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Dealer versteckt Drogen in Sebnitzer Wohnung

Der Drogenhandel in Sebnitz blüht offenbar. Darin verwickelt sind Deutsche und Ausländer. Jetzt wurde in einem weiteren Fall Anklage erhoben.

Ein Drogenfund in einer Sebnitzer Wohnung kommt nun vor Gericht. Der Beschuldigte sitzt bereits in U-Haft.
Ein Drogenfund in einer Sebnitzer Wohnung kommt nun vor Gericht. Der Beschuldigte sitzt bereits in U-Haft. © Polizeidirektion Görlitz

Allein in den letzten Wochen wurden im Amtsgericht Pirna gegen drei Drogendealer, alle aus Sebnitz, verhandelt. Jetzt kommt ein weiterer Fall hinzu. Beschuldigt ist zwar kein Sebnitzer, sondern ein Pakistaner. Eine Wohnung in Sebnitz wurde aber als Umschlagort für Drogen und letztlich offenbar auch für Geld genutzt. Der Fall selbst liegt schon ein paar Monate zurück.

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Die Staatsanwaltschaft Dresden hat nun gegen einen 42-jährigen Pakistaner wegen des Verdachts des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in vier Fällen und gegen eine 26-jährige Afghanin wegen des Verdachts der Beihilfe Anklage zum Amtsgericht Pirna - Schöffengericht erhoben.

Dem 42-jährigen Beschuldigten wurde laut Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt zunächst vorgeworfen, am 23. Februar in der Wohnung seiner Freundin, der 26-jährigen Mitbeschuldigten, in Sebnitz 1.600 Gramm Marihuana und 240 Gramm Crystal aufbewahrt zu haben, um durch einen späteren Verkauf der Betäubungsmittel Gewinn zu erzielen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hatte der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden am 23. Februar Haftbefehle gegen beide erlassen. Der Pakistaner befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Der gegen die 26-jährige Afghanin erlassene Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Sebnitz als Drogenumschlagplatz

Der 26-jährigen beschuldigten Afghanin wird vorgeworfen, dem 42-Jährigen ihre Wohnung in Kenntnis aller Tatumstände zur Lagerung der Betäubungsmittel zur Verfügung gestellt zu haben. Im Zuge der Ermittlungen wurden weitere Tatvorwürfe gegen den Pakistaner bekannt. So soll er im September 2020 an einem unbekannten Ort in den Niederlanden einem gesondert Verfolgten 20.000 Euro übergeben haben, damit dieser in seinem Auftrag Betäubungsmittel kaufe. Hierzu kam es entgegen der Vorstellung des Beschuldigten nicht.

Weiterhin soll der Beschuldigte in den Niederlanden im Dezember 2020 mindestens zwei Kilogramm Marihuana zum Preis von 14.500 Euro und im Februar 2020 750 Gramm Marihuana zum Preis von 3.375 Euro erworben haben, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Staatsanwaltschaft will Telefon und Geld

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat unter anderem die Einziehung des Mobiltelefons des Beschuldigten und von etwa 23.000 Euro Bargeld, das beim Beschuldigten sichergestellt wurde, beantragt, so Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt.

Das Amtsgericht Pirna wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung wird ebenfalls dort bestimmt. Im Übrigen könnte dies vielleicht kein Einzelfall gewesen sein. Gerüchten zufolge sind in Sebnitz in letzter Zeit abseits der Innenstadt Pakistaner unterwegs, die auf Nachfrage angeben, in Dresden zu wohnen und vorgeben, sich die Stadt Sebnitz anschauen zu wollen. Auch das kann durchaus möglich sein. (SZ)

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