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Seehofers schwerste Prüfung

Der CSU-Parteitag bleibt eine Gleichung mit Unbekannten. Für den Parteichef geht es auch um die eigene politische Zukunft.

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© dpa

Von Marco Hadem, Christoph Trost und Kristina Dunz, München

Er hat wieder gut lachen. „Ich habe überhaupt keine Sorgen – weder politisch noch privat“, sagt CSU-Chef Horst Seehofer scherzend in München. Kein Vergleich zu 2015, damals kochte er innerlich wie äußerlich, wegen „seiner Angela“ – beziehungsweise wegen der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland. Die CSU und Seehofer waren über Nacht aus dem Gleichgewicht geraten, wirkten schwach und hilflos. Es folgte auf dem CSU-Parteitag 2015 eine beispiellose CSU-Standpauke an Kanzlerin Angela Merkel.

Ein Jahr später sind die Vorzeichen vor dem CSU-Parteitag in München andere: Seit Wochen ist der bayerische Ministerpräsident um Gelassenheit bemüht. Seehofer und die CSU wollen Stärke demonstrieren. Denn bei den Wahlen im Bund 2017 und in Bayern 2018 gehe es für die CSU um die Existenz. Der Parteitag markiert also keinen Abschluss einer Krise, sondern den Auftakt für zwei Schicksalsjahre.

Der Druck auf Seehofer und die CSU ist enorm, das zeigt auch eine Sat.1-Umfrage. Demnach würde die CSU bei einer Landtagswahl derzeit nur noch 44 Prozent der Stimmen bekommen – die absolute Mehrheit im Parlament wäre dahin.

Eine prominente Stammhörerin Seehofers wird auf dem Parteitag fehlen. Angela Merkel hat erstmals in ihrer Kanzlerschaft keine Einladung bekommen. Mit Angst vor Kritik von der CSU-Basis habe die Entscheidung der beiden Parteispitzen nichts zu tun, betont Seehofer. Viele in der CDU nehmen ihm den heftigen Obergrenzen-Streit um die Aufnahme der Flüchtlinge übel.

Obwohl das Trennende in der Union die vergangenen Monate dominierte: Seehofers und Merkels Ziel heißt jetzt Geschlossenheit. Nur so könne ein „Linksrutsch“ durch SPD, Grüne und Linkspartei im Bund verhindert werden.

Über seine eigene Zukunft hat Seehofer noch nicht entschieden. Will er die von ihm geforderte Doppelspitze in Berlin übernehmen, als Bundesminister und CSU-Chef? Oder gelingt es ihm doch noch, Finanzminister Markus Söder oder Innenminister Joachim Herrmann dafür zu begeistern? Dann könnte Seehofer Ministerpräsident bleiben, sogar über 2018 hinaus. (dpa)