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Schweinepest rückt immer näher

Jäger und Landwirte in Mittelsachsen bereiten sich auf das Schlimmste vor. Strenge Hygienevorschriften sollen das verhindern.

Vor allem durch Wildschweine wird die Afrikanischen Schweinepest eingeschleppt.
Vor allem durch Wildschweine wird die Afrikanischen Schweinepest eingeschleppt. © dpa

Der Landkreis und das Landratsamt Mittelsachsen bereiten sich auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Mittelsachsen vor. Nachdem die gefährliche Tierseuche vor allem in den osteuropäischen Ländern grassiert, sind nun erste Fälle auch in Belgien nachgewiesen worden. 

Mit detaillierten Notfallplänen und Fachschulungen sollen sowohl Jäger als auch Landwirtschaftsbetriebe mit Schweinezucht auf den den Ausbruch der Krankheit in der Region vorbereitet und bestmöglich geschützt werden.

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Wie Kreissprecher André Kaiser informiert, hat das Veterinäramt entsprechende Maßnahmen bereits getroffen. Dazu gehören dazu beispielsweise die Planung und Anschaffung von Kadaversammelpunkten und Beschilderungen der Restriktionszonen sowie Übungen. „Insbesondere schulen wir aber Landwirte und Jäger. 

Des Weiteren überprüfen wir Raststätten, die durch den Fernverkehr besonders genutzt werden“, so der Pressesprecher. Eine große Gefahr gehe von aus dem Ausland mitgebrachten Lebensmitteln aus, die, wenn sie auf Rastplätzen unachtsam weggeworfen und von heimischen Wildtieren gefressen werden, zum Ausbruch der Seuche führen können. 

Dr. Anke Kunze vom Veterinäramt Mittelsachsen informierte auf der Sitzung des Kreisjagdverbandes über die Seuche. „Wir sind mittlerweile umzingelt, sowohl in Ost- als auch in Westeuropa ist die Schweinepest bereits verbreitet. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann auch wir in Deutschland damit konfrontiert werden“, schätzt Thomas Reisig, stellvertretender Vorsitzender des Döbelner Kreisjagdverbandes ein. 

Die Jäger sind aufgefordert, die Wildschweinpopulationen in ihren Revieren genauestens zu beobachten. Unfallwild und geschossenes Wild muss nach möglichen Erregern getestet und gegebenenfalls fachgerecht entsorgt werden. Sollte die Seuche ausbrechen, müssen betroffene Tiere in speziellen wasserfesten Behältern an vorgegebenen Sammelstellen entsorgt werden.

Größte Vorsicht und strenge Vorschriften gelten vor allem bei den Schweinezuchtbetrieben in der Region. Auch die Mitarbeiter von Heinz Friedrich Schönleber vom Ferkelzuchtbetrieb Reichenbach sind speziell zu den Thema Schweinepest und strikte Hygienemaßnahmen geschult worden.

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„Keine betriebsfremden Personen und kein fremdes Fahrzeug kommt zu uns auf den Hof. Die Mitarbeiter duschen und waschen die Haare, wechseln komplett die Kleidung bevor und nachdem sie den Stall betreten und verlassen. Zudem sind unsere Gelände durchgehend eingezäunt, zusätzlich sorgen Hunde dafür, dass kein Tier eindringt“, zählt der Geschäftsführer auf. Denn: „Ist das Virus einmal im Stall, führt das unweigerlich zum Verlust aller Schweine.“