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Eine neue Rettungswache für Sebnitz

Das DRK bringt seine Rettungswache in Sebnitz auf den neuesten Stand der Technik. Die komplette Mannschaft muss für die Bauarbeiten umziehen.

Rita Seidel vom DRK-Kreisverband Sebnitz: Die alten Garagen sind zu klein geworden.
Rita Seidel vom DRK-Kreisverband Sebnitz: Die alten Garagen sind zu klein geworden. © Karl-Ludwig Oberthür

Zwei Umzugs-Lkws parken im Innenhof, ein Möbellift lehnt am Fenster in der zweiten Etage. Ein halbes Dutzend Männer trägt Stühle, Kisten und Küchengeräte nach draußen. Es ist die verbliebene Einrichtung der DRK-Rettungswache in Sebnitz, die an diesem Montagvormittag verladen wird. Die Garagen des Rettungsdienstes sind schon leer, die Verwaltung des DRK-Kreisverbands ist bereits eine Woche zuvor ausgezogen. Nun kann es losgehen mit dem Großprojekt. 

Das DRK baut seine Rettungswache in Sebnitz um. Das gelb getünchte Gebäude an der Schillerstraße wird dafür komplett beräumt. Der Hauptgrund ist Platzmangel. Die Garagen, in denen die Rettungswagen bisher standen, entsprechen nicht mehr der aktuellen DIN-Norm, erklärt Rita Seidel, Vorstand des DRK-Kreisverbands Sebnitz. "Deshalb müssen wir anbauen." Die Autos sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden, es zog mehr Technik ein, was die Bedingungen für Patienten und Retter verbesserte. In den im Jahr 2006 bezogenen Garagen wurde der Platz für die Fahrzeuge aber zu knapp. 

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Jan Koberger vom DRK Sebnitz: Alles muss raus, damit die Handwerker Baufreiheit haben.
Jan Koberger vom DRK Sebnitz: Alles muss raus, damit die Handwerker Baufreiheit haben. © Karl-Ludwig Oberthür

Schon seit einiger Zeit macht sich das DRK deshalb Gedanken um eine Lösung. Der Umbau am aktuellen Standort hätte theoretisch auch schon 2017 starten können, erklärt Rita Seidel. Doch zuvor galt es Altlasten zu beseitigen. Die heutige Rettungswache steht auf dem Gelände des früheren Sebnitzer Gaswerks. 

Nach dessen Betriebseinstellung 1970 wurden dortige Teer- und Ammoniakgruben einfach verfüllt. Die Schadstoffe verblieben im Boden und mussten jetzt beseitigt werden - sonst hätte es keine Baugenehmigung für die geplante Erweiterung gegeben. Inzwischen ist das kontaminierte Erdreich im Hof komplett ausgetauscht und der Weg damit frei. 

Geplant ist ein neuer Garagenkomplex für drei Rettungswagen, der als Erweiterung rückseitig an das bestehende Gebäude angebaut wird. Die DIN-gerechten Garagen sind mit einer Länge von zehn Metern deutlich größer bemessen als die alten. Zur Reinigung und Desinfektion nach jedem Einsatz können die Tragen dann einfach hinten aus dem Auto genommen werden, ohne dass der Rettungswagen aus der Garage gefahren werden muss, wie es unter den bisherigen beengten Verhältnissen noch nötig war. 

Bessere Bedingungen für die Retter

Auch die Zahl der Rettungsdienst-Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren gewachsen - der Rettungsdienst bekommt deshalb insgesamt mehr Fläche im Haus. Es sind größere Umkleideräume und Aufenthaltsräume für die Retter vorgesehen, zudem mehr Platz für die Ausbildung. Eine sogenannte Ausbildungsarena entsteht, wie Chefin Rita Seidel erklärt. 

Gemeint ist ein großer Raum, in dem verschiedene Zimmer - ein Wohnzimmer oder eine Küche zum Beispiel - nachgebildet werden. Die Rettungsdienstler können dort unter realistischen Bedingungen trainieren wie sie beispielsweise eine am Boden liegende Person in einer schmalen Küche versorgen und auf die Trage heben. "Die Ausbildung ist das A und O", sagt Rita Seidel.  

DRK-Gebäude in Sebnitz an der Schillerstraße: Der Rettungsdienst bekommt nach dem Umbau das komplette Erdgeschoss. Die neuen Garagen entstehen hinten im Hof.
DRK-Gebäude in Sebnitz an der Schillerstraße: Der Rettungsdienst bekommt nach dem Umbau das komplette Erdgeschoss. Die neuen Garagen entstehen hinten im Hof. © Karl-Ludwig Oberthür

Im kompletten Gebäude werden die Installationen erneuert: Elektrik, Heizung, Datenkabel. Das Ziel ist eine Rettungswache auf neuestem Stand der Technik. Für die Planung haben das DRK Sebnitz auch einige andere Wachen besichtigt. Ein kritischer Punkt sind beispielsweise die automatischen Rolltore an den Garagen. Diese müssen möglichst schnell nach oben fahren, damit die Einsatzkräfte beim Ausrücken keine Zeit verlieren.

Während der Bauphase kommt der Rettungsdienst im Gerätehaus der Sebnitzer Feuerwehr unter und starten von dort zu seinen Einsätzen. Die Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbands ist vorübergehend ins Stadtzentrum auf die Schandauer Straße gezogen, Bergwacht und Katastrophenschutz haben im Haus der DRK-Sozialstation einen Platz gefunden, zusätzlich wurden externe Lagerräume angemietet. 

Noch vor dem Jahresende sollen die Bauarbeiten an der Rettungswache auf der Schillerstraße richtig losgehen. Der Zeitplan ist eng gesteckt. "Das Ziel ist, dass wir Ende 2021 wieder hier einziehen", sagt DRK-Chefin Rita Seidel. Die Kosten für das Großprojekt liegen im unteren Millionenbereich.

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