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Bekannte Unternehmerin gestorben

Dank ihres Mutes und ihrer Risikobereitschaft entstand bei Stolpen eine Familienerlebniswelt. Jetzt ist Ratags-Gründerin Gitta Heider gestorben.

Im Jahr 2005 wurde Ratag-Gründerin Gitta Heider mit dem Mittelstands-Oscar geehrt.
Im Jahr 2005 wurde Ratag-Gründerin Gitta Heider mit dem Mittelstands-Oscar geehrt. © privat

Als Zwei-Mann-Betrieb begann im März 1987 Gitta Heider mit ihrem Mann in einer Garage in Hinterhermsdorf mit ihrer Arbeit. Auf einer selbst gebauten Drechselbank entstanden die ersten Holzfiguren. Beide ahnten wohl, dass sie mit dieser Idee in eine echte Marktlücke stoßen würden. Dass ihr Unternehmen so eine Erfolgsgeschichte schreiben sollte, damit hatten sie nicht gerechnet - aber darauf gehofft.

Zum 30-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2017 holte Gitta Heider ihren allerersten Schwibbogen wieder hervor. Den hatte sie damals in einem kleinen Raum ihres Hauses selbst ausgesägt. Die gelernte Zahntechnikerin hatte sich nach 19 Jahren im Beruf gerade entschieden, ihr Hobby - das Kunsthandwerk - zum neuen Job werden zu lassen.

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Mitte Mai ist die bekannte Unternehmerin gestorben. Sie hinterlässt ein großes Lebenswerk.

Schon vor der Wende stellten sie und ihr Mann die Weichen für die Erlebniswelt. Im Jahr 1988 kauften sie einen Dreiseithof in Langenwolmsdorf bei Stolpen. Die darauf befindlichen Ruinen wurden mit großem Kraftaufwand und vor allem auch viel Enthusiasmus Stück für Stück wieder aufgebaut. Monatelang wurde Schutt aus den verfallenen Gebäuden transportiert. 1994 wurde die Werkstatt dann komplett nach Langenwolmsdorf verlegt und eine kleine Ausstellungsfläche eröffnet, die damals gerade einmal zwölf Quadratmeter groß war. Mit kleinen Verkaufsflächen begann eine neue Epoche, das “Ratags-Kunsthandwerkerhaus” - eine Welt aus Fantasie und Freude.

Inzwischen ist die Familienerlebniswelt auf fast 20.000 Quadratmeter angewachsen. Dank des Mutes und auch der Risikobereitschaft von Gitta Heider kamen im Laufe der Jahre neben der Schaumanufaktur, eine Pension, eine Gastwirtschaft, das Weihnachtshaus, das Frühlingshaus, ein Bastelladen, ein Schuhgeschäft und eins für Damen- und Herrenmode dazu. Die Außenbereiche wurden umgestaltet. Mehrere Filialen in Sachsen wurden eröffnet.

Enkeltochter Juliane Buschmann (rechts) bedankt sich bei der Firmenübergabe bei Gitta Heider (sitzend Mitte) für das, was die Unternehmerin geschaffen hat.
Enkeltochter Juliane Buschmann (rechts) bedankt sich bei der Firmenübergabe bei Gitta Heider (sitzend Mitte) für das, was die Unternehmerin geschaffen hat. © privat

Preise für Erfindergeist

Mit ihrer Erfindung des Doppelschwibbogens leitete Gitta Heider auch eine andere Ära des erzgebirgischen Schwibbogens ein. Für den Erfindergeist der Unternehmerin steht eine Vielzahl an Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern. Gitta Heider selbst war stolz auf ihr Lebenswerk. Dafür wurde sie auch mit verschiedenen Preisen geehrt, so unter anderem 2005 mit dem Mittelstands-Oskar der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Die langjährige Geschäftsführerin und Unternehmensgründerin übergab die Geschäfte nach fast 33-jähriger Tätigkeit Anfang 2020 an ihre Enkeltochter Juliane Buschmann. Gitta Heiders Vision "Ein Stück heile Welt - Kunst und Handwerk ideal vereint" konnte sie dank ihres unternehmerischen Geistes tatsächlich verwirklichen.

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