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Sebnitzer Gymnasium wird Europaschule

Das Goethe-Gymnasium erhält das Gütesiegel Europaschule. Der Gedanke dahinter wird hier schon lange gelebt.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

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Sebnitz. An der Säule vor dem Eingang ist kaum noch Platz vor lauter Plaketten: Jugend debattiert, Jugend präsentiert, eine Auszeichnung für das länderübergreifende Schulpartner-schaftsprogramm Comenius, eine Mint-freundliche Schule – was für Mathe und Naturwissenschaften steht –, ganz oben die Mitgliedschaft im weltweiten Unesco-Netzwerk.

Anfang der Woche konnte der Hausmeister noch ein weiteres Schild anschrauben. „Europaschule in Sachsen 2015“ steht darauf. Für das Sebnitzer Goethe-Gymnasium ist das eine besondere Auszeichnung. Es handelt sich um ein Gütesiegel, das direkt vom Kultusministerium des Freistaats verliehen wird. In ganz Sachsen dürfen es nur 35 Schulen tragen.

Dass das Goethe-Gymnasium die Auszeichnung erhält, ist schon seit dem Sommer bekannt. Als Schulleiter Andreas Seltmann aus den Ferien kam, fand er die
E-Mail aus dem Ministerium in seinem Postfach. Da ging die Auftaktdienstberatung für das neue Schuljahr gleich mit einer richtig guten Nachricht los. Die offizielle Zeremonie fand jedoch erst vergangene Woche in Dresden statt. Der Schulleiter und ein Schülervertreter konnten die Urkunde, das Schild sowie 500 Euro von Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) persönlich entgegennehmen.

Schule muss viele Aktivitäten nachweisen

Den Antrag dafür hat Rita Schöne, Fachleiterin für Sprachen am Gymnasium, schon ein Jahr zuvor abgegeben. Allein das Zusammenstellen der Unterlagen zog sich über einige Monate hin. Zum Schluss war ein ganzer Aktenordner gefüllt. Denn um das Gütesiegel Europaschule zu erhalten, musste die Schule die passenden Aktivitäten über die vergangenen fünf Jahre hinweg nachweisen.

Eine ganze Reihe verschiedener Kriterien gilt es dafür zu erfüllen. Die Schule muss zum Beispiel intensiv die Sprachkompetenz ihre Schüler fördern. In Sebnitz wird neben Englisch auch noch Russisch, Französisch und Latein unterrichtet, Tschechisch gibt es zusätzlich als Ganztagsangebot. Ein weiteres Kriterium sind dauerhafte Partnerschaften mit Schulen im europäischen Ausland. Das Goethe-Gymnasium ist mit dem Gymnasium in Ceska Kamenice liiert.

Im Rahmen des Projekts „Über Grenzen sprechen“ gibt es jährlich gemeinsame Workshops mit Gymnasien in Liberec und Rumburk. Neben den tschechischen Nachbarn unterhält die Schule außerdem eine Partnerschaft zu einer Highschool in Israel, gegenseitige Besuche inklusive. Des Weiteren sollten auch die Schüler europäische Themen nach außen tragen, indem sie beispielsweise an Wettbewerben teilnehmen. Das tun die Sebnitzer Gymnasiasten regelmäßig bei Jugend debattiert, Jugend präsentiert oder dem Projekt „Spielend Russisch lernen“.

Austausch hat schon vor dem Gütesiegel funktioniert

Letztlich funktioniert es aber nur, wenn alle Kollegen mitziehen und das Thema Europa in ihren Unterricht integrieren, erklärt Initiatorin Rita Schöne. Das habe bisher super geklappt. Erst im Oktober war eine Russisch-Lehrerin mit einigen Schülern auf einer Exkursion in Moskau.

Parallel zu der Zeremonie in Dresden waren übrigens Schüler und Lehrer des Sebnitzer Gymnasiums in die Deutsche Botschaft in Prag eingeladen. Dort wurde das zehnjährige Jubiläum des deutsch-tschechischen Debattierprojekts „Über Grenzen sprechen“ gefeiert. Mit dabei der Deutsche Botschafter und der sächsische Landtagspräsident.

Der grenzüberschreitende Austausch hatte also schon lange vor dem Gütesiegel einen festen Platz am Gymnasium.