeteiligung geheim gehalten.

Schwedens Medien berichten, wenn überhaupt, nur kurz über besonders Aufsehen erregende Fälle. Wie etwa über die Ausländerjagd in Stockholm am Wochenende oder den abgelehnten Asylbewerber, der zwei IKEA-Kunden ermordete. Erst nach den Zwischenfällen in der Silvesternacht in Köln wurde bekannt, dass es auch sexuelle Massenübergriffe auf Mädchen bei einem Jugendfestival in Stockholm im Sommer 2014 und 2015 gab, die aber von Polizei und Veranstalter in Pressemitteilungen verschwiegen wurden.

Die schwedische Öffentlichkeit war nur in geringem Maße über Vorfälle informiert. „Es handelt sich um deutlich mehr Vorfälle als die 5 000 in der Akte. Das kann ich sagen. Die Herausforderungen, vor allem in den Flüchtlingsheimen, sind riesig“, sagte Tomas Wallberg von der operativen Polizeieinheit Noa, die das Vorgehen bei allen Zwischenfälle mit Flüchtlingen landesweit koordiniert. In Flüchtlingsheimen herrsche eine extrem angespannte Stimmung, die sich bei kleinsten Zwischenfällen entzünde, so Wallberg.

„Die Situation wird immer schwieriger“, warnte nun auch offen Schwedens Polizeichef Dan Elliasson. Er sei „sehr bekümmert“ über die steigende Anzahl von Vorfällen rund um Flüchtlingsheime. „Die Wohnsituation ist schlimm, es ist eng, man hat manchmal traumatisierende Erlebnisse im Gepäck. Es kann Gegensätze zwischen Gruppen geben“, sagte er der Zeitung SVD. Am wichtigsten sei es, die Asylverfahren zu beschleunigen, die heute bis zu neun Monate dauern können, sodass die Menschen nicht so lange unter so schlechten Bedingungen in Zwischenlagern leben müssen, so der Polizeichef. Am 19. Februar will die Polizei erstmals in einem Bericht alles offenlegen.