merken

Döbeln

Der Neue bringt Zeit mit

Holger Herrmann arbeitet als Seelsorger im Fachkrankenhaus Bethanien. Er ist nicht nur für die Patienten da.

Holger Herrmann (links) ist seit Beginn des Monats als Seelsorger im Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen tätig. Für den Theologischen Direktor Michael Veihelmann ist diese Stelle eine gute Ergänzung zur Arbeit der medizinischen Abteilung. © Frank Korn

Hochweitzschen. Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Dieses Bibelzitat im Andachtsraum des Fachkrankenhauses Bethanien in Hochweitzschen soll Mut machen. 

In diese Richtung geht auch die Arbeit von Holger Herrmann. Der 58-jährige Leipziger ist seit Anfang April als Seelsorger im Fachkrankenhaus tätig. Über einen sogenannten Gestellungsvertrag des Bethanien mit dem Kirchenbezirk Leisnig/Oschatz ist Herrmann einen Tag pro Woche in der Klinik.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Der Garten ruft

Bei LandMAXX-Baumärkten und Bauzentren gibt es viele tolle Sonderangebote rund um das Thema Garten. Hier sind Sie rundum versorgt - in 11 Filialen direkt in Ihrer Nähe.

Der Vater zweier Kinder und stolzer Opa einer Enkelin ist Pfarrer der evangelisch-lutherischen Landeskirche und betreut eine Pfarrgemeinde in Borna. Die Tätigkeit in Hochweitzschen sieht Holger Herrmann als neue Herausforderung. „Mit psychisch Kranken in Kontakt zu kommen ist für mich eine völlig neue Aufgabe“, sagte Herrmann. Er hat zuletzt zwölf Jahre als Seelsorger in mehreren Krankenhäusern in Chemnitz gearbeitet.

Für den Theologischen Direktor des Fachkrankenhauses, Michael Veihelmann, ist diese Stelle eine gute Ergänzung zur Arbeit der medizinischen Abteilung. „Bisher hat Pfarrerin Maria Beyer seelsorgerische Arbeit in unserem Haus geleistet. Sie ist aber in ihren Gemeinden stark eingebunden. Deshalb sind wir froh, dass wir Holger Herrmann verpflichten konnten“, sagte Veihelmann.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Grüne Damen für Hochweitzschen

Das Fachkrankenhaus will einen ehrenamtlichen Dienst einrichten. Die Bewerber werden entsprechend geschult.

Holger Herrmann hat die erste Zeit in seiner neuen Funktion vor allem genutzt, um die Mitarbeiter kennenzulernen. „Sie reagieren freundlich, offen und fragend. Ich habe den Eindruck, dass sie meine Tätigkeit als sinnvoll erachten“, sagte Herrmann. Er setze auf eine gute Zusammenarbeit. „Sie kennen die Patienten am besten, und wissen, wer meine Dienste vielleicht in Anspruch nehmen will“, so der Seelsorger. Doch das Angebot richte sich nicht nur an die Patienten, sondern auch an deren Angehörige sowie an die Mitarbeiter.

Die Vorteile seiner Arbeit sieht Herrmann darin, dass er die Zeit mitbringt, die Ärzte und Pflegekräfte nicht aufbringen können. „Das ist für die Patienten eine neue Erfahrung“, so Herrmann. Zudem unterliegen die Gespräche dem Schweigegelübde, das sei für viele sehr wichtig.

Bei vielen Patienten bestehe der Bedarf, über die aktuelle Situation zu sprechen. Dabei werden auch sinnstiftende Fragen gestellt. „Die Menschen fragen sich zum Beispiel, warum gerade sie krank sind“, so Herrmann. „Auch wenn es darauf zunächst keine schlüssige Antwort gibt, tut es den Patienten doch gut, darüber zu sprechen.“ Als Pfarrer sei er auch offen für religiöse Fragen, doch sollen diese bei seiner Arbeit nicht im Vordergrund stehen. Er sehe sich als Seelsorger für alle, so Herrmann.