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Schweres Geschütz

Sechs neue Zisternen versorgen Dorfhain mit Löschwasser. Es ist der Anfang eines größeren Projektes.

© Georado

Von Verena Schulenburg

Dorfhain. Ein Aufgebot von Schwerlastern und Riesenkran sorgte Ende März für neugierige Blicke in Dorfhain. Bis zu 8,5 Tonnen schwere Betonringe schwebten an einem 30 Meter langen Kranarm von der Ladefläche eines Lkws in die tiefe Baugrube an der Talstraße.

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Die Mission: Insgesamt sechs neue Zisternen sollen hier in Zukunft genügend Löschwasser vorhalten. 18 Kubikmeter Wasser fasst allein einer der 4,60 Meter hohen Betonspeicher, die jeweils einen Durchmesser von 2,80 Meter haben, rechnet Torsten Schwerdtner vor. Er ist Bauleiter bei der Freitaler Tief- und Straßenbaufirma Hartlepp und an diesem Vormittag dafür verantwortlich, dass die neuen Zisternen ihren korrekten Platz im Dorfhainer Mutterboden finden. In Summe speichern sie 108 Kubikmeter Wasser, also mehr als 100 000 Liter. Zum Vergleich: Eine Badewanne voll Wasser fasst zwischen 80 und 120 Liter. Mit den neuen Wasserreserven an der Talstraße ließen sich also etwa eintausend Badewannen befüllen.

Zum Badespaß sind die Zisternen allerdings nicht gedacht. Sie dienen der Sicherheit. Dorfhain muss in Sachen Brandschutz aufrüsten, vor allem mit Blick auf künftige Projekte. Die kleine Gemeinde am Rand des Tharandter Waldes soll in Zukunft das Herz eines Nationalen Geoparks werden. Diesen Titel strebt der gleichnamige Verein Geopark Erlebnis Tharandter Wald an. Ein Ziel, das unter dem Dach der Georado-Stiftung verfolgt wird. Mit Georado soll eine geotechnische Erlebniswelt im Tharandter Wald aufgebaut werden, die Wirtschaft, Tourismus und Kunst verbindet. Von dem Projekt soll perspektivisch die Region profitieren. Der Geopark ist ein Teil davon.

Zu ihm soll ein Besucherzentrum gehören, das ein Anlaufpunkt sowohl für Touristen als auch für die Einwohner der Region wird. Um künftig viele Gäste auf dem Gelände der Georado-Stiftung empfangen zu können, müssen Auflagen erfüllt werden, auch solche des Brandschutzes. Die sechs neuen Zisternen am Fuße des ehemaligen Firmengeländes von Elrado, VEB Elektro- und Radiozubehör Dorfhain, kommen dieser Forderung nach. Bis Ende dieser Woche sollen die Wasserspeicher auf Höhe der Erdoberfläche abschließen. Von den riesigen Behältern ist dann nicht mehr viel zu sehen. In Richtung Talstraße gibt es zwei Wasserabnahmestellen für die Feuerwehren, damit diese im Notfall zügig rankommen. Voraussichtlich bis Ende April sind die neuen Zisternen mit Wasser gefüllt und einsatzbereit. Aber auch rings um die neue Wasserentnahmestelle wird in den kommenden Wochen gebaut. Neben Stellflächen für Fahrzeuge entlang der Talstraße sollen an der Zufahrt zum Georado-Gelände Spundwände aufgestellt werden, erklärt Jens Jähnig von der Georado-Stiftung. Diese Wände sind künftig eine Präsentationsfläche für Profile, die im Hochwasserschutz eingesetzt werden, wie zum Beispiel Dichtungen und Beschichtungen. „Besucher können sich hier künftig über verschiedene Konstruktionsarten informieren“, erklärt Jähnig. Eine Idee, die es neben der bestehenden Präsentation von Geotechnik auf dem Georado-Gelände so deutschlandweit noch nicht gebe.

Die sechs neuen Zisternen in Dorfhain dienen aber nicht allein dem Zukunftsprojekt der Stiftung vor Ort, sondern auch zur Sicherheit vieler Anwohner. Vor allem der gesamte Bereich der Talstraße und etwa die Hälfte der Häuser entlang der Bergstraße profitieren im Fall eines Brandes von dem Wasserspeicher, wie Heike Linné von der Gemeindeverwaltung erklärt. Insgesamt 45 000 Euro kostet der neue Löschwasserspeicher. Der Landkreis unterstützt die Investition mit rund 37 000 Euro. Brände löschen konnte die Feuerwehr entlang dieser Straßenzüge zwar bisher auch schon. Allerdings ändern sich die Anforderungen im ländlichen Raum. Werden Trinkwasserleitungen erneuert, bauen die Wasserversorger vermehrt Rohre mit einem kleinen Durchmesser ein, um in Gebieten mit geringerer Abnahme stets sauberes Trinkwasser zu gewährleisten. In Dorfhain ist das bereits auf der Harthaer Straße und auch der Kleindorfhainer Straße geschehen, erklärt Linné. Ein Prozess, der sich fortsetzt. Wenn sich die Einsatzkräfte der Feuerwehren dann im Fall eines Brandes in Kanäle einspeisen, um zu löschen, kann es vorkommen, dass vor Ort angeschlossenen Anwohnern nicht mehr ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Ein Problem, das mit Löschwasserzisternen umgangen wird, auch aus dem Grund, weil Trinkwasser nicht mit Löschwasser gleichzusetzen sei, erklärt Linné.

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Nahe des Dorfhainer Feuerwehrgerätehauses, an der Harthaer Straße und oberhalb der Bergstraße kann die Gemeinde bereits Zisternen vorweisen. Weitere sind geplant. Neben dem neuen größeren Wasserspeicher, der nun auf der Talstraße hinzukommt, soll künftig unter anderem auch auf der Schulstraße aufgerüstet werden.