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Sebnitz will den Finkenberg bebauen

Um Bauwillige zu locken, will die Stadt neue attraktive Flächen erschließen. Auch für die Ortsteile gibt es Pläne.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Südosthang, beste Lage, meist Sonnenschein – und dazu ein unschlagbarer Ausblick über die ganze Stadt. Der Finkenberg gehört zu den attraktivsten Ecken, die Sebnitz zu bieten hat. Das hat auch das Rathaus erkannt und will die Flächen unterhalb der Bergkuppe langfristig zur Bebauung freigeben – insgesamt rund 140 000 Quadratmeter. Das Areal zwischen Baudenweg und Waldblick ist damit die größte potenzielle Baufläche, welche die Stadt für ihre Baulandoffensive ausgemacht hat – und wohl auch die strittigste.

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© SZ

Es habe immer wieder Anfragen zur Bebauung der Gartengrundstücke gegeben, sagte Stadtplanerin Ingrid Bamme zur Begründung der Auswahl im Stadtrat. Das ist jedoch bisher nicht erlaubt. Die letzen Eigenheime stehen etwa in der Hälfte des Hangs, oberhalb gibt es nur noch Gärten, Wiesen und schließlich die Baude. Gerade deren Erreichbarkeit sei aber bisher nicht unproblematisch. Es führen nur steile Stiche schnurgerade hinauf auf den Berg. „Schon um diese verkehrstechnischen Probleme zu lösen, sollte man eine richtige Planung machen“, sagte Ingrid Bamme. Im Zuge einer Erschließung könnten die schmalen Straßen eventuell zu einer Runde verbunden und als Einbahnstraßen deklariert werden.

Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) bezeichnete das Areal als das Tafelsilber der Stadt. „Da liegt das meiste Potenzial drin.“ Dass die Pläne Konfliktstoff bergen und mit hoher Wahrscheinlichkeit Widerspruch hervorrufen werden, wurde bereits im Sebnitzer Stadtrat deutlich. Ein Baugebiet am Finkenberg sei generell abzulehnen, sagte Jörg Hempel (Mitsprache Stadt und Land): „Das zerstört das Gesamtbild.“

Bislang existiert für Eigenheime am Finkenberg nur eine Art Absichtserklärung. Im Papier der Baulandoffensive für Sebnitz und seine Ortsteile ist das Gebiet in die dritte von vier nach Dringlichkeit sortierten Kategorien eingeordnet. Es zählt damit zu den Standorten, die langfristig entwickelt werden sollen. Das heißt: innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Vorher ist in Sebnitz beispielsweise die Pestalozzistraße dran. Am äußeren Rand des Wohngebiets auf dem Knöchel hatte die Stadt vor einigen Jahren alte Häuser weggerissen. Das leere Grundstück soll nun wieder bebaut werden. Es fällt gemeinsam mit einer Südhang-Wiese an der Jostleite sowie einer größeren Fläche entlang der Straße Am Plader in die Kategorie der Standorte, die kurzfristig entwickelt werden. In den nächsten drei bis fünf Jahren sollen hierfür Planung, Grunderwerb und Erschließung vonstattengehen.

Für die Baulandoffensive hat die Stadt sämtliche infrage kommenden Grundstücke erfasst und nach einem Punktesystem bewertet. Eingeflossen sind unter anderen der Aufwand, die Eigentumsverhältnisse, die Marktchancen und die Lage der Flächen. Herausgekommen ist ein Katalog sämtlicher möglicher Baustandorte im Gemeindegebiet. Ganz oben in der Liste stehen die Ecken, an denen schon Baurecht besteht, wie etwa Baulücken oder das bisher kaum angenommene Wohngebiet an der Dr.-Hesse-Straße.

Altendorf als attraktiver Standort

Enthalten sind in dem Grundstückskatalog auch die Wünsche der Ortsteile. In Mittelndorf beispielsweise hat sich der Ortschaftsrat dafür ausgesprochen, den ehemaligen Bolzplatz zum Wohngebiet zu machen. Große Chancen sehen die Planer auch für Altendorf. Für den Ort in der Nachbarschaft von Bad Schandau gebe es viele Anfragen von Bauwilligen. Deshalb will das Rathaus innerhalb der nächsten fünf Jahre ein knapp 13 000 Quadratmeter großes Baugebiet am Abzweig nach Rathmannsdorf erschließen. Der gut angebundene Standort hat jedoch einen Haken. Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet und müsste erst herausgelöst werden. Das bedeutet mindestens ein langwieriges Verfahren.