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Spatenstich für Breitbandausbau in Sebnitz

Das 32-Millionen-Euro-Bauprojekt für Gigabit-Internet beginnt. Es sollen noch mehr Haushalte in Sebnitz davon profitieren.

Von Dirk Schulze
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Spatenstich für das Glasfasernetz: Amtschef Ronald Kretzschmar, Henner Jordan (WEA) und Frank Brinkmann von der Sachsen Energie (v.l.n.r.).
Spatenstich für das Glasfasernetz: Amtschef Ronald Kretzschmar, Henner Jordan (WEA) und Frank Brinkmann von der Sachsen Energie (v.l.n.r.). © Karl-Ludwig Oberthür

Jetzt geht es los mit Ausbau für das ganz schnelle Internet rings um Sebnitz. Es handelt sich laut offiziellen Angaben um nicht weniger als das größte Projekt in der Geschichte der Stadt - sowohl finanziell, als auch von Umfang der Bauarbeiten her. Rund 300 Kilometer Glasfaserkabel werden dafür verlegt und die Rekordsumme von rund 32,7 Millionen Euro verbaut.

Als diese Zahl erstmals im Raum stand, sei ihm etwas schwummrig gewesen, gestand der amtierende Rathauschef Ronald Kretzschmar beim symbolischen Spatenstich am Kreisverkehr an der Brückenschänke in Sebnitz. Kretzschmar selbst hatte 2016, damals noch in der Funktion als Hauptverwaltungsleiter, den ersten Förderantrag gestellt.

Zu Beginn war man anhand einer Pauschalberechnung noch von 1,9 Millionen ausgegangen. Als dann mit 32,7 Millionen Euro dann die tatsächlichen Kosten feststanden, gab es im Sebnitzer Rathaus Zweifel, dass das Projekt mit diesem Umfang je genehmigt werden würden. Im November 2020 dann die entscheidende Nachricht: Es klappt. Die Stadt selbst muss keinen Cent zahlen, 70 Prozent der Kosten trägt der Bund, 30 Prozent der Freistaat Sachsen.

Gigabit-Internet fürs Kirnitzschtal

Davon werden insbesondere abgelegenere Ecken wie das Kirnitzschtal sowie die Ortsteile Mittelndorf, Hertigswalde, Ottendorf und Hinterhermsdorf mit Glasfaser erschlossen, aber auch Teile der Sebnitzer Stadtzentrums. Generell sieht das Förderprojekt vor, alle die Adressen zu erschließen, an denen bisher weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Download anliegen. Das betrifft vor allem die Randlagen.

In der Praxis werden aber deutlich mehr Haushalte von dem Ausbau profitieren. Denn auch alle Häuser entlang der Kabeltrassen bekommen die Chance auf einen Anschluss. "Da, wo wir die Straße aufgraben, werden wir Angebote machen", sagte Sachsen-Energie-Vorstandschef Frank Brinkmann. Der Energieversorger, der in Sebnitz bereits ein eigenes Breitbandnetz betreibt, hat den Zuschlag für den Ausbau bekommen. Die Umsetzung übernehmen die Sebnitzer WEA sowie das Ingenieurbüro Ender & Schramm, beides lokale Unternehmen. Es sei wichtig, das die Wertschöpfung in der Region bleibe, sagte Brinkmann.

Infoveranstaltungen für Anwohner

Für die als unterversorgt geltenden Hauseigentümer ist der Anschluss kostenfrei. Sie müssen lediglich den Tiefbauarbeiten zustimmen. Wichtig dabei ist: Der Anschluss an das Glasfasernetz muss rechtzeitig beauftragt werden. Weitere Eigentümer, deren Häuser entlang der Trassen liegen, will die Sachsen Energie rechtzeitig anschreiben. Bei der WEA in Sebnitz wird zudem ein Projektbüro für Fragen eingerichtet. Beginnen werden die Arbeiten in Hainersdorf und Hertigswalde. Zum Auftakt jedes Bauabschnitts wird es eine Infoveranstaltung geben, die Einladung dafür kommt per Post.

Bis Ende 2024 sollen 1.400 Adressen, alle Sebnitzer Schulen, das Krankenhaus und weitere Unternehmen an das Glasfaser-Internet angeschlossen sein. Dort sind dann Übertragungsraten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde möglich. Amtschef Ronald Kretzschmar betont die Bedeutung des Projekts: "Der Wert für Unternehmen und Einwohner ist enorm hoch – ein schneller Internetzugang zählt mittlerweile als entscheidender Standortfaktor und steht für Lebensqualität." Die jetzt startenden Arbeiten sollen zudem die Vorstufe zum Vollausbau mit Glasfaser für alle Adressen in Sebnitz sein. Das will die Stadt bis Mitte des Jahrzehnts schaffen.