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Linke: Steht Profit über der Gesundheit?

Als in der Sebnitzer Klinik die Küche geschlossen wurde, war das Klagen groß. Wie reagiert nun die Politik auf das baldige Ende der Gynäkologie?

Auf die geplante Schließung der Gynäkologie in der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik gibt es unterschiedliche Reaktionen.
Auf die geplante Schließung der Gynäkologie in der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik gibt es unterschiedliche Reaktionen. © Steffen Unger

Nach der Ankündigung des Asklepios-Konzerns, die Gynäkologie in der Sebnitzer Klinik zu schließen, gibt es unterschiedliche Reaktionen. Dabei werden auch Erinnerungen wach.

Als 2018 die Küche in der ebenfalls von Asklepios geführten Hohwaldklinik bei Neustadt ganz und die in Sebnitz halb geschlossen und das Essen von einem niederländischen Anbieter kam, tönte es laut aus den Amtsstuben. Asklepios-Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner wurde gar vor den Sebnitzer Stadtrat zitiert, um dort Rede und Antwort über die Zukunft der Klinik zu stehen. Wie ist nun die Stimmung nach Bekanntwerden der jüngsten Schließungspläne?

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Im Sebnitzer Rathaus ist die Sache abgehakt. Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU): „Als Oberbürgermeister wünscht man sich grundsätzlich andere Nachrichten. Dennoch ist es so, wenn es keine adäquate Patientenzahl gibt, muss man andere Schwerpunkte im Krankenhaus entwickeln. Die Notwendigkeit zur Spezialisierung macht auch vor Krankenhäusern der Regelversorgung nicht halt.“

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) kritisiert zumindest, dass damit wieder eine Leistung in der Gesundheitsbetreuung der Bevölkerung verloren gehe. "Einmal mehr beißt sich hier die Daseinsvorsorge mit der Wirtschaftlichkeit. Ich hoffe nur, dass es nicht ein weiterer Schritt zur Schließung des Sebnitzer Krankenhauses ist. Ich habe eigentlich das Vertrauen in Asklepios, alles für den Erhalt des Krankenhauses zu tun", sagt er.

Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NfN) war überrascht von den Schließungsabsichten und er übt offen Kritik." Ich persönlich bedaure, dass damit nach der Schließung der Geburtshilfe nun eine weitere Abteilung folgt und unser Siedlungsraum somit wieder eine Fachabteilung der medizinischen Hilfe und Betreuung verliert. Damit werden die Wege für Patientinnen wie auch für die Angehörigen weiter und zu einer größeren Belastung", sagt er.

Bundestagsabgeordneter hält Schließung für fatal

Bundestagsabgeordneter André Hahn (Die Linke) kritisiert in einer Pressemitteilung die Entscheidung des Asklepios-Konzerns. Eine Schließung der Gynäkologie wäre aus seiner Sicht völlig falsch. Zum einen würde für die Patientinnen eine wichtige und hoch leistungsfähige Anlaufstelle wegfallen, wodurch sich die Wege für Behandlungen und auch Operationen deutlich verlängern würden.

Zum anderen kritisiert er, dass damit auch das Brustzentrums Ostsachsen in Sebnitz wegfällt. André Hahn fragt sich, ob wirklich nur der Profit im Gesundheitsbereich über allem stehe? "Sollte es zur Schließung kommen, steht über kurz als lang die Zukunft des gesamten Klinikums auf dem Spiel, weil es dann den Status als Krankenhaus der Grundversorgung verlieren könnte und komplett geschlossen werden müsste", sagt er. Das dementiert die Konzernleitung. Man wolle die Kräfte für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region bündeln.

Linke wollen Schließung im Kreistag thematisieren

"Aus meiner Sicht ist es umso wichtiger, dass der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh und Landrat Michael Geisler (beide CDU) sich nun klar gegen die Asklepios-Pläne zur Schließung der Gynäkologie im Krankenhaus in Sebnitz positionieren", sagt der Bundestagsabgeordnete. Zudem fordert er, dass der Kreistag in seiner Dezember-Sitzung das Thema auf die Tagesordnung setzen und einen Beschluss fassen soll. Wenn der Landrat nicht aktiv werden würde, wolle seine Partei dies beantragen.

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