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Stolpens Tagesmutter sucht Mitstreiter

Cornelia Schiller will Eltern ihre Dienste wieder anbieten. Dafür wählt sie ein neues Modell, welches gleich zwei Tagesmüttern helfen könnte.

Cornelia Schiller hat in Helmsdorf ihr Kinderhäuschen wieder geöffnet.
Cornelia Schiller hat in Helmsdorf ihr Kinderhäuschen wieder geöffnet. © Steffen Unger

Ein paar Monate hatte sich Tagesmutter Cornelia Schiller in ihrem Kinderhäuschen im Stolpener Ortsteil Helmsdorf zurückgezogen. Jetzt will sie wieder neu durchstarten und sogar einer weiteren Tagespflegemutter eine berufliche Perspektive geben. Gerade jetzt im Noch-Lockdown keine leichte Entscheidung.

Im Kinderhäuschen Helmsdorf kann sie fünf Kinder im Alter von bis zu drei Jahren in eigenen oder angemieteten Räumen betreuen. Und das will sie jetzt nicht mehr allein tun. Sie sucht eine Mitstreiterin und will dafür das sogenannte Tandemmodel in der Tagespflege ausprobieren, welches andere Tagesmütter bereits praktizieren. Das Modell besagt, dass sich zwei Tagespflegepersonen wöchentlich mit der Betreuung der fünf Tageskinder abwechseln. Sozusagen Arbeitsteilung in der Kinderbetreuung. Interessierte können sich bei ihr melden.

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Seit 15 Jahren arbeitet sie in ihrer Tagespflegestelle Kinderhäuschen. Und ihr macht es Spaß. Den Kindern kann sie beste Bedingungen bieten. Eine voll eingerichtete Kinderwohnung mit einem Garten und abwechslungsreichen Außengelände steht zur Verfügung. Es sei schön, Kinder in so ruhiger Umgebung aufwachsen zu sehen, sagt sie. In Stolpen ist Cornelia Schiller die einzige Tagesmutter. Der Bedarfsplan für Betreuungsplätzen gebe nicht mehr her. Auch die Stelle in Helmsdorf sei ein zusätzliches Angebot, sagt die Stolpens Hauptamtsleiterin Linda Topp. In der Burgstadt stehen damit ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung, nicht zuletzt auch, weil der Kindergarten Kleine Weltentdecker mit in den Bedarfsplan aufgenommen wurde.

Schwankende Zahlen im Lockdown

Während des Lockdowns bekommen Tagesmütter auch weiter den vertraglich vereinbarten Aufwendungssatz. Generell zu beobachten sind die derzeit schwankenden Kinderzahlen, zum einen begründet durch den Lockdown, zum anderen auch, weil es offenbar genügend Krippenplätze in den Kommunen des Landkreises gibt. Eine kleine Umfrage ergab, dass der Bedarf an Tagesmüttern gedeckt ist. Deshalb sind die verbleibenden auch daran interessiert, ihre Plätze auszulasten, wie etwa Kathrin Leichsenring mit ihrer Zwergenbande im Hohnsteiner Ortsteil Ehrenberg. Sie verfügt über fünf Plätze. Aktuell sind davon nur zwei belegt. Auch in Hohnstein besteht kein weiterer Bedarf an Tagesmüttern, sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Während sich in ländlichen Regionen die Plätze und Nachfragen bei Tagesmüttern offenbar in Grenzen halten, sieht es in größeren Städten wie in Heidenau ganz anders aus. Heidenau hat aktuell 20 Tagesmütter. Das sind genauso viele wie vor Corona, sagt Marion Franz, die stellvertretende Bürgermeisterin. Massiv gesunken sei jedoch die Zahl der zu betreuenden Kinder. Derzeit seien es im Schnitt zehn Kinder, sonst etwa 90. Einen Bedarf an weiteren Tagesmüttern gibt es aber auch hier nicht. (mit SZ/sab)

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