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Sächsische Schweiz: Forellenschänke öffnet

Das traditionelle Ausflugslokal im Sebnitzer Naherholungsgebiet hat neue Betreiber. Corona bremst sie noch aus. Sie starten erst mal mit Außer-Haus-Verkauf.

Anita Scheibelt ist Restaurantleiterin und Daniel Franz der neue Chef in der Forellenschänke in Sebnitz.
Anita Scheibelt ist Restaurantleiterin und Daniel Franz der neue Chef in der Forellenschänke in Sebnitz. © Daniel Schäfer

In der Forellenschänke in Sebnitz sind Anita Scheibelt und Daniel Franz auf ihre Gäste vorbereitet. Sie sind die Neuen im traditionellen Ausflugslokal. Er ist der Chef und Betreiber, der sich um das Geschäftliche kümmert, sie die Restaurantleiterin. Der neue Eigentümer des Lokales möchte im Hintergrund bleiben.

Den Gästen dürfte es auch egal sein. Hauptsache, das Restaurant öffnet wieder. So sei zumindest der einhellige Tenor der Worte gewesen, die die beiden in den letzten Wochen ziemlich oft gehört haben. "Uns war das gar nicht so bewusst, dass dies für Sebnitz eine berühmte Gaststätte ist. Aber es ist doch schön, wenn wir so herzlich empfangen werden", sagt Anita Scheibelt. Und sie legen übrigens Wert auf das "ä" bei der Schänke. Schenken könne man nichts.

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Bereits vor ein paar Wochen haben sie mit dem Außer-Haus-Verkauf begonnen, jede Woche immer ab Donnerstag. "Wir nehmen das so als erste Kennenlernphase, sich gegenseitig mal zu beschnuppern", sagt Anita Scheibelt. Da komme man natürlich auch mit den Gästen ins Gespräch. Bisher seien die Sebnitzer sehr aufgeschlossen gewesen. Ihren Start in Sebnitz hätten sie sich zwar anders vorgestellt. Doch beide und das Team machen im Moment das Beste draus.

Aus zweitem Standbein wurde mitten in Corona das erste

Angefangen hatte alles damit, dass der Chef Familie hier hat. Und so ist man manches Mal um die geschlossene Forellenschänke "herumgeschlichen". Das Gebäude stand seit Ende 2017 zum Verkauf. Verpachten war für die vorherigen Eigentümer keine Option. Sie wollten die Gaststätte mit allem Drum und Dran verkaufen. So wurde aus dem anfänglichen herumschleichen mehr. Noch zu einer Zeit, als beide die Betreiber der Mühlenschänke in Plessa bei Elsterwerda waren. "Die Forellenschänke sollte ursprünglich unser zweites Standbein werden, neben der Mühlenschänke. Jetzt ist sie das erste Standbein geworden, auch wenn das so nicht ganz geplant war", sagt Daniel Franz.

Ein Stammgast der Mühlenschänke, der die beiden gut kennt, war schließlich überzeugt davon, dass sie auch die Richtigen für die Forellenschänke sind. Deshalb kaufte er das Objekt. Und das zu einer Zeit, als die zweite Corona-Welle noch weit weg schien. Dann überschlugen sich allerdings die Ereignisse. Aufgrund unterschiedlicher Konzeptvorstellungen mit dem Eigentümer kehrten die beiden Wirtsleute der Mühlenschänke den Rücken und konzentrieren sich nun voll und ganz auf ihr neues Sebnitzer Objekt.

Das Potenzial, was in der gesamten Anlage steckt, haben die beiden auf dem Schirm. Aber sie kümmern sich vorerst um das Restaurant. "Wir fangen langsam an und sehen dann, wie es läuft", sagt Anita Scheibelt.

Entscheidung für die Forellenschänke noch nicht bereut

Mit einem zweiten Lockdown hätten sie nie gerechnet, sagt die Restaurantleiterin. Und so brach das Unheil wohl auch etwas plötzlich über sie herein. Am 5. März 2021 wollten sie wieder eröffnen. Das verkündeten sie im Herbst auf ihrer Facebook-Seite. Und damit bis dahin alles tip top ist, begannen sie im Oktober, die Wände zu streichen, zu renovieren. Auch größere Instandhaltungen waren notwendig, bei denen Fachfirmen gefragt waren. Schließlich stand die Gaststätte fast drei Jahre leer. Das hinterlässt Spuren.

"Wir haben nie daran gedacht, dass es die falsche Entscheidung war. Die Lage hier ist traumhaft. Viele Leute gehen hier auf den Spielplatz oder spazieren", sagt Anita Scheibelt. Und dann waren da auch noch die Neugierigen, die immer mal wieder an der Forellenschänke vorbeischauten. Einige haben von ihren Erinnerungen an große Feiern, schöne Familienausflüge erzählt. All das stimme positiv. So sehe man auch der Zukunft entgegen. Und natürlich stünden auch die Familien der beiden hinter dem Entschluss.

Die Forellenschänke spiegelt sich im kleinen See davor. Ein idyllischer Fleck im gleichnamigen Naherholungsgebiet.
Die Forellenschänke spiegelt sich im kleinen See davor. Ein idyllischer Fleck im gleichnamigen Naherholungsgebiet. © Daniel Schäfer

Für völlig lächerlich halten die beiden allerdings die in Aussicht gestellte Öffnung der Außengastronomie möglicherweise ab dem 22. März. Gerade in diesen Gefilden ist es da meist noch ziemlich kalt. "Wer setzt sich denn bei 5 Grad Außentemperatur draußen an einen Tisch? Niemand. Das ist doch lächerlich", sagt Anita Scheibelt. Deshalb werden sie erst mal weiter außer Haus verkaufen.

Allerdings halte man den jetzigen Status nicht ewig durch. Wie andere Gastronomen fordern auch sie klare Ansagen, wann die Gaststätten generell wieder normal öffnen dürfen und nicht nur den Außenbereich. "Wir haben viele Hygienepläne, alle Standards erfüllt", sagt Daniel Franz. Aus seiner Sicht könnte es losgehen.

Personal trotz Corona-Krise gesichert

Während andere Gaststätten mittlerweile wegen Corona auch Personalprobleme haben, hat sich das neue Forellenschänken-Team sein Personal gleich mitgebracht. Einen Koch haben sie auch gefunden. Die Aushilfskräfte, die bereits in der Mühlenschänke in Plessa engagiert waren, kommen dann halt nach Sebnitz.

"Wir haben einen hohen Qualitätsstandard, wollen dem Gast etwas Besonderes bieten. Er soll bei einem Besuch bei uns das gewisse Etwas spüren", sagt Daniel Franz. Und da gehören auch Geschmackserlebnisse aus der regionalen Küche dazu, in der alles frisch und saisonal gekocht wird.

Das heißt, dass der Gast etwas Zeit mitbringen soll und dann auch gelebte Gemütlichkeit in der Gaststätte spüren wird. Und natürlich wolle man dort, wo es möglich ist, auf regionale Erzeuger zurückgreifen.

Wer wissen will, in welche Richtung die Küche geht, der kann das im Außer-Haus-Verkauf schon mal probieren. Die wöchentlichen Angebote veröffentlicht das Forellenschänkenteam auf der Facebookseite sowie auf der neuen Internetseite. "Wir hoffen, dass uns die Leute eine Chance geben und sich auf uns einlassen", sagt Daniel Franz.

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