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Schwimmbagger schaufelt Salz im Akkord

Die Helfer aus Tschechien baggern fleißig das Salz aus den Laderäumen der havarierten „Albis“ an der Albertbrücke: Zwei der drei Laderäume sind geschafft – am Sonntag kommen die restlichen 300 Tonnen Salz dran.

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© Kay Haufe

Dresden. Zwei Drittel des Umladens sind auf der havarierten „Albis“ erledigt. Mit vereinten Saugkräften leerten die beiden Spezial-Lkws den ersten Laderaum des tschechischen Frachters am Bug und um die schwere Fracht vorm Heck kümmerte sich erfolgreich ein angereister Schwimmbagger.

Die Bergungsarbeiten am Samstag

Bagger und Salz machen sich auf den Weg zur "Vera": Dort wird umgeladen.
Bagger und Salz machen sich auf den Weg zur "Vera": Dort wird umgeladen.
Reeder Lukas Hradsky zeigt sich ebenfalls erleichtert über den Fortgang der Arbeiten.
Reeder Lukas Hradsky zeigt sich ebenfalls erleichtert über den Fortgang der Arbeiten.
Der dritte Laderaum der "Albis" ist so gut wie salzfrei.
Der dritte Laderaum der "Albis" ist so gut wie salzfrei.
Ein Bagger schafft mehr als viele Sauger.
Ein Bagger schafft mehr als viele Sauger.
Der schwimmende Bagger gleitet gen "Albis".
Der schwimmende Bagger gleitet gen "Albis".
Die Besatzung der "Albis" erwartet die heimischen Helfer.
Die Besatzung der "Albis" erwartet die heimischen Helfer.
Ziel fast erreicht.
Ziel fast erreicht.
Baukräne samt Blockade an der Albertbrücke.
Baukräne samt Blockade an der Albertbrücke.
Keine Zeit zum Trödeln.
Keine Zeit zum Trödeln.
Schwimmbagger und Trödelmarkt.
Schwimmbagger und Trödelmarkt.
Besprechung an Bord zur weiteren Bergung.
Besprechung an Bord zur weiteren Bergung.
Vollversammlung auf der Elbe.
Vollversammlung auf der Elbe.
Ein Schiff wird kommen und bringt den ersehnten Schwimmbagger.
Ein Schiff wird kommen und bringt den ersehnten Schwimmbagger.

Während das durch den Nieselregen feuchte Salz immer noch relativ problemlos in den Saugrüsseln verschwand, hatte neben den Schiffen „Vera“ und „Beskydy“ der Schwimmbagger „MVTR1“ aus Decin festgemacht. An Bord diskutierten die Vertreter von Behörden und Reederei den Fortgang der Arbeiten. Ihr Plan: Der Schwimmbagger dockt am Heck der „Albis“ an und widmet sich dem dritten Laderaum. Das Salz landet in dem mitgebrachten Leichter und die beiden Sauger konzentrieren sich in der Zeit auf den verbleibenden mittleren Laderaum.

Anfangs erschwerte die starke Strömung der Elbe die vorsichtigen Annäherungsversuche des Schwimmbaggers. Doch die Helfer meisterten die Geduldsprobe, nach dem Gelingen des Manövers buddelt sich der Bagger konsequent durch die weiße Fracht. Gegen 16 Uhr ist zweite der drei Laderäume so gut wie leer.

Der Schubkahn macht wieder fest und schleppt den beladenen Leichter samt Bagger zum wartenden Frachtschiff „Vera“. Im Licht der untergehenden Sonne schaufelt der Baggerfahrer diesmal das Salz vom Leichter in den Frachter. Damit sei das Tagwerk für heute erledigt, sagt Karsten Wild vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

Am Sonntagmorgen ab 6.30 Uhr solle das Finale folgen, das erneute vorsichtige Andocken und anschließende Leeren der letzten Kammer, sagt der tschechische Reeder Lukas Hradsky. Er zeigte sich am Samstag erleichtert, dass von den ursprünglich 800 Tonnen Salz bereits 500 umgeladen seien. Im Laufe des Tages sollte dann die Operation „Entsalzung“ der „Albis“ abgeschlossen sein.

Die eigentliche Bergung der „Albis“ mit schwerem Gerät von Fluss und Land aus sei für den Montag geplant.

Da für die weiße Flotte die Strecke nach Pillnitz blockiert ist, machen die Dampfer vor der Carolabrücke die Biege und zeigen den Fahrgästen stattdessen die Weinhänge von Radebeul und die Albrechtsburg von Meißen.

Wegen der anhaltenden Ausnahmesituation auf der Elbe erhielten die Kapitäne vom Amt eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für ihre Fahrten. Die Besucher des Trödelmarktes bekamen am Samstag das komplette maritime Programm geboten: stromaufwärts die bergenden Flussschiffer bei der Arbeit und stromabwärts die pfeifenden Schiffshörner der Vergnügungsdampfer. (szo)