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Sebnitz erhöht Preise für Tourismuseinrichtungen

Die Eintrittsgelder für Obere Schleuse, Schaumanufaktur und Solivital steigen ab 2022. Bei der Bibliothek gibt es einen Kompromiss.

Im Kindertobeland des Solivital in Sebnitz steigt der Eintritt.
Im Kindertobeland des Solivital in Sebnitz steigt der Eintritt. © Steffen Unger

Ab dem 1. Januar 2022 gelten in den städtischen Tourismus- und Freizeiteinrichtungen in Sebnitz neue Eintrittspreise. Das hat der Stadtrat beschlossen. Betroffen sind davon die Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf, die Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume, das Kräutervitalbad sowie das Sport- und Freizeitzentrum Solivital. Außerdem die Stadtbibliothek sowie das Museum, das derzeit wegen der Komplettsanierung allerdings ohnehin geschlossen ist.

Die Preisanhebung geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück, die eine Neukalkulation der Gebühren angeregt hatte. Der Hintergrund sind vor allem massive Umsatzeinbrüche infolge der Corona-Pandemie, während der die Einrichtungen monatelang geschlossen bleiben mussten. Das hat Löcher in den Stadthaushalt gerissen.

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Des Weiteren werden steigende Energie- und Personalkosten angeführt sowie im Falle der Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf die Kosten für die Beräumung der Borkenkäferbäume.

Länger toben kostet mehr

Konkret steigt bei der Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse der Preis für die einfache Fahrt von 7 Euro auf 8 Euro. Familien zahlen künftig 16 Euro statt 12 Euro für eine Tour. In der Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume wird der Eintritt pro Erwachsenen auf 7 Euro erhöht (bisher 5 Euro).

Im Sport- und Freizeitzentrum Solivital wird der Eintritt für das Kindertobeland neu geregelt. Statt Ganztagestickets werden nun vor allem Drei-Stunden-Tickets angeboten. Dieses Zeitintervall wurde während der Corona-Pandemie eingeführt, als die Auslastung wegen der Hygienebestimmungen beschränkt wurde.

Eine vierköpfige Familie mit zwei Kinder zahlt künftig 15 Euro für drei Stunden. Wer länger toben möchte, kann das tun, muss aber dann 23 Euro für die Ganztageskarte löhnen. Zuvor kostete die Familientageskarte 14 Euro. Daneben steigen im Solivital die Kosten für einen Personal-Trainer. Die Buchung eines persönlichen Fitness- oder Kletter-Trainers für eine Stunde kostet dann 25 Euro statt 20 Euro.

Im Kräutervitalbad steigt der Preis einer Tageskarte für die Sauna inklusive Wärmehalle, Dampfkammer und Badehalle um einen Euro auf 19 Euro. Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) verwies darauf, dass die Preise ohnehin nicht kostendeckend seien, weder vor noch nach der Erhöhung. Besonders im energieintensiven Kräutervital würden die Betriebskosten ständig steigen.

Bibliothek soll erschwinglich bleiben

Eine Änderung in letzter Minute gab es bei den Nutzungsgebühren für die Stadtbibliothek. Dort sollte die Jahresgebühr für Familien ursprünglich von 12 Euro auf 20 Euro steigen. Grünen-Stadtrat Paul Löser plädierte stattdessen für eine geringere Erhöhung auf 16 Euro.

Unter der Corona-Pandemie hätten Familien und Kinder besonders gelitten, erklärte Löser, insbesondere die Bildungsgerechtigkeit. Die Stadt trage hier eine Mitverantwortung, auch finanziell schlechter ausgestatteten Familien den Zugang zu Kultur und Bildung zu ermöglichen.

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Dem schloss sich Ekkehard Schneider (CDU) an. Schneider verwies aber auch darauf, dass das Angebot der Bibliothek erst im Frühjahr um das Onleihe-Angebot erweitert wurde. Die Nutzer können dort nun Zeitschriften und Magazine online lesen, für die sonst ein Abo nötig ist. Für einen Erwachsenen sollte es deshalb bei der geplanten Anhebung der Jahresgebühr auf 16 Euro (bisher 8 Euro) bleiben. So wurde es dann auch beschlossen.

Stadtrat Jörg Hempel (Mitsprache Stadt und Land) hielt die ganze Diskussion für unnötig: 16 Euro - das entspreche zwei Schachteln Zigaretten, sagte Hempel. Als Jahresgebühr für einen Erwachsenen sei das ganz sicher nicht zu viel verlangt.

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