merken

Sechs Spuren bis nach Bautzen

Bislang forderte Sachsens Regierung den Ausbau der A 4 nur bis Pulsnitz. Jetzt blickt man noch weiter gen Osten.

Bislang rollt der Verkehr auf der A 4 zwischen Dresden und Görlitz fast ausschließlich auf zwei Spuren in jede Richtung. Mehrere Politiker aus der Oberlausitz fordern eine Verbreiterung. Auch Sachsens Regierung möchte nun einen entsprechenden Antrag stell
Bislang rollt der Verkehr auf der A 4 zwischen Dresden und Görlitz fast ausschließlich auf zwei Spuren in jede Richtung. Mehrere Politiker aus der Oberlausitz fordern eine Verbreiterung. Auch Sachsens Regierung möchte nun einen entsprechenden Antrag stell © SZ/Uwe Soeder

Leppersdorf. Laut muss Martin Dulig sprechen, um von allen verstanden zu werden. Hinter Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister (SPD) sausen unzählige Autos und Laster vorbei. Etwa 50 Fahrzeuge pro Minute passieren an diesem Freitagnachmittag die Anschlussstelle Pulsnitz nahe Leppersdorf.

Der kleine Parkplatz unmittelbar an der Autobahn ist für den Minister kein bequemer Ort zum Reden – dafür ein besonders symbolträchtiger. Der Freistaat will die A 4 ausbauen, aus den vorhandenen vier Spuren so schnell wie möglich sechs machen.

Anzeige
Wohlfühlort für Kunden und Klima
Wohlfühlort für Kunden und Klima

Der Salon FOERDER beauty-hair in Kamenz ist jetzt klimaneutral. Davon profitieren die Kunden und auch die Umwelt.

Im September schickte das zuständige Ministerium deshalb einen Antrag an das Bundesverkehrsministerium in Berlin. In dem Schreiben ging es allerdings nur um den Abschnitt zwischen Dresden und eben jener Anschlussstelle in Pulsnitz, an der Martin Dulig steht und verkünden kann: „Wir sind jetzt noch einen Schritt weitergegangen und erarbeiten zurzeit einen weiteren Antrag – und zwar für die Strecke Pulsnitz bis Bautzen.“

Man habe bewusst den Weg gewählt, einen zweiten Antrag zu stellen, damit einer den anderen nicht gefährdet, so der Minister. Tatsächlich hat der Freistaat für den Ausbau der Strecke von Dresden bis Pulsnitz gute Argumente. Das Verkehrsaufkommen ist dort so hoch, dass es eine sechsspurige Autobahn auch rechtfertigt. An einigen Tagen sind dort deutlich mehr als 60 000 Fahrzeuge unterwegs.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Marko Schiemann am Freitag beim Pressegespräch an der A 4 bei Leppersdorf.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Marko Schiemann am Freitag beim Pressegespräch an der A 4 bei Leppersdorf. © SZUwe Soeder

Schwerlastverkehr nimmt zu

Im Abschnitt zwischen Pulsnitz und Bautzen sieht das etwas anders aus. Die Zahl der Fahrzeuge nimmt ab, je weiter man gen Osten kommt. Allerdings steigt gleichzeitig der Anteil der Laster. „Der Bund sollte den überproportionalen Anstieg des Schwerverkehrs stärker berücksichtigen“, erklärt der Minister und betont gleichzeitig, dass er auch für diesen Abschnitt optimistisch ist. 

Von einem guten Zeichen für die Oberlausitz spricht CDU-Landtagsabgeordneter Marko Schiemann (CDU). „Wir brauchen den Ausbau der Strecke auch, damit unsere Unternehmen in der Oberlausitz wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt er und erinnert zudem an die vielen Pendler, die zwischen der Landeshauptstadt und der Lausitz unterwegs sind. Schiemann gehört zu einer Allianz aus Oberlausitzer Landtagsabgeordneten, die sich seit einem Jahr für die Verbreiterung der Autobahn nach Görlitz und für eine schnelle Elektrifizierung der Bahnstrecke Görlitz-Dresden einsetzen.

Damit der Freistaat aber die Verbreiterung der A 4 auf den Weg bringen kann, muss das Projekt zunächst in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Ein Katalog, in dem der Bund alle wichtigen Verkehrsvorhaben bis 2030 erfasst. Die nächste Überprüfung des Planes findet 2021/22 statt.

 Doch selbst wenn der Bund dann den Anträgen aus Sachsen zustimmt, könnte es Jahre dauern, bis der Ausbau auch umgesetzt wird. Abgesehen von den bürokratischen Hürden ist die A 4-Verbreiterung auch teuer. Schiemann rechnet pro Kilometer mit zehn Millionen Euro. Allein der Abschnitt PulsnitzBautzen ist etwa 30 Kilometer lang.

Eine Zwischenlösung?

Wenn der Bund das Vorhaben mit in seinen Plan aufnimmt, hat das aber noch einen großen Vorteil. Dann nämlich ist eine deutlich schneller umsetzbare Zwischenlösung möglich. Bei hohem Verkehrsaufkommen könnten auf der A 4 die Standstreifen freigegeben werden. Im Nachbarland Bayern wird das bereits praktiziert. 

Weiterführende Artikel

Übergangslösung muss her

Übergangslösung muss her

SZ-Redakteurin Marleen Hollenbach zum Ausbau der A4.

So schlimm ist es auf der A4

So schlimm ist es auf der A4

Immer mehr Autos und Laster sind zwischen Dresden und Görlitz unterwegs. Kaum ein Tag vergeht ohne einen Unfall.

Diese Idee sei Teil des Antrages, bestätigt Dulig, betont aber auch, dass dafür technische Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Elektronische Schilderbrücken wären dann genauso notwendig, wie umgebaute Auf- und Abfahrten.

So schlimm ist es auf der A4

Kommentar: Eine Übergangslösung muss her