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Sebnitzer Petzoldbad schließt für ein Jahr

Die Stadt will ab Herbst 2010 das Bad sanieren lassen – vorrangig um Energie zu sparen und die Kosten zu drosseln.

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Von Thomas Möckel

Das Sebnitzer Petzoldbad wird voraussichtlich ab Herbst 2010 für ein Jahr schließen. Die Stadt plant, ab 1. September Schwimm- und Wellnessbereich umfassend sanieren zu lassen. Umfangreiche kosmetische Eingriffe sollen vorrangig helfen, künftig Energie zu sparen und die Betriebskosten zu drosseln. Den Plan, das Bad während der Rekonstruktion nur partiell zu schließen, hat die Stadt inzwischen verworfen. „Eine Summe von rund 1,7 Millionen Euro lässt sich nicht bei laufendem Betrieb verbauen“, sagt Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU).

Warum muss das Bad saniert werden?

Das Petzoldbad wurde 1994 eröffnet, seit zwölf Jahren betreibt es die Stadt mithilfe der Fremdenverkehrsbetriebe Sebnitz-Hinterhermsdorf. Seither wurde zwar der Bestand gepflegt, grundsätzlich verändert oder erweitert wurde jedoch nichts. Auch floss kein Geld in die Ausstattung. Inzwischen gelten einige der technischen Anlagen als verschlissen. Ebenso haften dem Bad mehrere Baumängel an, die den Energieverbrauch in die Höhe treiben. Sebnitz muss nun investieren, um das Bad finanziell vertretbar weiter betreiben zu können. Eine Alternative zur Sanierung sieht die Stadt derzeit nicht. Zum einen ist eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Bliebe zum anderen das Bad unsaniert, müsste die Stadt das Bad wegen des aufgelaufenen Instandhaltungsstaus in spätestens drei bis fünf Jahren gänzlich schließen.

Welche Umbauten sind im Bad geplant?

Zunächst gilt es, Baumängel zu beseitigen und veraltete Anlagen zu erneuern. So werden die Stahlfilter saniert sowie Lüftungskanäle und Verdampfer ausgetauscht.

Im Innenbereich ist Folgendes vorgesehen: Eine Tür wird künftig das Foyer vom übrigen Badbereich trennen –so muss nicht mehr der gesamte Eingangsbereich mit 28Grad beheizt werden. Alte Saunakabinen werden durch moderne ersetzt. Die alten Duschen in der Wärmehalle verschwinden, sie entstehen anstelle des bisherigen Whirlpools im Saunabereich neu. Fachleute entfernen zudem das Wärmebecken im Saunabereich, weil es bislang wenig genutzt wurde. Auch empfehlen Gutachter, die Wasserfläche im Saunabereich grundsätzlich zu reduzieren. Zum einen sinken so die Betriebskosten, zum anderen steigt nicht mehr so viel Feuchtigkeit auf und verursacht Schäden am Gebäude. Im Erdgeschoss entsteht ein neuer Sanitärbereich. Über den neuen Saunakabinen errichten Handwerker eine Galerie, sie dient künftig als Ruhebereich. Die frühere Ruhezone im Durchgangsbereich entfällt damit. Zudem wird es einen großzügigen Sauna-Außenbereich geben, zusätzliche Angebote wie Erdsauna und ein weiteres Tauchbecken werden das Areal bereichern. Auch werden Fachleute das Gebäude wärmedämmen und neue Fenster installieren. Einziges Vorhaben im Freibadbereich: Mithilfe von Solarzellen soll die Wassertemperatur im Schwimmbecken um bis zu vier Grad erhöht werden – das soll mehr Besucher anlocken.

Wie wird das Vorhaben finanziert?

Das Vorhaben kostet insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. Fördermittel in Höhe von 90 Prozent sind bereits in Aussicht gestellt. Sebnitz selbst muss einen Eigenanteil von etwa 200000 Euro aufbringen. Dies lässt sich laut Ruckh nur bewerkstelligen, indem das Bad schließt und Sebnitz dadurch die Betriebskosten spart. Die Stadt zahlt bislang jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 200000 Euro an die Fremdenverkehrsbetriebe.

Welche Vorteile bringt die Sanierung?

Sebnitz rechnet damit, dass sich die Betriebskosten künftig um bis zu 20 Prozent reduzieren lassen. Laut einem Gutachten amortisieren sich die neuen Um- und Einbauten nach spätestens vier bis fünf Jahren.

Wird das Personal in dieser Zeit weiter beschäftigt?

Das Bad-Personal soll für die Zeit des Umbaus entlassen werden. Nach der Sanierung will Sebnitz die Mitarbeiter aber wieder einstellen.