merken

Schwimmhalle sucht Geldgeber

Die Sportstätte ist zu, der Abriss droht. Befürworter streiten indes für den Erhalt. Den knüpft die Stadt an eine Bedingung.

© Paul Namyslik

Von Eric Weser

Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Anspruchsvoller Geschmack, Style, Gemütlichkeit und Markenqualität - dafür steht Möbel Hülsbusch seit über 29 Jahren. Lassen Sie sich von den Wohnideen begeistern und individuell beraten. Jetzt zum Küchen- und Einrichtungsprofi zwischen Dresden und Meißen.

Gröditz. Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Das gilt offenbar auch für den Erhalt der Gröditzer Schwimmhalle. Obwohl seit Jahren geschlossen, lassen die Befürworter der Sportstätte nichts unversucht, um die 2013 geschlossene Einrichtung am Eichenhain doch noch zu erhalten.

So auch bei der Diskussion um die Planung für das neue Sportareal am Eichenhain. Die Vorbereitungen für die umfassende Umgestaltung laufen. Inzwischen sind die Planungen so weit, dass ein Baubeginn für das Areal im Raum steht: Nächstes Jahr soll es mit der Errichtung der neuen Sporthalle losgehen, dem Herzstück des Projekts. Im Moment ist die Stadt dabei, Baurecht für das Land zu erhalten, auf dem die neue Halle stehen soll. In das dafür nötige Verfahren haben sich auch die Schwimmhallen-Befürworter nun eingeschaltet.

„Ich wende mich ... gegen den beschlossenen Abriss der bestehenden Sport- und Schwimmhalle“, so der Gröditzer Thomas Brand. Brand kritisiert den 2013 vom Stadtrat nicht genehmigten Bürgerentscheid. Mit dem hätten die Gröditzer über den Weiterbetrieb der Sporthalle entscheiden sollen. Damit seien den Gröditzer Bürgern „demokratische Mitwirkungsrechte aus der Hand geschlagen worden“, so Brand.

Mit dem geplanten Sporthallen-Neubau machen sich Stadtrat und Bürgermeister „der Verschleuderung von Steuergeldern schuldig“, meint Brand, der sich 2014 über die Liste der Linken erfolglos um ein Stadtratsmandat beworben hatte. Außerdem, so der Gröditzer, werde „das Vermächtnis des verstorbenen Ehrenbürgers Siegfried Richter regelrecht zuschanden“ gemacht. Brand fordert zum „legalen Widerstand“ gegen den Abriss der Sport- und Schwimmhalle auf. – Die Stadt hält Brand entgegen, dass das Bürgerbegehren von 2013 fragwürdige Begründungen enthielt. Außerdem habe ein Vorschlag gefehlt, wie die Kosten für den Weiterbetrieb der Schwimmhalle hätten gedeckt werden können. Mit dem Neubau entstehe außerdem eine moderne Sportstätte, die den aktuellen Vorgaben entspricht. Die Stadt verweist auf Mängel in der jetzigen Sporthalle. So müsse unter anderem die Tragkonstruktion erneuert werden, die Dämmung. Außerdem sei eine große bauliche Erweiterung nötig, um den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit oder Sicherheit gerecht zu werden. Ob das teurer ist als der Neubau, lässt die Stadt in ihrer Antwort offen. Brands Hinweise lehnt das Rathaus aber in Gänze ab.

Als „Musik von gestern“ bezeichnete Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) das. „Das ist ordnungsgemäß gelaufen“, wies Reinicke außerdem die Kritik zurück, die Stadt habe 2013 eine Abstimmung der Gröditzer zur Schwimmhalle verhindert. Ein Hintertürchen für den Erhalt der Sportstätte ließ Reinicke dennoch offen – wenn auch verknüpft mit einer Bedingung: „Wenn sich einer findet, der die Sport- und Schwimmhalle übernimmt und betreibt und dort was draus macht, werden wir das zu gegebener Zeit diskutieren.“ Die Entwicklung am Eichenhain gehe klar in Richtung Sporthallen-Ersatzbau, stellte der Bürgermeister klar.

Der Stadtrat hat die Hinweise von Schwimmhallen-Befürworter Thomas Brand mit überwiegender Mehrheit abgelehnt.