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Sebnitz

Sebnitzer Klinik auch für Tschechen da

Sachsen und Tschechien schließen eine europaweit einmalige Vereinbarung. Bis zuletzt gab es eine hohe Hürde.

Ins Sebnitzer Krankenhaus können jetzt auch Patienten aus dem Nachbarland kommen.
Ins Sebnitzer Krankenhaus können jetzt auch Patienten aus dem Nachbarland kommen. © Archiv/Zschiedrich

Tschechische Patienten aus dem Grenzgebiet können sich künftig in Krankenhäusern auf der sächsischen Seite behandeln lassen und das nicht nur im Notfall. Das sieht eine gemeinsame Erklärung zur grenzüberschreitenden Gesundheitspflege vor, die nach Angaben des Landtagsabgeordneten Jens Michel (CDU) am 28. August in Sebnitz/Dolni Poustevna unterzeichnet wird. Dazu werden die sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) und ihr tschechischer Amtskollege Adam Vojtĕch (parteilos) erwartet. 

Für die Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz und den Schluckenauer Zipfel bietet die Zusammenarbeit erhebliche Vorteile. Die Bewohner des tschechischen Landstrichs haben damit nach der Insolvenz der Klinik Rumburk einen zeitnahen Zugang zu moderner medizinischer Versorgung, wie der Landtagsabgeordnete weiter mitteilte. Die Klinik wiederum kann so ihren Einzugsbereich erweitern, was zur Sicherung des Standortes Sebnitz beiträgt. Im Vorfeld musste aber geklärt werden, dass die tschechische Sozialversicherung die in Deutschland höheren Behandlungskosten finanziert. Das sei nun gelungen.

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Sebnitz ist Ausgangspunkt für die Vereinbarung, aber diese gilt für das gesamte Grenzgebiet zwischen Sachsen und Tschechien. Vergleichbares sei in Europa nicht bekannt. Der Abgeordnete Michel setzt sich seit Langem für die Kooperation ein und sagt dazu: „Wenn die medizinische Versorgung grenzüberschreitend aufgebaut wird, dann ist das ein lebendiges Europa, was den Menschen nützt und welches wir so wollen.“ (SZ/dsz)

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, zum Festakt werde Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet. Das hat das Bundesgesundheitsministerium nicht bestätigt.