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Was sich Dürrröhrsdorf-Dittersbach leisten will

Die Gemeinde hat die Investitionen für die nächsten Jahre festgelegt. Klappt alles wie geplant, steht Dürrröhrsdorf-Dittersbach vor einem Bauboom.

Der Marktplatz in Dürrröhrsdorf-Dittersbach soll neu gestaltet werden.
Der Marktplatz in Dürrröhrsdorf-Dittersbach soll neu gestaltet werden. © Daniel Schäfer

Die gute Nachricht zuerst. Die Gemeinde wird die Grundsteuer nicht erhöhen. Und dennoch soll vieles bewegt werden. Zum Teil stammen einige Vorhaben noch aus den vergangenen Jahren. Das Geld dafür ist aber weiter eingeplant. Reichlich eine Million Euro wurde so von 2020 mit in dieses Jahr genommen, weil Vorhaben nicht umgesetzt werden konnten, vor allem aus Mangel an Fördermitteln. Wieder andere wurden bereits angefangen und sollen jetzt vollendet werden.

Und nun kommt die schlechte Nachricht. Die Investitionen sind auch fast alle wieder abhängig von Fördermitteln. Die Anträge dafür sind bei einigen Projekten bereits gestellt. Und jetzt hofft man in der Gemeinde auf reichlich Zuschüsse. Kommen diese, könnte Dürrröhrsdorf-Dittersbach vor einem Bauboom stehen. Bis dahin hat der Kämmerer festgelegt, dass sämtliche Investitionsausgaben gesperrt sind, solange die jeweils eingeplanten Zuwendungen und Zuschüsse nicht per Bescheid der Gemeinde vorliegen. Sächsiche.de hat einige Investitionsschwerpunkte zusammengetragen.

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Die Kindertagesstätte Bachflöhe in Stürza soll in das daneben stehende Dorfgemeinschafsthaus umziehen.
Die Kindertagesstätte Bachflöhe in Stürza soll in das daneben stehende Dorfgemeinschafsthaus umziehen. © Daniel Schäfer

Gebäude: Größere Kindertagesstätte für Stürza

In das kommunale Ärztehaus in Dürrröhrsdorf-Dittersbach wurde bereits im vergangenen Jahr ein Treppenlift eingebaut, damit gehbehinderte Patienten und Kunden auch ohne fremde Hilfe in das Gebäude gelangen können. Für dieses Jahr sind nun weitere 200.000 Euro für die Sanierung des Daches eingeplant. Das Geld wird die Gemeinde selbst stemmen müssen, da es dafür keine Fördermittel gibt.

Die Gemeinde verzeichnet einen Anstieg an Geburten. Aus diesem Grund könnte in absehbarer Zeit der Platz in den Kindereinrichtungen knapp werden. Der Plan ist, die Kita Bachflöhe im Ortsteil Stürza in das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus umzusiedeln. Das muss dafür entsprechend hergerichtet werden. In diesem Jahr sind Planungskosten für rund 70.000 Euro vorgesehen. In den Folgejahren soll umgebaut werden. Die Baukosten werden vorerst auf 630.000 Euro geschätzt.

Noch etwas teurer wird der Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Dobra. Die Kameraden dort wurden immer wieder vertröstet. Im kommenden Jahr sollen sie dann endlich ein neues Gerätehaus bekommen. Für dieses Jahr sind Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro vorgesehen. Die eigentlichen Baukosten werden auf 850.000 Euro geschätzt. Die Gemeinde rechnet hierfür mit Fördermitteln in Höhe von 430.000 Euro.

Immer wieder wurden die Kameraden der Feuerwehr in Dobra vertröstet. In diesem Jahr wird ihr neues Gerätehaus geplant. Ein Hoffnungsschimmer.
Immer wieder wurden die Kameraden der Feuerwehr in Dobra vertröstet. In diesem Jahr wird ihr neues Gerätehaus geplant. Ein Hoffnungsschimmer. © SZ/Archiv

Brandschutz: Neues Löschfahrzeug

Um die Einsatzbereitschaft in den Feuerwehren abzusichern, plant die Gemeinde weitere Neuanschaffungen. Als Erstes könnte wohl das neue Löschfahrzeug für die Feuerwehr in Stürza ankommen. Insgesamt 370.000 Euro soll es kosten. Bereits 2019 wurde der Hauptanteil gezahlt. Nun hofft man, dass das Fahrzeug auch so schnell wie möglich ausgeliefert wird. Neben einem neuen Gerätehaus sollen die Dobraer auch ein anderes Fahrzeug bekommen, kein neues, sondern gebraucht. Das soll den mittlerweile in die Jahre gekommenen W 50 ablösen. Darüber hinaus erhalten mehrere Gerätehäuser Absauganlagen. Notwendig ist das, damit die Fahrzeugabgase sofort nach außen geleitet werden.

Hochwasserschutz: Großteich in Dobra wird saniert

Konzepte gibt es schon lange, auch geredet wird schon lange darüber, wie die Fluten des Stürza-Baches zurückgehalten werden können. Und die Geduld der Anwohner wird wohl auch noch einige Zeit auf die Probe gestellt werden, in der Hoffnung, dass sie von Starkregen verschont bleiben. Um die Fluten zurückzuhalten, muss ein neuer Damm gebaut werden. Die Planungen laufen. Die eigentliche Realisierung ist aber erst für 2023 vorgesehen, mit Kosten in Höhe von 489.000 Euro, bei einer Förderung von 90 Prozent. Im gleichen Jahr, so der Plan, soll auch der Hochwasserschutz für den Ziegeleigraben in Dürrröhrsdorf verbessert werden.

Schneller soll es mit der Sanierung des Großteiches in Dobra gehen, ebenfalls eine wichtige Maßnahme zum Hochwasserschutz. Hier will man in diesem Jahr beginnen. Dafür wurden in den Haushaltsplan 862.000 Euro eingestellt.

Spielplätze: Fördermittel für Dittersbach beantragt

Seit mittlerweile 2018 wird über die Umgestaltung des Marktplatzes in Dittersbach geredet. Einen Plan dafür gibt es ebenfalls. Auch Fördermittel sind beantragt. Geeinigt hat man sich, dass zuerst der Spielplatz gebaut wird. Die eigentlichen Baukosten in Höhe von etwa 750.000 Euro für die komplette Umgestaltung des Platzes wurden verteilt auf die Jahre bis 2024.

Zwei weitere kleine Vorhaben will die Gemeinde auf dem Spielplatz des Kinderlandes umsetzen. Dort soll das Außengelände verbessert werden und der Spielplatz in Wilschdorf soll neue Spielgeräte bekommen.

Schulden: Gemeinde bleibt im Kernhaushalt unter dem Grenzwert

Die aktuelle Pro-Kopf- Verschuldung in Dürrröhrsdorf-Dittersbach liegt zum Stichtag am 1. Januar 2021 bei 440,47 Euro. Als finanziell gefährdet gilt eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.000 und 5.000, wenn die Pro-Kopf Verschuldung 1.000 Euro übersteigt. Im Kernhaushalt liegt die Gemeinde damit deutlich darunter. Leicht darüber ist der Wert, wenn die Schulden beim Wasser- und Abwasserzweckverband Mittlere Wesenitz mit dazu gerechnet werden. Aktuell sind das 632,32 Euro je Einwohner im Verbandsgebiet. Neue Kredite wird die Gemeinde in diesem Jahr nicht aufnehmen.

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