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SOE: Ist das Wild überhaupt noch genießbar?

Herbstzeit ist auch die Zeit der Jagd. Doch die Gefahr der Schweinepest verdirbt manchem den Appetit auf Wildbret. Was die Jäger dazu sagen.

Frank Röllig ist Leiter des Hegerings Oberes Sebnitztal.
Frank Röllig ist Leiter des Hegerings Oberes Sebnitztal. © Steffen Unger

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest, die aus Polen und dem Landkreis Görlitz immer näher kommt, wächst auch bei den Jägern und Landwirten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Wie sicher ist das Wild in den heimischen Wäldern und kann man Wildbret überhaupt noch bedenkenlos essen?

Sächsische.de hat darüber mit Frank Röllig, dem Leiter des Hegerings Oberes Sebnitztal, gesprochen. Außerdem gibt es noch ein Rezept.

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Bleiben wir von der Wildschweinpest verschont, Herr Röllig?

Wenn ich das wüsste, wäre ich Meister im Deuten der Glaskugel. Diese Frage kann keiner beantworten. Fakt ist, dass die zuständigen Ämter und die Jägerschaft alles getan haben, um zu reagieren. Es wurden Vorkehrungen getroffen, um präventiv, so weit wie möglich, auf diesen Fall vorbereitet zu sein.

Wird jedes erlegte Wildschwein untersucht?

Ja, ausnahmslos. Die Trichinenuntersuchung ist seit Jahren Standard und Pflicht. Neu ist, dass seit Ende September jedes Stück Schwarzwild auf die Afrikanische Schweinepest durch Blutproben und mit Tupfer im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt in Pirna untersucht wird. Dies wird durch Begleitscheine, Wildmarken und Streckenliste dokumentiert. Die Jäger haben einen Lehrgang zur "Kundigen Person" absolviert und sind durch ihre Ausbildung befähigt, jegliche Veränderungen am und im Wildkörper festzustellen. Bedenklich wirkende Stücke werden ausgesondert.

Ist das Interesse an Wildschweinfleisch zurückgegangen?

Nein, das kann man nicht sagen. Natürlich war durch geschlossene Gastronomie ein Absatz weggebrochen, aber die Nachfrage in der Bevölkerung nach frischem Wildfleisch und Wurstwaren ist ungebrochen.

Wer Bedenken hat, was raten Sie demjenigen bei der Zubereitung?

Man braucht da keine Ängste zu haben. Die ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar. Frisches Wild aus der Region wird überwacht, vom Schuss bis zum Vermarkter ist alles nachweisbar. Und das beim Sachsenforst genauso wie beim Jagdpächter am Wohnort. Diese Regeln gelten für alle. Dem kann man vertrauen.

Bald beginnen die Drückjagden?

Zu diesem Thema gab es am 1. Oktober eine Abstimmung zwischen dem Leiter der Nationalparkverwaltung, dem Leiter des Forstbezirkes Neustadt, dem Leiter Forstwirtschaft im Staatsbetrieb Sachsenforst, dem Jagdverband Sächsische Schweiz und dem Hegering Oberes Sebnitztal. Der Forstbezirk Neustadt kann alle geplanten Jagden durchführen.

Schwieriger ist es im Nationalpark und in einigen Pachtbezirken. Dort kann wegen Baumbruchgefahr und vom Borkenkäfer geschädigten Flächen aus Sicherheitsgründen keine Bewegungsjagd stattfinden. Alternativen werden unserer Jägerschaft in den kommenden Tagen vorgestellt. Es ist wichtig, die Schwarzwildjagd zu optimieren, um den Bestand zu reduzieren. Da bedarf es aller Anstrengungen. Wir hoffen, im nächsten Jahr wieder flächendeckend unsere Bewegungsjagden durchführen zu können.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ein Wildrezept zum Nachkochen

Wild aus heimischen Wäldern gibt es bei den Jägern selbst. Darüber hinaus bietet der Sachsenforst an verschiedenen Stellen Wild an, so unter anderem in der sanierten Försterei in Cunnersdorf bei Gohrisch. Wildfleisch ist nicht nur lecker, sondern vor allem das Fleisch von Reh- oder Rotwild enthält die wertvollen und für die ausgewogene Ernährung wichtigen Spurenelemente Selen, Eisen und Zink in hohen Anteilen. Wildfleisch ist zudem mager, cholesterinarm und garantiert frei von Medikamenten.

Wildfleisch ist lecker und gesund. Es kann zu unzähligen Gerichten verarbeitet werden.
Wildfleisch ist lecker und gesund. Es kann zu unzähligen Gerichten verarbeitet werden. © SAE Sächsische Zeitung

Wildsteaks mit Schupfnudeln und Preiselbeer-Soße:

Zutaten für vier Personen: 500 g Schupfnudeln, 1 EL Butter, 500 g Rotkohl (frisch oder Glas), Salz, Petersilie zum Garnieren.

Für die Wildsteaks: zwei Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 600 g Wildsteaks (in vier Scheiben), ein halber TL Wildgewürz, Pfeffer aus der Mühle, 1 EL Butterschmalz, 150g eingelegte Preiselbeeren, 75 ml Rotwein, 100 ml Fleischbrühe, 100 ml Sahne, Salz.

Zubereitung:

  • Den Ofen auf 80 Grad Umluft vorheizen.
  • Schupfnudeln in heißer Butter rundherum langsam braun anbraten und warm halten. Den Rotkohl unter gelegentlichem Umrühren kochen.
  • Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken.
  • Das Fleisch abbrausen, trocken tupfen und mit Wildgewürz und Pfeffer würzen. In heißem Schmalz auf beiden Seiten anbraten und auf einem Blech im Ofen in fünf bis zehn Minuten bis zum gewünschten Gargrad ziehen lassen.
  • Inzwischen die Schalotten und Knoblauch in der Fleischpfanne anbraten, Preiselbeeren aus dem Glas zugeben, mit Wein und Brühe ablöschen, Bratansatz lösen, einmal aufkochen und alles fein mixen. Die Sahne angießen und die Soße abschmecken.
  • Steaks salzen, mit Schupfnudeln und Rotkohl anrichten.
  • Zubereitungszeit: 20 Minuten, Garzeit: etwa 20 Minuten.

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