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Enso-Nachfolger verbaut Internet-Millionen

Der Versorger Sachsen Energie erhält den Zuschlag für den Breitbandausbau in Sebnitz. Davon sollen auch lokale Firmen profitieren.

Glasfaserkabel bis ans Haus lautet das Ziel in Sebnitz.
Glasfaserkabel bis ans Haus lautet das Ziel in Sebnitz. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Die aus der Fusion von Enso und Drewag hervorgegangene Sachsen Energie AG hat den Zuschlag für den weiteren Breitbandausbau in Sebnitz erhalten. Es handelt sich dabei um das größte Infrastrukturprojekt der kommenden Jahre auf dem Gebiet der Kommune mit einem Volumen von über 32 Millionen Euro. Den Fördermittelbescheid über diese Rekordsumme hat Sebnitz Ende November erhalten.

Den Vertrag zwischen der Stadt und dem Versorgungsunternehmen wurde noch vor Weihnachten unterzeichnet, wie beide Vertragspartner mitteilten. Die Sachsen Energie agiert dabei als Generalauftragnehmer und wird für die Planung zuständig sein. Ein großer Teil der Auftragssumme werde bei den Bau- und Handwerksfirmen in Sebnitz und der Region ankommen, kündigte der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) an: "Die Leitungen müssen ja irgendwie unter die Erde."

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Schnelles Internet fürs Kirnitzschtal

Rings um Sebnitz sollen insgesamt rund etwa 275 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden, vor allem auch in abgelegen Randgebiete wie das Kirnitzschtal sowie in Ortsteile wie Mittelndorf, wo bisher kaum Internet anliegt. Vor allem Hotels und Gasthäuser in der Tourismusregion werden davon profitieren, aber auch Anwohner und Unternehmen entlang der Ausbaustrecken. Am Ende sollen 1.800 Haushalte, alle Sebnitzer Schulen sowie das Krankenhaus mit dem Gigabit-Internet versorgt sein.

OB Mike Ruckh (li.) und der Sachsen-Energie-Vorstandsvorsitzende Frank Brinkmann bei der Vertragsunterzeichnung.
OB Mike Ruckh (li.) und der Sachsen-Energie-Vorstandsvorsitzende Frank Brinkmann bei der Vertragsunterzeichnung. © Oliver Killig

Die Glasfaserkabel werden dabei bis ans Haus verlegt. Das erklärte Ziel ist eine Bandbreite von mindestens 1.000 Mbit pro Sekunde im Download. Aktuell liegen maximal 100 Mbit an - und auch das nur in den am besten versorgten Teilen der Sebnitzer Innenstadt. Vielerorts ist Netz deutlich weniger leistungsfähig.

Der jetzt vereinbarte Ausbau dauert bis Ende 2024, so lange stehen die zugesprochenen Fördermittel von Bund und Land bereit. Die ersten sichtbaren Bauarbeiten werden voraussichtlich nicht vor Ende 2021 beginnen. Die Zeit bis dahin wird für die Planung und Ausschreibungsfristen gebraucht.

Die ab Jahresbeginn 2021 aktive Sachsen Energie AG ist aus dem Zusammenschluss der Energieversorger Enso und Drewag hervorgegangen, der im Dezember beschlossenen wurde. Die Drewag war bisher in Dresden aktiv und die Enso im ostsächsischen Umland. Mit der Fusion entsteht laut Unternehmensangaben der größte Kommunalversorger Ostdeutschlands.

Internet-Anbieter frei wählbar

Haushalte, die um Zuge dieses Breitbandprojekts einen schnellen Internetanschluss erhalten, können ihren Anbieter danach frei wählen. Da der Ausbau über staatliche Fördergelder finanziert wird, muss die Sachsen Energie die künftigen Leitungen auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. Zuvor hatte die Enso 2016/2017 bereits Glasfaserkabel in Sebnitz verlegt, unter anderem am Markt und im Wohngebiet auf dem Knöchel. Da dies auf eigene Kosten des Unternehmens passierte, mussten Interessenten in diesem Fall auch zur Enso als Internet-Anbieter wechseln.

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