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Sebnitz: Waldankauf wird rückabgewickelt

Sebnitz wollte ein Waldstück an der S154 kaufen, doch plötzlich tauchen viele Erben auf. Das hat Folgen für die Staatsstraße und den Radweg nach Rugiswalde.

Von Dirk Schulze
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Waldstück am Radweg zwischen Sebnitz und Rugiswalde. Die Schäden sich unübersehbar.
Waldstück am Radweg zwischen Sebnitz und Rugiswalde. Die Schäden sich unübersehbar. © Steffen Unger

Ein Waldstück an der Staatsstraße S154 zwischen Sebnitz und Rugiswalde geht doch nicht ins Eigentum der Stadt Sebnitz über. Der Stadtrat hatte im Frühjahr 2020 zunächst den Ankauf der 33,7 Hektar großen Fläche beschlossen, die sich am Hang unterhalb der Staatsstraße befindet, aus Richtung Rugiswalde kommend rechter Hand vor dem Abzweig nach Schönbach. Die Besitzerin, eine in Berlin lebende ältere Dame, hatte der Stadt den Wald für einen günstigen Preis angeboten, weil sie sich nicht mehr darum kümmern wollte.

Der Stadtrat hatte dem Ankauf für 6.740 Euro zugestimmt, nicht zuletzt, weil der Radweg von Sebnitz nach Rugiswalde durch ebenjenes Waldstück führt, speziell der bisher noch nicht asphaltierte Abschnitt. Wenn die Stadt erstmal im Besitz des Flurstücks wäre, sei es perspektivisch leichter, die Asphaltlücke vielleicht irgendwann einmal zu schließen, lautete damals eins der Argumente, wenngleich es dafür noch keine konkreten Pläne oder gar eine Finanzierung gibt.

Notar findet Fehler im Grundbuch

Nun musste der Sebnitzer Stadtrat seine Kaufentscheidung von 2020 jedoch wieder rückgängig machen. Der Grund: Bei der Vorbereitung des Kaufvertrags hat der Notar festgestellt, dass der alte Eigentümer im Grundbuch falsch geschrieben ist und es neben der Dame aus Berlin nachweislich noch eine zweite Erbin gegeben hat. Diese ist bereits 1994 verstorben und hat ihren Anteil damals an ihre sechs Cousinen und Cousins vererbt. Inzwischen ist die Erbengemeinschaft sogar auf insgesamt elf Personen angewachsen. Damit ist das Angebot an die Stadt hinfällig, zunächst müssen sich die Erben untereinander einig werden.

Für Passanten sind das nicht die besten Nachrichten. Das betreffende Waldstück ist sichtbar vom Borkenkäfer befallen. Zahlreiche Bäume sind abgestorben, die Rinde schält sich bereits von den Stämmen. In absehbarer Zeit dürften hier Fällungen nötig werden, um die Verkehrssicherheit entlang des Radwegs sowie der S154 zu gewährleisten. Im Falle des kommunalen Radwegs beaufsichtigt dies die Stadt Sebnitz, entlang der Staatsstraße wacht die Straßenmeisterei darüber, dass gefährlich Bäume rechtzeitig entfernt werden. Bezahlen und beauftragen muss die Forstarbeiten aber der private Waldeigentümer.