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Schwiegervater kauft Verlagserbe Falk frei

Im Prozess gegen den gescheiterten Internetstar Alexander Falkgibt es eineüberraschende Wende.

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Hamburg. Das hat niemand der Beteiligten erwartet. Die Gläubiger haben Aussicht auf ihr Geld, zumindest auf einen Teil. Im Prozess um das eingefrorene Millionenvermögen des wegen versuchten Betrugs verurteilten Verlagserben Alexander Falk gibt es einen Durchbruch. Falks Schwiegervater spricht mit den Gläubigern des 43-Jährigen über den Ankauf der Forderungen gegen Falk. Das sagte der Rechtsanwalt der Gläubiger Sebastian Rakop. Er ist für die Frankfurter Kanzlei Clifford Chance tätig und vertritt die Insolvenzverwalterin der britischen Internetfirma Energis.

Der einstige Star des Neuen Marktes Falk hatte im Jahr 2000 die von ihm kontrollierte Internetfirma Ision an Energis verkauft, aber vorher die Umsätze in die Höhe geschwindelt. Beide Firmen wurden nach dem Geschäft insolvent. Rakop bezifferte die Höhe seiner Forderung an Falk auf 736 Millionen Euro, den damaligen Kaufpreis.

Das Landgericht hatte Falk 2008 wegen versuchten Betrugs und anderer Delikte aus dem Ision-Geschäft zu vier Jahren Haft verurteilt, aus der er im August 2011 entlassen wurde. Im Zuge der Ermittlungen waren auch mehr als 31 Millionen Euro aus dem persönlichen Falk-Vermögen eingefroren worden. Jetzt verhandelt das Gericht darüber, was mit dem Geld passieren soll: Geht es an die Gläubiger, an die Staatskasse oder bekommt Falk es zurück, wie seine Verteidiger fordern?

Der Frankfurter Rechtsanwalt sagte nicht, wie viel Geld Falks Schwiegervater, ein vermögender Bankier, für die Forderungen gegen seinen Schwiegersohn zahlen will. Rakop räumte aber am Rande der Verhandlung ein, dass die volle Summe von 763 Millionen nicht zurückzuholen sein werde.

Falk hatte den gleichnamigen Stadtplan-Verlag 1995 im Alter von 26 Jahren geerbt und ihn für rund 25 Millionen Euro verkauft, um in Internetunternehmen zu investieren. (dapd)