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Fahrrad-Umfrage für Sebnitz startet

Der ADFC will herausfinden, wie fahrradfreundlich Sebnitz und Umgebung sind. Der Fahrradklima-Test nimmt gezielt den ländlichen Raum in den Blick.

Von Dirk Schulze
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Die Beschaffenheit von Radwegen, falls es sie gibt, ist ein Dauerthema beim Fahrradklima-Test.
Die Beschaffenheit von Radwegen, falls es sie gibt, ist ein Dauerthema beim Fahrradklima-Test. © Symbolfoto: Daniel Schäfer

Seit wenigen Tagen läuft deutschlandweit die große Befragung des ADFC zum Thema Radfahren, der Fahrradklima-Test. Auch für Sebnitz und Umgebung können Radfahrer dabei ihre Meinung kundtun. Zum ersten Mal wird sich dabei auch eine Tendenz ablesen lassen. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Umfrage, hatte es 2020 erstmals eine eigene Auswertung für Sebnitz gegeben. Die Voraussetzung dafür ist, dass sich genügend Menschen beteiligen.

Worum geht es beim Fahrradklima-Test?

Die Befragung soll eine Bestandsaufnahme zum Radverkehr in allen deutschen Städten ermöglichen. Dabei interessiert sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für unterschiedlichste Aspekte, von der Qualität der Radwege bis zur Frage, ob Radfahren auf alltäglichen Wegen eher entspannend oder stressig ist. Wie sehen lebenswerte Städte und Gemeinden aus? Was bieten sie, damit sich Radfahrer mit unterschiedlichen Bedürfnissen und in allen Altersgruppen sicher fühlen?

Bewerten sollen das die Radfahrer selbst. Nicht nur für den ADFC ist das Feedback interessant. "In vielen Orten war der Fahrradklima-Test bereits Anlass für Verbesserungen im Radwegenetz", sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADC Sachsen. "Wir hoffen, dass dieser Effekt auch nach dem Fahrradklima-Test 2022 eintritt."

Zur diesjährigen Befragung nimmt der ADFC gezielt die Fahrrad-Mobilität außerhalb der großen Städte in den Blick. Der Fahrradklima-Test findet 2022 zum zehnten Mal statt und ist laut ADFC die größte Befragung zum Thema weltweit.

Wie hat Sebnitz bisher abgeschnitten?

Beim letzten Fahrradklima-Test im Jahr 2020 fiel das Ergebnis für Sebnitz nicht sonderlich gut aus. 69 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sich auf dem Fahrrad im Straßenverkehr gefährdet zu fühlen. 73 Prozent erklärten, regelmäßig zu knapp von Autos überholt zu werden.

Nur 61 Prozent der Radfahrer waren mit der Breite der Radwege unzufrieden. 70 Prozent wünschten sich mehr diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen, 64 Prozent mehr Einbahnstraßen, die für Radfahrer freigegeben sind.

Insgesamt erklärten 83 Prozent, dass sie mit der Förderung des Radverkehrs in ihrer Stadt unzufrieden waren. Sebnitz landete damit im hinteren Mittelfeld der sächsischen Städte.

Wer kann mitmachen?

Mitmachen kann jede Person, die Fahrrad fährt, egal ob ADFC-Mitglied oder nicht. "Wir sind auf der Suche nach Menschen, die regelmäßig mit dem Rad in Sebnitz unterwegs sind", sagt Konrad Krause vom Fahrrad-Club. Je mehr Menschen ihre Stadt bewerten, desto besser lassen sich konkrete Aussagen darüber treffen, ob Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs fruchten oder ob mehr getan werden muss.

Wer in mehreren Städten und Gemeinden mit dem Rad unterwegs ist und dort gute Ortskenntnisse besitzt, kann die Infrastruktur in mehr als nur einem Ort bewerten.

Wie funktioniert die Befragung?

Die Online-Umfrage kann per PC, Tablet oder Smartphone unter www.fahrradklima-test.de ausgefüllt werden. Es sind 32 Fragen, die sich laut ADFC in zehn Minuten beantworten lassen. Falls eine Frage auf die eigene Gemeinde nicht zutrifft – etwa, weil es keine Ampeln gibt –, kann die Frage unbeantwortet bleiben.

Am Ende der Umfrage gibt es die Möglichkeit auf lokale Probleme hinzuweisen. Diese konkreten Hinweise und Verbesserungsvorschläge leitet der ADFC an die zuständige Stadtverwaltung weiter.

Die Umfrage ist am 1. September gestartet und läuft bis zum 30. November 2022. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2023 präsentiert werden.