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Fridays for Future: Anpacken für den Wald

Während weltweit Jugendliche für mehr Klimaschutz demonstrieren, macht sich die Sebnitzer Gruppe praktisch ans Werk - mit einem Arbeitseinsatz.

Anna Strauch (li.) und Paul Löser beim Arbeitseinsatz.
Anna Strauch (li.) und Paul Löser beim Arbeitseinsatz. © Steffen Unger

Das war kein Wetter für einen gemütlichen Waldspaziergang. Bei teilweise strömendem Regen haben knapp 20 Jugendliche ein Waldstück in der Nähe des Sebnitzer Skiheims am Räumicht beräumt. Mit diesem ganz praktischem Einsatz beteiligte sich die Sebnitzer Ortsgruppe von Fridays for Future am vergangenen Freitag am weltweiten Aktionstag der Klimaschutz-Bewegung.

Eigentlich wollten die Jugendlichen Bäume pflanzen. Doch das ist aktuell aufgrund der monatelangen Dürre nicht möglich. Der Boden ist komplett ausgetrocknet, die Setzlingen würden nicht überleben. In Absprache mit dem Sachsenforst haben sie die Fläche deshalb zunächst für eine spätere Bepflanzung vorbereitet. 

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"Es ist schon paradox, dass die Auswirkungen des Klimawandels uns uns darin hindern, sie selbst zu bekämpfen", sagt Paul Löser, Student, Grünen-Stadtrat und Sprecher der Gruppe. Die Beteiligten zogen alte Äste aus dem Brombeergestrüpp und markierten schon von selbst nachgewachsene Ahorn-Bäumchen mit Bambusstäben.

In dem knapp 0,4 Hektar großen Waldstück am Sebnitzer Skihang hat der Borkenkäfer für einen Totalausfall gesorgt. Die hier stehenden großen Fichten mussten allesamt gefällt werden. Übrig blieb eine Kahlfläche. Sobald der Boden genug Feuchtigkeit aufgenommen hat, will die Fridays-for-Future-Gruppe hier zusammen mit dem zuständigen Revierförster Holger Fleischer neue Bäume pflanzen.  

Viel Lob für dieses Engagement gibt es von Försterin Annette Schmidt-Scharfe vom benachbarten Ungerrevier, die die Aktion stellvertretend für ihren terminlich verhinderten Kollegen begleitet hat. Die Lage der Wälder sei aufgrund der anhaltenden Trockenperiode mehr als ernst. "Unsere Lebensqualität steht auf dem Spiel", sagt Annette Schmidt-Scharfe. "Wir brauchen jeden Verbündeten."

Das Waldstück am Skihang gehört der Stadt Sebnitz. Wie heftig der Borkenkäfer in den städtischen Wäldern gewütet hat, hatte Revierförster Holger Schmidt zu Jahresbeginn im Stadtrat erläutert. Besonders stark ist das Gebiet an der Hube betroffen. 

Mit ihrer Baumpflanzaktion wollte die Sebnitzer Gruppe von Fridays for Future ursprünglich schon im April starten. Das Coronavirus verhinderte dies. Im Hintergrund lief die Arbeit trotzdem weiter. Im Oktober soll es einen ersten Gesprächstermin mit Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU), dem Hauptausschuss, Stadträten und Vertretern von Fridays for Future geben. 

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