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Sebnitz verschiebt seinen Tag der Sachsen

Das Fest soll infolge der Corona-Pandemie zwei Jahre später steigen als geplant. Dann bleibt aber keine Wahl.

Markt von Sebnitz: 2023 wird hier noch kein Landesfest gefeiert.
Markt von Sebnitz: 2023 wird hier noch kein Landesfest gefeiert. © Daniel Schäfer

Sebnitz möchte erst im Jahr 2025 Gastgeber des Tags der Sachsen werden, nicht wie zuvor angedacht schon 2023. Was sich im Frühjahr zu Beginn der Corona-Krise bereits andeutete, hat der Sebnitzer Stadtrat nun beschlossen. Die förmliche Bewerbung als Austragungsort des Landesfests will die Stadt zwei Jahre vor dem Termin einreichen. 

Ursprünglich hatte Sebnitz 2023 favorisiert. Dann wäre es genau 20 Jahre her gewesen, seit das offiziell größte Volksfest des Freistaats 2003 zum ersten Mal in der Seidenblumenstadt gastierte. Doch das Coronavirus hat die Reihenfolge durcheinandergebracht.

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Der diesjährige Tag der Sachsen, der am vergangenen Wochenende in Aue-Bad Schlema hätte stattfinden sollen, wurde schon im Juni abgesagt. Das Folgejahr 2021 ist aber bereits an Freital vergeben - die Stadt feiert in dann zugleich den 100. Geburtstag ihrer Gründung.

Aue-Bad Schlema will seinen ausgefallenen Tag der Sachsen deshalb 2023 nachholen, weshalb auch die Sebnitzer Bewerbung zeitlich nach hinten rutscht. Das haben die Bürgermeister der Städte bereits bei einem Termin mit Landtagspräsident Matthias Rößler abgesprochen, der dem Kuratorium des jährlichen Festes vorsteht. Aue-Bad Schlema begeht dann parallel sein 850-jähriges Stadtjubiläum. 

Sebnitz wolle seinerseits keine Kampfkandidatur durchdrücken, wie es Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) ausdrückte. Eine wesentliche Rolle spielen wenig überraschend die Finanzen. Der Landtagspräsident habe mitgeteilt, dass die Höhe der bereitgestellten Gelder erst 2022 neu verhandelt werde, erklärte Ruckh. Derzeit schießt der Freistaat den Ausrichtern 700.000 Euro für das Fest zu. Das sei nicht kostendeckend.

Sebnitz will sich zudem ein bisschen Luft verschaffen, um sich von den Auswirkungen der Corona-Krise zu erholen. Das aktuelle Jahr werde man noch ganz gut überstehen, ab 2021 sieht Ruckh aufgrund von Steuerausfällen aber Probleme auf die Kommunen zukommen. Grundsätzlich infrage gestellt ist die Bewerbung um den Tag der Sachsen deshalb aber nicht. 

Bürgerentscheid ist bindend

Der Sebnitzer Stadtrat hat diesbezüglich ohnehin kaum eine Wahl. In einem von der örtlichen CDU initiierten Bürgerentscheid hatten sich im Mai 2019 exakt 63,78 Prozent der abstimmenden Einwohner für eine Bewerbung um den Tag der Sachsen ausgesprochen. Dieser Entscheid ist bindend. Lediglich der Zeitraum war mit 2023 bis 2025 variabel.

Zwar habe sich seit dem Bürgerentscheid durch die Corona-Pandemie vieles verändert, erklärte Stadtrat Paul Löser (Grüne). Das basisdemokratische Votum aber stehe. Die Stadt müsse die mit dem Tag der Sachsen verbundene Aufmerksamkeit dafür nutzen, nachhaltige Projekte zu entwickeln, die sie von anderem Regionen abheben.

Eine Gegenstimme gab es, wie bereits bei der ersten Abstimmung zum Tag der Sachsen, von Stadtrat Andreas Stork (Zukunft Sebnitz). Ohne ein Finanzierungskonzept könne er nicht zustimmen, erklärte Stork. 

OB Mike Ruckh wies darauf nochmals auf den Beschlusstext hin: "Für alle, die nicht lesen können", sagte Ruckh. Dort heißt es, dass der Stadtrat noch vor der förmlichen Bewerbung ein Veranstaltungs- und Finanzkonzept verabschieden muss. Die Finanzierung wird also noch Thema in dem Gremium werden. 

Die AfD enthielt sich bei der Abstimmung über den neuen Termin komplett. 

Zuletzt gastierte der Tag der Sachsen 2019 in Riesa. Die Organisatoren verbuchen das Fest auch ein Jahr danach als Erfolg. Noch nicht bekannt ist bisher, wo das Landesfest im Jahr 2022 stattfinden soll. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende Oktober.    

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