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Neue Hilfs-Aktion für Sebnitzer Läden?

Die Stadt Sebnitz sollte Gutscheine für lokale Geschäfte finanziell fördern. Das wird in einem offenen Brief an den Stadtrat vorgeschlagen.

Läden am Sebnitzer Markt: Durch den Lockdown seit Monaten keinen Umsatz.
Läden am Sebnitzer Markt: Durch den Lockdown seit Monaten keinen Umsatz. © Steffen Unger

Sebnitzer Händler sollen mit einer neuen Aktion finanzielle Unterstützung durch die Stadt bekommen. Diese Idee wird jetzt in einem offenen Brief formuliert, den der frühere Sebnitzer Tourismuschef Julian Ipsen verfasst hat. "Der Einzelhandel und die Gastronomie unserer schönen Stadt befinden sich in einer nie dagewesenen Krise", schreibt Ipsen, der von 2014 bis 2019 die Sebnitzer Tourismusbetriebe leitete. Die erzwungene Schließung treibe viele an den Rand der Insolvenz - einige leider bereits einen Schritt weiter.

Um dem entgegenzuwirken, bringt Julian Ipsen eine Idee aus Pirna ins Spiel und empfiehlt sie zur Nachahmung. Unter dem Titel "Kauf in Pirna" hatte die Stadt dort unter anderem eine Gutschein-Aktion zur Unterstützung des lokalen Handels ins Leben gerufen. Für 75 Euro konnten die Kunden Gutscheine für Pirnaer Geschäfte kaufen, deren Wert allerdings 100 Euro betrug.

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Für die Kunden heiße das, dass sie die Ware um 25 Prozent billiger bekommen, ohne das der Einzelhändler darunter leide, schriebt Ipsen. "Für viele gibt das den entscheidenden Unterschied doch in der Stadt einzukaufen und nicht im Internet." In Pirna wurden insgesamt 800 dieser limitierten Bonusgutscheine verkauft, damit wurde eine Kaufkraft von 80.000 Euro in der Stadt gebunden.

Finanzierung über Ladenprämie?

Ähnliches sollte auch in Sebnitz möglich sein, meint der frühere Tourismuschef - und zwar aus dem Budget für die Ladenprämie. Dieses Förderprogramm für den Innenstadthandel hatte die Stadt Sebnitz erstmals vor drei Jahren aufgelegt.

Selbstständige, die ein vorhandenes Geschäft in Sebnitz als Nachfolger übernehmen oder ein leestehendes Ladenlokal im Innenstadtbereich neu beleben, können je nach dessen Größe bis zu 10.000 Euro Zuschuss von der Stadt erhalten. Das lokale Programm soll vor allem dem drohenden Leerstand in der Innenstadt entgegenwirken.

Das Budget für diese Ansiedlungsprämie sei doch sicher noch nicht ausgeschöpft, meint nun Julian Ipsen in seinem offenen Brief. Anstatt nur einem Geschäft kämen die 10.000 Euro bei der von ihm vorgeschlagenen Gutschein-Aktion allen Händlern zugute. Der Gewerbeverein Sebnitz, in dem Ipsen auch Mitglied ist, hat im Frühjahr während des ersten Lockdowns bereits eine Gutschein-Aktion ins Leben gerufen. Diese könne man leicht adaptieren.

Offener Brief an den Stadtrat

"Wir können es uns nicht leisten in ein paar Monaten auf die Scherben der Krise zu schauen und zu fragen: Warum haben wir nichts gemacht?", schreibt Julian Ipsen. Sein offener Brief ist an alle Parteien und Vereinigungen im Sebnitzer Stadtrat adressiert. "Ich bitte Sie daher alle, Parteipolitik außen vor zu lassen und gemeinsam als Sebnitzer Stadtrat für Ihre Stadt ein Zeichen der Unterstützung und der Zuversicht zu setzen", heißt es zum Schluss.

Die nächste Gelegenheit, öffentlich über diesen Vorschlag zu diskutieren, bietet sich den Stadträten am Mittwochabend. Dann kommt der Stadtrat zu seiner regulären monatlichen Sitzung zusammen.

Zuschuss kam in Pirna nicht von der Stadt

Anders als es in dem offenen Brief dargestellt wird, hat die Stadt Pirna zwar 10.000 Euro in das Projekt gesteckt, mit dieser Summe wurden aber nicht der Wert der Gutscheine aufgestockt. Die 10.000 Euro in Pirna flossen in die technische Infrastruktur für die Gutscheine, die aus aufladbaren elektronischen Karten im EC-Kartenformat bestehen.

Für die Aufstockung der limitierten Bonusgutscheine von 75 Euro auf 100 Euro suchte die Stadt sich Sponsoren, da sie als Kommune nicht mit Steuergeld das Einkaufen fördern darf. In Pirna waren das die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna und die Volksbank.

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Im Jahr 2020 hatte Sebnitz im Rahmen eines städtischen Corona-Hilfspakets unter anderem auf die Erhebung der Tourismusabgabe verzichtet. Diese Abgabe müssen sonst alle Firmen bezahlen, die in irgendeiner Weise vom Tourismus profitieren, dazu zählen auch Einzelhändler. Daneben stellte die Stadt allen Gewerbetreibenden eine kostenlose Werbeanzeige in ihrem Amtsblatt zur Verfügung.

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