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Dresden

SED-Gelder für die Busmannkapelle

Mit mehr als 800 000 Euro unterstützt der Freistaat den Bau der Gedenkstätte. Damit soll sie im Herbst fertig werden.

Die Gedenkstätte in der Nähe des Postplatzes soll im Herbst eröffnen.
Die Gedenkstätte in der Nähe des Postplatzes soll im Herbst eröffnen. © René Meinig

Als Ironie der Geschichte bezeichnet es Sachsens Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Damit meint sie eine beträchtliche Geldsumme, die sie und Finanzminister Matthias Haß (CDU) an diesem Montag in der Gedenkstätte Sophienkirche übergeben haben. Geld, das die Bürgerstiftung Dresden gut gebrauchen kann, um die Gedenkstätte fertigzustellen. In diesem Herbst soll sie eröffnet werden und vor allem Kindern und Jugendlichen die Geschichte Dresdens näherbringen. Erst kürzlich fand eine erste Lesung in der Gedenkstätte in der Nähe des Postplatzes statt – weitere sollen folgen, sagt Stiftungsmitglied Harald Bretschneider.

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Insgesamt 874 000 Euro stellt der Freistaat zur Verfügung, die in neue Technik und den barrierefreien Ausbau investiert werden sollen. Damit findet der Innenausbau seinen Abschluss, insbesondere im Untergeschoss. Die von Eva-Maria Stange angesprochene Ironie der Geschichte ist, dass jenes Geld aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR stammt. Dabei hatte die SED Anfang der 1960er-Jahre entschieden, dass die Ruine der Sophienkirche abgerissen wird – obwohl Experten die Ruine als aufbaufähig einschätzten. In Dresden gab es große Proteste gegen den Abriss, trotzdem fiel die Ruine in den Jahren 1962/63.

Aus dem Parteien-Vermögen hatte der Freistaat im vergangenen Jahr insgesamt 62 Millionen Euro erhalten und unterstützt damit unter anderem die KZ-Gedenkstätte Sachsenburg, das Sportmuseum in Leipzig und die Gedenkstätte Bautzner Straße hier in Dresden. Insgesamt elf Projekte, die sich mit der Aufarbeitung des SED-Regimes befassen, wurden in Sachsen mit diesem Geld ausgestattet. In Dresden sind es mit dem Sächsischen Staatstheater inzwischen drei Einrichtungen.

Die in abstrakter Form wieder aufgebaute Busmannkapelle soll künftig auch an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg erinnern. Die Sophienkirche brannte nach dem Bombenangriff der Alliierten auf Dresden im Februar 1945 komplett aus. Ein Jahr später brachen letztlich alle Gewölbe und Pfeiler zusammen – was blieb, war die Ruine. Nach ihrem Abriss war es jahrzehntelang still um ihren einstigen Standort. 1997 gründete sich die Gesellschaft zur Förderung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche, die Bürgerstiftung Dresden fungiert seit 2008 als Bauträger. 2017 war die Kapelle fertig, 2017 der Glasbau.