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Schwierige Spurensuche

Die Feuerwehr wird wieder zum Holzhandel Coswig gerufen. Über eine Million Euro sind verbrannt.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

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Coswig. Den zweiten Tag schon sind sie dran, die Brandermittler der Polizei. Wühlen im Abgebrannten. In den Resten der Lagerhalle des WHG Holzfachmarktes Coswig – an ausgebrannten Staplern, unter heruntergebrochenen Dachteilen – suchen sie Spuren, die sie zum Verursacher des Großbrandes führen können.

Am Donnerstagmorgen ausgebrochen, hat das Feuer eine mehrere tausend Quadratmeter große Halle vernichtet. Samt Inhalt – Holz mit einem Warenwert von über einer Million Euro.

Brandstiftung ist in diesem Fall als Ursache wahrscheinlich, sagt die Polizei. Die Beamten waren den ganzen Freitag auf dem Gelände am Tännichtweg vor Ort. Weitere Auskünfte zu den Ergebnissen sollen aber vorerst noch nicht gegeben werden.

Zeugentelefon immer erreichbar

Um Brandstiftung soll es sich der Behörde zufolge auch beim Brand in der vorhergehenden Nacht im Dehner-Gartencenter in Brockwitz handeln. Das Feuer im Gartenmarkt hatte etwa 600 Quadratmeter Ladenfläche zerstört, heißt es von der Feuerwehr Coswig. Die Tiere im vorderen Marktteil waren nicht betroffen, eben so wie beim Holzhandel kamen auch keine Mitarbeiter zu Schaden.

Weil sich die Brände in Coswig und Umgebung häufen (siehe Grafik) und die Polizei nun von einer Brandserie ausgeht, hat sie einer Ermittlungsgruppe gegründet, die sich noch intensiver mit den Vorkommnissen beschäftigen soll. Außerdem bittet sie um Hilfe durch Hinweise unter 0351 4832233. Auf die Kritik, dass unter dieser Nummer nicht immer jemand zu erreichen sei, antwortet Jana Ulbricht von der Pressestelle der Polizeidirektion Dresden, dass diese Anrufe im rund um die Uhr besetzten Lagezentrum ankommen. Sollte da nicht gleich jemand rangehen, könne das nur von kurzer Dauer sein.

Auch die Feuerwehr kommt noch nicht los vom Brandort an der Holzhandelshalle. Am Freitagmorgen, kurz vor halb fünf, gibt es wieder Alarm. Mehrere Stapel Verlegeplatten lodern. Dass so etwas passieren könne, es unter den Blechen und dem Bauschutt weiter brennt, damit habe er schon gerechnet, sagt Sven Herrmann, Geschäftsführer des WHG-Holzfachmarkts Coswig.

Ebenso wenig überraschen die Schwelbrände die Feuerwehrleute. Schon beim vorläufigen Abschluss des Einsatzes am Donnerstagabend hieß es, es sei weiter damit zu rechnen, dass sich Glutnester entzünden. Deshalb wurde ein sogenannter Leitungsdienst eingerichtet, der die Lage im Blick hat, sagt Coswigs Wehrleiter Roland Schorbogen. Bereits um 20 Uhr habe der Leitungsdienst durch die für den Objektschutz eingesetzte Wachpolizei erfahren, dass wieder vereinzelt Flammen zu sehen sind, teilt die Coswiger Wehr mit. Deshalb sei das Tanklöschfahrzeug losgeschickt worden.

Wegen weiterer Klein- und Mittelbrände wird die Feuerwehr am Freitagmorgen nochmals alarmiert Coswig, Radebeul und Meißen kommen zur WHG-Halle. Etwa 25 Feuerwehrleute sind im Einsatz, sagt Dirk Liebscher von der Wehr Kötzschenbroda.

Brandtag drei in Folge macht den Einsatzkräften schon zu schaffen, bestätigt Andreas Schorbogen. Zumal sie das ehrenamtlich leisten, alles auch mit ihren Arbeitsstellen klären müssen, mit ihren Familien. Nicht zu vergessen die Arbeit nach dem Löschen, wenn beispielsweise die Schläuche gewaschen, geprüft und getrocknet werden müssen.

Großer Dank an alle Helfer

Gerade rollt der Jeep des Coswiger Ordnungsamtes am Holzhandel entlang. Er hat dem Feuerwehrteam was zum Essen vorbei gebracht, sagt der Fahrer. Am Tag zuvor, wo insgesamt bis zu 175 Retter vor Ort waren, einschließlich Polizei und Rettungsdienst, hat das DRK, Kreisverband Dresden-Land e.V., die Versorgung übernommen, mit seiner sogenannten Schnelleinsatzgruppe. Fürs Abendessen sorgt die Gaststäte Zum Häußler, bei der sich die Feuerwehr ebenfalls bedankt.

Und noch ein Dank ist dem Coswiger Feuerwehrchef wichtig. Wir können froh sein, dass uns die Firma Hasse so unterstützt hat, mit Bagger und Greifer, sagt Andreas Schorbogen. Die Maschinen waren dringend nötig, um die brennenden Überreste auseinanderzuziehen und besser löschen zu können.

Bis zum Freitagmittag haben die Kameraden die am Tag nach dem Großbrand aufgetretenen Flammen im Griff. Ein Feuerwehrmann baut den Unterflurhydranten auf dem Tännichtweg ab. Dazu den Schlauch, der dort quer über der Straße liegt. Der Einsatz ist jetzt wirklich beendet.

http://feuerwehrcoswig.de/grossbraende-in-coswig/