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Aktionstag für mehr Flutschutz am Kalten Bach

Bei Starkregen schrillen bei den Anwohnern in Dürrröhrsdorf-Dittersbach die Alarmglocken. In kleinen Schritten soll jetzt agiert werden.

Von Anja Weber
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Der Kalte Bach in Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist eigentlich ein Rinnsal. Aber er kann auch anders.
Der Kalte Bach in Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist eigentlich ein Rinnsal. Aber er kann auch anders. © Daniel Schäfer

Fast unscheinbar plätschert der Kalte Bach durch die Wesenitzgemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach. An einigen Stellen ist er kaum zu erkennen, nur noch ein Rinnsal, von Unkraut und Sträuchern überwuchert. Einige Bereiche wurden bereits freigeschnitten. Doch das reicht nicht, um das Gewässer sicherer zu machen.

Am Sonnabend, dem 29. April, gibt es nun einen ersten Aktionstag, an dem die Ein- und Anwohner einen kleinen Beitrag leisten können. Denn einen großräumigen Hochwasserschutz wird es am Kalten Bach vorerst nicht geben. Ursprünglich hatte ein Planungsbüro vorgeschlagen, drei Rückhaltebecken zu bauen, um das Wasser schon aus Richtung Rossendorf, wo der Kalte Bach entspringt, aufzuhalten. Die Kosten dafür in Höhe von 4,5 Millionen Euro wären für Dürrröhrsdorf-Dittersbach immens. Und die letzte Schätzung stammt aus dem Jahr 2018. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Summe heute noch viel höher ausfallen würde. Doch alles zu belassen, will die Gemeinde auch nicht. In kleinen Schritten soll nun für mehr Hochwasserschutz gesorgt werden.

Bürgermeister Michael Steglich hatte bereits im vergangenen Jahr mit Anwohnern beraten, welche kurz- und mittelfristigen Möglichkeiten es geben könnte, um am Kalten Bach für mehr Sicherheit zu sorgen. Die Mitarbeiter vom Bauhof hatten zum Beispiel im Bachbett wachsende Bäume entfernt, um den Durchfluss zu erhöhen. Teile des Baches liegen in Privatbesitz. Dort waren die Anwohner aufgefordert, Unrat herauszuholen. Die Gemeinde hatte dafür Container bereitgestellt. Und eine weitere Maßnahme ist eben nun der erste Aktionstag.

Geplant ist, an zwei Stellen gemeinsam den Bachlauf zu beräumen und von Sedimenten und Bewuchs zu befreien. Damit soll dem Rückstau bei Starkregen vorgebaut werden. Der Einsatz beginnt 9 Uhr. Treffpunkt ist bereits 8.45 Uhr an der Brücke am Marktplatz. Hacke, Schaufeln und Rechen sind mitzubringen, informiert die Gemeindeverwaltung. Für Bagger, Container und Schubkarren sorgt der Bürgermeister. Mitmachen können nicht nur Bachanlieger, sondern auch alle anderen. Nach der Arbeit wird Michael Steglich noch für einen kleinen Imbiss sorgen. Außerdem soll die Zeit für einen Erfahrungsaustausch über das weitere Vorgehen genutzt werden. Die Hochwasserstudie selbst ist nicht in der Schublade verschwunden. Die will die Gemeinde noch einmal prüfen, um Fördermittel zu beantragen.