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Sechs Familien nach Brand wohnungslos

Ein Zufall half, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Aber wie es für die Arnsdorfer nun weitergeht, ist im Moment noch völlig offen.

© SZ

Von Jens Fritzsche

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Arnsdorf. Dramatische Bilder: Aus dem Dachstuhl des Mehrfamilienhauses an der Hufelandstraße nahe des Arnsdorfer Krankenhauses schlagen meterhohe Flammen, in einigen Wohnungen brennt noch das Licht, aber die Mieter stehen zum Glück – wenn auch fassunglos und schockiert – auf dem Fußweg und müssen mit ansehen, wie die Feuerwehren gegen die Flammen ankämpfen.

Feuerwehreinsatz in Arnsdorf

Den Dachstuhl können die Einsatzkräfte nicht mehr retten, aber zumindest kann das Feuer nicht auf die Wohnungen übergreifen. „Allerdings ist natürlich das Löschwasser bis ins Erdgeschoss gelaufen – und der heftige Frost hat alles vereist, vieles wird wohl nicht mehr zu retten sein“, beschreibt Arnsdorfs Bürgermeisterin Martina Angermann am Sonntagmittag. Und es ist ihr anzumerken, wie nahe ihr das Drama geht, das sich da Freitagabend, kurz nach 17.45 Uhr abgespielt hat. Das genaue Ausmaß der Schäden wird sich dabei wohl erst in den nächsten Tagen zeigen.

Wahrscheinlich ist es dabei Arnsdorfs Hauptamtsleiterin Angela Bendix zu verdanken, dass zumindest keiner der insgesamt 16 Bewohner des Hauses zu Schaden gekommen ist. Sie war zufällig auf der Hufelandstraße unterwegs, als sie den Rauch aus dem Dach bemerkte – geistesgegenwärtig klingelte sie die Mieter aus ihren Wohnungen. Auch ein weiterer Zeuge hatte das Feuer bereits gesehen und den Notruf abgesetzt. „Die Mieter selbst hatten den Brand zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bemerkt, nicht auszudenken, was da hätte passieren können“, ist Arnsdorfs Bürgermeisterin auch Stunden nach dem Drama noch immer erschüttert. Noch Freitagnacht hatte sie sich gemeinsam mit dem Eigentümer des Hauses umgehend um eine Unterbringung der insgesamt sechs Familien gekümmert. „Viele sind vorübergehend im Hotel Schwarzes Roß in Fischbach untergekommen, andere bei Verwandten und Bekannten“, sagt sie. Wie es für die betroffenen Familien nun weitergeht, muss sich in den kommenden Tagen zeigen.

Experten waren am Sonntag vor Ort

Im Moment ist jedenfalls noch unklar, wie schwer die Schäden tatsächlich sind – das Gebäude ist vorerst unbewohnbar. Polizeilich gesperrt ist das Haus außerdem, denn noch sind die Ermittlungen zur Brandursache nicht abgeschlossen. Am Sonnabend waren Experten zwar vor Ort, aber solange nicht alle möglichen Hinweise gesichert sind, ist das Haus noch nicht wieder zugänglich.

Am Sonnabend hatten die Mieter gemeinsam mit der Polizei zumindest die wichtigsten Papiere und einige Sachen aus den Wohnungen holen können. Doch Möbel, Bekleidung, Technik … der sibirische Nachtfrost hat vieles zerstört. Die Gemeindeverwaltung hat bereits Ersatz-Wohnungen gefunden, „auch Ferienwohnungen haben wir vorsichtshalber schon reserviert“, so die Bürgermeisterin. Am Montag wird sie sich nun noch einmal mit dem Hauseigentümer treffen, um alles Weitere zu besprechen. „Wir werden natürlich helfen, wo es geht“, sagt sie – und ist beeindruckt von der schnellen Solidarität, die sich umgehend im Ort organisiert hat. Ein Großteil der Unterstützung wird nun vom „Verein Arnsdorf hilft“ koordiniert, der sofort aktiv geworden ist.

Insgesamt 72 Feuerwehrleute waren Freitagnacht im Einsatz. Neben den Feuerwehren aus Arnsdorf, Fischbach, Wallroda und Kleinwolmsdorf auch die Wehren aus Radeberg, Großröhrsdorf, Bischofswerda und Pulsnitz.

arnsdorf-hilft.de